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Großer Frust im Arbeitskreis Dorferneuerung Kaum noch Hoffnung auf Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Hahn-Lehmden

Hier soll die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Hahn-Lehmden eigentlich beginnen: der Abzweig Lehmder Straße. Doch es gibt wenig Hoffnung.

Hier soll die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Hahn-Lehmden eigentlich beginnen: der Abzweig Lehmder Straße. Doch es gibt wenig Hoffnung.

Archiv

Delfshausen/Hahn-Lehmden - „Wir werden der Politik vorschlagen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.“ Die Worte von Rastedes Bürgermeister Lars Krause hängen am Montagabend einen Moment schwer in der Luft, bevor die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung Rastede-Nord bei ihrem Treffen im Dorfkrug Decker in Delfshausen ihren Frust über diese Aussage zum Ausdruck bringen. Und die Verärgerung ist groß, geht es bei dem Projekt doch um die geplante Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Hahn-Lehmden.

Der Arbeitskreis

„Das ist eine ganz schlechte Nachricht für uns“, bringt Axel Wilken die Enttäuschung auf den Punkt. Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt hatte im 2017 beschlossenen Dorfentwicklungsplan nach dem Wunsch nach schnellerem Internet die höchste Priorität. Und es sei nicht der erste Anlauf gewesen, den Charakter der Straße zu verändern und dadurch die Lebensqualität im Ort zu erhöhen. Seit Jahrzehnten rede man schon darüber.

Die Motivation, sich im Arbeitskreis zu engagieren, habe an den einzelnen Maßnahmen gehangen, sagt Wilken. Mehr als 60 Projekte sind in dem Dorfentwicklungsplan aufgelistet, der zwischen 2014 und 2016 von den Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner und der Verwaltung entwickelt worden war. „Wir sind schon sehr lange dabei, haben viele Diskussionen geführt und auf dem Weg viele Mitstreiter verloren, weil es nur schleppend voranging“, blickt Wilken auf die zurückliegenden Jahre.

Nur zwei Projekte wurden bislang umgesetzt, wobei Wilken meint, die Umgestaltung des Sportplatzes in Wapeldorf könne man „fast gar nicht als Maßnahme bezeichnen“. Die einzige „vernünftige Maßnahme“ sei aus seiner Sicht der neu angelegte Dorfplatz in Hahn-Lehmden. „Es ist sehr frustrierend, dass da nicht mehr rumkommt“, sagt Wilken.

Die Verwaltung

„Für uns ist das genauso bitter“, stellt Bürgermeister Krause fest. Auch der zuständige Geschäftsbereichsleiter Franz Lucassen sagt: „Mir geht das genauso gegen den Strich.“ Doch die Zahl der Probleme ist inzwischen offenbar so groß, dass der Verwaltung keine andere Möglichkeit bleibt, als der Politik vorzuschlagen, kein Geld für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt freizugeben. Am kommenden Montag, 18. September, steht das Thema in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Bauen auf der Tagesordnung (17 Uhr, Neue Aula der KGS Rastede). Spätestens am 30. September müsste der Förderantrag beim zuständigen Amt für regionale Landentwicklung vorliegen.

Selbst wenn der Antrag genehmigt würde, gibt es aber ein Problem: „Wir haben keine Aussicht auf Förderung“, erklärt Lucassen. Das Amt habe nämlich Ende April 2025 als „Deadline“ vorgegeben. Bis dahin müssten nicht nur sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein, sondern auch alle Schlussrechnungen vorliegen. Und das halte er nach seiner Erfahrung mit vergleichbaren Maßnahmen für ausgeschlossen.

Ob die Umgestaltung gefördert wird, würde das Amt im Frühjahr 2024 bekannt geben. Angesichts des Umfangs des Projektes seien zwei Bauabschnitte nötig, die jeweils acht bis neun Monate in Anspruch nehmen würden, zumal man dann auch gleich den Kanal erneuern würde. Hinzu komme: „Je größer das Projekt, desto länger der Nachlauf“, sagt Lucassen. Er geht deshalb davon aus, dass nicht vor Oktober 2025 alles abgeschlossen sein werde, „eher später“.

Dadurch würde der Gemeinde allerdings die Förderung von 500.000 Euro durch die Lappen gehen. Die zwischenzeitlich auf mehr als drei Millionen Euro gestiegenen Gesamtkosten müsste sie dann alleine stemmen. Seit der Vorstellung der ersten Gestaltungsvariante hätte sich der Eigenanteil der Gemeinde damit verdoppelt.

Gleichzeitig sei von der ersten Idee nicht viel übrig geblieben. „Wir haben an vielen Stellen Federn gelassen“, sagt Lucassen. Der umzugestaltende Abschnitt wurde gekürzt, statt 110 würden nur noch 65 Bäume gepflanzt, statt 27 nur noch 19 Parkplätze geschaffen und von den gewünschten drei Querungshilfen keine einzige realisiert.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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