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Auszeichnung Für Edewechter Hof In Bio eine glatte Eins

Ingo Schmidt

Osterscheps - Der Himpsl-Hof in Osterscheps schreit nicht gerade „Hallo, hier bin ich!“. Dabei ist er ein kleines Goldstück. An der Osterschepser Straße weist zwar eine dezente Tafel auf den preisgekrönten Bio-Hofladen am Waterkamp hin. Doch „Laufkundschaft haben wir hier keine“, sagt Julia Otto. „Wir sind kein Geschäft mit großen Schaufenstern.“

Seit zehn Jahren führt sie den landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem 300 Hühner und fünf Schweine leben, gemeinsam mit ihrem Mann Marius. Sie setzen auf Direktvermarktung, verzichten auf pompöse Werbemaßnahmen und vertrauen vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda. „Unsere Stammkundschaft ist die beste Werbung“, sagt die 43-Jährige. Aber auch die bedruckten Busse, die die Kunden mit den angebotenen Abo-Kisten beliefern, erzeugten Aufmerksamkeit.

Obst und Gemüse auf zehn Hektar Land

Die jüngste Bestätigung für das Erfolgskonzept: Die Leser des Naturkostmagazins „Schrot und Korn“ haben den Himpsl-Hof zum bundesweit besten Hofladen in der Kategorie „Frisches Obst und Gemüse“ gewählt. Auf mehr als zehn Hektar Land bauen die Ottos Obst und Gemüse an. „Das ernten wir morgens und legen es dann in den Laden“, sagt Julia Otto. „Frischer geht es nicht.“ Im Sommer gibt es bis zu 40 Gemüsesorten, „im Winter natürlich weniger“.

Auf 60 Quadratmetern ist ein Geschäft entstanden, das nahezu alles für den täglichen Bedarf bietet – in Bio-Qualität. Da gibt es Samen, Getränke, Käse, Süßigkeiten, Gewürze, Tiefkühlkost, Molkereiprodukte, Brot, Gebäck und vieles mehr. Fleisch zum Beispiel. „Die Sachen haben natürlich auch ihren Preis“, erklärt die Osterschepserin. Der Grund: Die Legehühner sind immer draußen und leben in einem mobilen Stall, der alle zwei Wochen versetzt wird, damit immer ausreichend Grün zur Verfügung steht. „Die Hühner lieben Sand, flattern glücklich herum und fangen mit Hingabe Insekten.“

Glückliche Hühner und Schweine

Auch die Schweine führen ein sauglückliches Leben. „Wenn sie im Frühjahr als Ferkel zu uns kommen, stecken sie sofort die Nase in den Boden, denn dafür ist die Nase da. Sie spielen, galoppieren und werden von Hand gefüttert, bis sie im Herbst geschlachtet werden.“ Beim Gedanken an die vielen Schweine, die ihr kurzes Leben auf Betonböden verbringen müssen, fällt Julia Otto nur eines ein: „Das muss sich einfach was ändern.“

Vor zehn Jahren haben Julia und Marius Otto den schon damals existierenden Bio-Hofladen übernommen und in der Folge zweimal ausgebaut. „Heute ist er perfekt für uns und wir können davon leben“, sagt die 43-Jährige. 15 Angestellte beschäftigt der Hof heute. Schon immer sei es der Traum der beiden studierten Landwirte gewesen, in der Bio-Landwirtschaft zu arbeiten. Im Internet hatten sie schließlich in einer Höfe-Börse den Himpsl-Hof entdeckt und zugeschlagen.

Über die Grenzen von Edewecht hinweg bekannt

Die Qualität und das Angebot des Himpls-Hofs haben sich inzwischen über die Grenzen Edewechts herumgesprochen. Vera Korokin zum Beispiel wohnt in Friesoythe und ist seit dem vergangenen Herbst einmal in der Woche in Osterscheps. „Wenn man mit einer Diät anfängt, möchte man doch auch schöne Sachen essen“, sagt Korokin, die gemeinsam mit ihrer Mutter einkauft. „Ich bestelle meistens fünf bis sechs Brote vor, und wenn ich dann schon mal hier bin, kaufe ich natürlich auch andere Sachen.“

Und welche Bedeutung hat der Preis nun? „Er ist eine tolle Anerkennung und eine Bestätigung für die Zufriedenheit unserer Kunden“, fasst Julia Otto zusammen. Ansonsten habe sich aber wenig verändert. Was sie besonders freut: „Wir sind Dorfgespräch und und uns erreichen viele Glückwünsche.“

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