Ammerland/Oldenburg - Bereits zum 19. Mal findet an diesem Wochenende, den 9. und 10. März, der bundesweite „Tag der offenen Töpferei“ statt. Rund 500 Töpferinnen und Keramiker aus ganz Deutschland laden in ihre Ateliers und Werkstätten ein, um den interessierten Besuchern ein uraltes Handwerk und diese Form der Kunst näherzubringen. In Niedersachsen öffnen 33 Ateliers, darunter fünf in der Stadt Oldenburg und zwei im Ammerland. Dabei dürfen sich die Gäste auf Führungen, Vorführungen und Mitmachaktionen freuen. Die Künstler stehen selbstverständlich für Anregungen und Informationen zur Verfügung.
Brennverfahren
Seit nunmehr zehn Jahren beteiligt sich auch Anke H. Otto an der Aktion. Sie hat in der Fliederstraße in Bad Zwischenahn/Wehnen ihr Atelier eingerichtet und bearbeitet dort Ton, aus dem sie die unterschiedlichsten Motive zaubert. Dazu benutzt sie keine Töpferscheibe, sondern arbeitet aufbauend. „Es werden einzelne Elemente zusammengefügt, die dann das entsprechende Motiv oder die gewünschte Figur bilden.“ Um besondere Effekte zu erzielen, setzt sie nicht nur einen Brennofen ein, sondern arbeitet vorwiegend mit dem Raku-Brand. „Er hat seinen Ursprung im ostasiatischen Raum. Dabei wird das glasierte Objekt nach einem Brennverfahren bei 1000 Grad so heiß wie es ist in einen Behälter mit Papier oder Sägespäne gesetzt, welches sich sofort entzündet und es zur Rußbildung kommt. Durch den Temperatursturz entstehen die für Raku typischen Risse, wobei die glasurfreien Oberflächen geschwärzt werden. Dadurch entstehen die für diese Technik typischen Muster und machen dadurch jeden Kunstgegenstand zu einem Unikat“, erklärt Anke H. Otto den Prozess. Sie selbst wird an diesem Samstag Brennvorgänge durchführen, das erste Mal ab 11 Uhr. „Da hier auch mit offenem Feuer gearbeitet wird, ist das aber nur möglich, wenn es nicht so windig ist, um Funkenflug zu vermeiden.“ Die Raku-Technik ist bei den Töpfern zumindest hier in Oldenburg und im Ammerland kaum zu finden, so dass ihre Arbeiten im Rahmen des „19. Tag der offenen Töpferei“ schon eine Besonderheit darstellen dürften. Die Künstlerin aus Wehnen wird aber auch Schalen aus Ton anbieten, die an diesem Wochenende werkstattübergreifend als verbindendes Element der zweitägigen Aktion den Besuchern angeboten werden. Darüber hinaus können bei allen Künstlern auch andere Objekte erstanden werden.
In Oldenburg nehmen folgende Töpfereien teil: FriMaaKeramik Friedrun Fritzsche, Großer Kuhlenweg 23; Keramikwerkstatt Frauke Farin, Humboldtstraße 2; Keramikatelier Barbara Klump, Bernhard-Friedrich-Weg 37; Ruth Christiansen, Bucholt 20; SUE Nora Tiegel, Alte Brennerei, Butjadinger Straße 346.
Im Ammerland beteiligt sich neben Anke H. Otto, Fliederstraße 13c auch noch die Keramikwerkstatt Sabine Thies, Ahornstraße 73, Bad Zwischenahn.
Geöffnet sind die teilnehmenden Ateliers und Werkstätten an beiden Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Besuch ist kostenlos, manche Gastgeber bieten zusätzlich Getränke und Kuchen an, um das Erlebnis an diesem Wochenende entsprechend abzurunden.
Begeisterung teilen
Für die Künstlerin aus Bad Zwischenahn ist es nicht nur ein Anliegen, ihre Arbeiten und Techniken vorzustellen, sondern auch den Interessierten die Freude an diesem Beruf und Hobby zu vermitteln. „Ich möchte die Dinge anderen zeigen, sie daran teilhaben lassen und damit auch den Stellenwert der Keramikarbeiten weiter erhöhen“, ist mit ein Grund, warum sie sich an der Veranstaltung beteiligt.
