Osterscheps - Für Helga und Erich Henkensiefken ist ihre Goldene Hochzeit aus vielerlei Gründen etwas ganz Besonderes. Zum einen sind sie seit dem 24. Oktober 50 Jahre verheiratet. Das ist eigentlich Grund genug zum Feiern. Noch besonderer wird dieser Jubiläumstag dadurch, dass Helga Henkensiefkens Lebensretterin Sabine Pelny gemeinsam mit den Eheleuten feiert.

„Ohne Sabine könnten wir heute dieses besondere Fest nicht feiern“, erzählt Helga Henkensiefken. Sie war 2009 an der besonders aggressiven Art von Leukämie AML (Akute myeloische Leukämie) erkrankt. Mit einer Chemotherapie konnte die Krankheit im Griff gehalten werden. Anfang 2010 brach sie jedoch erneut aus, sodass am Ende nur noch eine Stammzellenspende als Hilfe infrage kam.

Helga hatte Glück im Unglück, denn es fand sich schnell ein Spender. Der helfende „Engel“ war in diesem Fall Sabine Pelny aus Brandenburg. Sie hatte sich im Sommer 2009 an einer Registrierungs-Aktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) beteiligt. „Ich bin auch aktive Blutspenderin. Deshalb war es für mich selbstverständlich, als mein Arbeitgeber dafür warb, sich entsprechend zu engagieren, zumal er auch die Kosten dafür übernahm“, erinnert sich die 55-Jährige.

Dass bereits nach wenigen Monaten ihre Stammzellen in Anspruch genommen werden würden, kommt fast nie vor. „Meist dauert es doch länger“, erzählt Sabine Pelny. Nach dem erfolgreichen Injizieren der Stammzellen machten sich beide Frauen in den folgenden Jahren daran, sich persönlich kennenzulernen.

„Die Stammzellenübertragung erfolgte anonym, und auch danach bleiben alle weiteren Informationen für zwei Jahre gesperrt“, so Frau Pelny. Über die DKMS hatten sie aber die Möglichkeit, sich anonym zu schreiben. 2012 fand schließlich das erste persönliche Treffen statt. „Wir hatten uns in einem Café in Brandenburg verabredet“, erinnert sich Helga. „Bereits als wir sie von weitem sahen, wusste ich, dass es Sabine sein muss.“

Durch die Stammzellenübertragung haben die beiden Frauen jetzt übereinstimmende Genstränge. Sie könnten deshalb gentechnisch als Verwandte bezeichnet werden. Vor fünf Jahren erlitt Helga Henkensiefken einen Rückschlag. noch einmal Stammzellen benötigte. Auch hierfür stand die Brandenburgerin zur Verfügung.

Wenn am heutigen Samstag das Ehepaar Henkensiefken seine Goldene Hochzeit feiert, werden Sabine Pelny und ihr Mann Michael mit dabei sein. Am Donnerstag, 24. Oktober, zum eigentlichen Hochzeitstag, waren sie bereits Gäste in Osterscheps. „Wir haben dazu beigetragen, dass es Helga und Erich gut geht und sie jetzt ihren Jubiläumstag genießen können“, freut sich das Ehepaar Pelny.

„Wir genießen wirklich jeden Tag. Durch die Krankheit meiner Frau ist uns vieles wieder bewusster geworden“, nennt Erich Henkensiefken Veränderungen im Alltagsleben. „Man fühlt sich wie neu geboren. Wir haben nie aufgegeben und auch Glück gehabt, dass es mit der Stammzellenspende sehr schnell ging. Es war und ist toll“, ergänzt Helga. Beide sind dem Umstand dankbar, dass sich Sabine Pelny im Sommer 2009 dazu entschied, als Stammzellenspender registriert zu werden.