Westerstede - Für einen Teil der älteren Bevölkerung wird die Digitalisierung zunehmend zu einem Problem: Sie werden abgehängt. Dieser Auffassung ist der Seniorenbeirat Westerstede. Denn unter anderem ist das im Arbeitskreis „Senioren bleiben im Gespräch“, der sich jeden zweiten Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.30 Uhr in der Apothekervilla trifft, ein immer wiederkehrendes Thema.

Wie der Beirat festgestellt hat, werden auch in Westerstede Dienstleistungen immer mehr zurückgenommen oder aufs Internet verlagert. „Die Krankenkassen haben sich zurückgezogen, die Post hat ihre Dienste auf Poststellen verteilt, Banken schränken ihre Öffnungszeiten ein, Ämter drängen auf Beschränkungen der persönlichen Kontakte und werben für ihren Online-Dienst. In Anschreiben wird dann auf die weitergehenden Informationen auf der jeweiligen Homepage verwiesen“, beschreibt Heiko Ockenga, Vorsitzender des Seniorenbeirats, die Situation. Gerade ältere Menschen, die kein Internet haben und auch damit gar nicht zurechtkommen würden, könnten auf Anfragen nicht mehr reagieren, erhielten keine Informationen mehr und fühlten sich ausgeschlossen. Jüngere Angehörige seien häufig nicht vor Ort, um zu helfen.

Daher unterstützt der Seniorenbeirat der Stadt Westerstede die Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) für ein „Recht auf ein Leben ohne Internet“. Nun soll herausgefunden werden, mit welchen Problemen Menschen ohne Internet konkret zu kämpfen haben. Der Seniorenbeirat hält einen entsprechenden Fragebogen bereit. Interessierte können ihn ausfüllen. Nach der Auswertung sollen dann Lösungen gesucht werden. Der Seniorenbeirat bietet jeden Montag von 15 bis 17 Uhr in der Apothekervilla eine Sprechstunde an.