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Staatsorchester besucht Edewechter Schule Von Tuten und Blasen eine Ahnung bekommen

Erst hören, dann selbst spielen: Das „O*Mobil“ des Oldenburgischen Staatsorchesters zu Besuch in der Astrid-Lindgren-Schule Edewecht mit dem Blechbläserquintett (von links): Matthias Elsaeßer (Trompete), Cornelius Nünchert (Horn), Ruth Ellendorf (Tuba), Bastian Robben (Posaune) und Felix Schauren (Trompete).

Erst hören, dann selbst spielen: Das „O*Mobil“ des Oldenburgischen Staatsorchesters zu Besuch in der Astrid-Lindgren-Schule Edewecht mit dem Blechbläserquintett (von links): Matthias Elsaeßer (Trompete), Cornelius Nünchert (Horn), Ruth Ellendorf (Tuba), Bastian Robben (Posaune) und Felix Schauren (Trompete).

Marlis Stein

Edewecht/Oldenburg - „Tuuut“ hallt es laut durch die Aula der Astrid-Lindgren-Schule Edewecht. „Tröööt“ antwortet die Trompete auf die Posaune. Es sind die ersten Versuche der Schülerinnen und Schüler, einen Ton aus diesen Instrumenten zu locken. Ein Blechbläserquintett des Oldenburgischen Staatsorchesters ist mit dem „O*Mobil“ zu Gast. Nach einem abwechslungsreichen Konzert dürfen die Klassen 5 und 6 (Förderbereich Geistige Entwicklung und Förderbereich Lernen) selbst mal ausprobieren.

Hier den Ringfinger, da der Daumen und hier der kleine Finger der anderen Hand. Felix Schauren vom Staatsorchester erklärt einem Mädchen, wie es die Trompete richtig halten muss. „Pffft“ macht die Trompete. Noch ein bisschen enger an den Mund „und dann mit den Lippen furzen“, sagt Schauren. Das Mädchen versucht es erneut – und da, ein erster Ton. Sie strahlt über das ganze Gesicht.

„Alle begeistert“

„Es kommt total gut an. Alle sind begeistert“, freut sich Lehrerin Ilka Schmid, die die Teilnahme der Schule am „O*Mobil“ angestoßen hat. Die Schülerinnen und Schüler stehen in Reihen vor den fünf in verschiedenen Ecken der Aula verteilten Instrumenten. Sie können es kaum erwarten, selbst spielen zu dürfen. Und sie sind viel zu beschäftigt und begeistert, um mit der Zeitung zu sprechen. Auf die Frage, wie sie es finden, kommt ein: „Macht Spaß“ und schon suchen sie sich das nächste Instrument.

„Sie haben alle noch nicht so richtig Erfahrung mit klassischer Musik gehabt“, sagt Ilka Schmid. Im Musikunterricht war das zwar auch Thema, aber „es ist was ganz anderes, es selbst auszuprobieren. Das Interesse ist ganz groß.“ Auch die 45 Minuten Konzert – für die Schülerinnen und Schüler eine lange Zeit – hörten alle sehr interessiert zu, wippten im Takt und applaudierten. Nachdem jedes Instrument mit einem Solo vorgestellt wurde, folgten Musikstücke aus verschiedenen Genres, von Jazz bis Oper.

Erfolgreiches Projekt

Das „O*Mobil“ hat es vor einigen Jahren schon einmal gegeben. Jetzt hat sich Felix Schauren dafür eingesetzt, es wieder aufleben zu lassen. Der Musikvermittler und Kapellmeister ist seit dieser Spielzeit des Oldenburgischen Staatstheaters neu mit im Orchester dabei. Das Interesse der Schulen ist hoch, er bekam mehr Anfragen als er Termine anbieten kann. Zehn Schulen aus der Region sind in dieser Spielzeit mit dabei. Das Programm soll auf jeden Fall fortgesetzt werden, am liebsten auch zusätzlich mit Streichern.

„Das wichtigste ist ein richtiges Konzert, das ästhetische Erlebnis“, sagt Schauren. „Die meisten kennen das gar nicht. Sie kennen diese Musik höchsten von einer CD. Aber ein Live-Konzert ist nicht zu ersetzen.“ Bisher seien die Rückmeldungen durchweg positiv. Auch den Musikern macht es viel Spaß. „Es ist super, in die Schulen zu gehen.“ So könnten auch die Klassen aus dem Umland erreicht werden, für die eine Anreise oft schwierig ist. Der Fokus liege bewusst auf Grund- und Förderschulen, „damit wir auch alle Kinder erreichen.“

Felix Schauren dreht sich um, nimmt von einem Schüler die Trompete entgegen, reinigt das Mundstück mit Desinfektionsmittel und schon ist der nächste an der Reihe. „Tröööt“ hallt es durch die Aula.

Marlis Stein
Marlis Stein Redaktion Westerstede
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