Apen - „So wie ich das bei der Informationsveranstaltung zum Ausbau der Windenergie verstanden habe, werden wir im Gemeindegebiet bald wesentlich mehr als die jetzigen vier Windkraftanlagen an der Grenze zu Uplengen haben“, sagt Frank Zahn, Vorsitzender des Ortsbürgervereins (OBV) Apen. Und wenn mehr Anlagen im Gemeindegebiet gebaut werden müssten, sollten auch Bürgerinnen und Bürger finanziell davon profitieren und die Möglichkeit haben, sich an den Projekten zu beteiligen.
Initiative gestartet
Zusammen mit dem Gewerbekreis Apen hat der Ortsbürgerverein Apen eine Initiative gestartet, um mehr Bürgerbeteiligung beim Ausbau der Windenergie in der Gemeinde zu erreichen. Wie es in einem gemeinsamen Schreiben an die Gemeinde heißt, sprächen sich beide Organisationen weder für noch gegen mehr Windkraftanlagen aus. Man wolle jedoch nicht, dass nur auswärtige Investoren über das Gemeindegebiet „herfallen“. Mehr Teilhabe und lokale Wertschöpfung würden zumindest für viele Bürgerinnen und Bürger ein Schlüssel für mehr Akzeptanz sein. Welches Beteiligungsmodell am besten den Bedürfnissen und Erwartungen der Menschen in der Gemeinde entspräche, sollten Rat und Verwaltung entscheiden. Ideal wäre es, vor der Einrichtung eines „Bürgerwindparks“ auch entsprechende Informationsveranstaltungen anzubieten. Entsprechendes Interesse müsse in der Bevölkerung vorhanden sein. Sowohl Frank Zahn für den Ortsbürgerverein als auch Hans-Joachim Tietjen für den Aper Gewerbekreis bitten darum, dass ihre Überlegungen in Entscheidungen für den Ausbau der Windenergie in der Gemeinde Apen mit einfließen.
Verfahren gestartet
Im November ist die Gemeinde Apen offiziell ins Verfahren für den Ausbau der Windenergie gestartet. Nachdem Anfang November eine Bürgerversammlung zu dem Thema stattgefunden hatte, beschäftigte sich nun der Bau- und Planungsausschuss mit den planungsrechtlichen Grundlagen für mehr Flächen für Windenergie. Wie Johannes Ramsauer vom Oldenburger Planungsbüro NWP bei beiden Veranstaltungen ausführte, müsse die Gemeinde Apen bis zum 1. Februar 2024 über eine neue rechtlich wirksame Planung verfügen, um auszuschließen, dass jeder Investor ungesteuert und an vielen Orten im Gemeindegebiet bauen können. Planungssicherheit gäbe es mit dieser neuen Planung jedoch nur bis 2027. Sieben Flächen kämen für den Ausbau der Windenergie in Frage, neben dem Areal an der Grenze zu Uplengen seien das Flächen in Klauhörn, Winkel, Tange, am Aper Tief, in Holgast und in Vreschen-Bokel.
