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Pandemie Jeder vierte Ammerländer hatte schon Corona

Corona-Patient auf einer Intensivstation: Dieses Bild gab es zum Wochenstart im Westersteder Klinikzentrum nicht mehr. Hier wurde seit längerer Zeit kein Covid-Patient mehr intensivmedizinisch versorgt werden.

Corona-Patient auf einer Intensivstation: Dieses Bild gab es zum Wochenstart im Westersteder Klinikzentrum nicht mehr. Hier wurde seit längerer Zeit kein Covid-Patient mehr intensivmedizinisch versorgt werden.

dpa

Ammerland - In dieser Woche dürfte eine denkwürdige Marke fallen: Dann hat – rein rechnerisch – jeder vierte Ammerländer eine Corona-Infektion gehabt. Stand Sonntagabend lag der Prozentsatz bereits bei 23,7 für den gesamten Landkreis. Es gibt zwischen den Gemeinden aber erhebliche Unterschiede.

Knapp über 30 000 Infizierte gab es seit Beginn der Pandemie. Drei Gemeinden hatten dabei jeweils rund 6000 Fälle. So gab es in Edewecht 5981 Fälle und im nur leicht größeren Westerstede 6062. Aus Bad Zwischenahn kamen 6157 Infizierte. Die Kurgemeinde hat aber 6700 bzw. 6000 Einwohner mehr. Insgesamt kommt Zwischenahn auf eine Infiziertenrate von 20,8 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert aller Kommunen im Ammerland. Edewecht (26,3 Prozent) und Westerstede (25,9 Prozent) führen hingegen die Liste an.

Dahinter folgt Wiefelstede. 4053 Corona-Fälle entsprechen einer Quote von 25 Prozent. Hier hat bisher genau jeder Vierte eine Infektion gehabt. Zumindest gilt das rechnerisch. Denn in mehr als zwei Jahren Pandemie gibt es bereits Personen die zweimal oder dreimal Corona hatten. Wenngleich dies auch Ausnahmefälle sind.

Problem Cloppenburg

In Rastede, was fast dieselbe Einwohnerzahl wie Edewecht hat, gab es fast 1000 Fälle weniger. Hier liegt die Corona-Quote bei 21,8 Prozent. Und auch Apen (23,2) liegt noch unter dem Kreisschnitt. Warum es zwischen zwei Nachbarorten mal eben 5,5 Prozent Unterschied bei der Infektionsrate gibt, lässt sich nur vermuten. In Edewecht könnte die Nähe zum Kreis Cloppenburg eine Rolle spielen. Dort hatten bereits 37,6 Prozent der Einwohner Corona. Einer der höchsten Werte in Niedersachsen. In der sonstigen Nachbarschaft liegt das Ammerland etwa in der Mitte. Friesland hat eine Quote von 22,5 Prozent, die Stadt Oldenburg liegt bei 25,6 Prozent und der Kreis Leer bei 27,6 Prozent.

Senioren seltener infiziert

Eine Auflistung nach Altersgruppe gibt es auch. Fast 11 000 der infizierten Ammerländer waren zwischen 35 und 59 Jahren alt. Rund 9000 gehörten zur Gruppe der 15- bis 34-Jährigen. Bei den Schulkindern (fünf bis 14 Jahre), bei denen es zuletzt so hohe Inzidenzen gab, wurden seit Pandemiebeginn 4400 Fälle festgestellt. 3500 Fälle gab es bei den Senioren zwischen 60 und 79 Jahren. Die Jüngsten (bis vier Jahre) und die Ältesten (über 80) stehen mit jeweils rund 1000 Fällen in der Statistik.

Zu den aktuellen Zahlen: 95 Neuinfektionen meldete der Landkreis am Montag. Das ist zwar fast die Hälfte vom Sonntag. Vom Montag vor einer Woche gab es allerdings nur 37 Neuinfektionen. Blickt auf die Gemeindezahlen, so gibt es in Apen eine fast schon vergessene Zahl – null Neuinfektionen. Das gab es zuletzt am 22. Februar. In Bad Zwischenahn wurden hingegen 28 Fälle registriert, 27 waren es in Wiefelstede, 20 in Edewecht, 18 in Rastede und zwei in Westerstede.

Falsche RKI-Inzidenz

Im bundesweiten Vergleich sind die Inzidenzen weiter hoch. Rastede liegt mit 897,1 weiter unter der 1000er Marke. Es folgen Bad Zwischenahn (1171,4), Westerstede (1226,2), Apen (1244,5) und Edewecht (1399,2). Wiefelstede liegt mit 1669,3) an der Spitze. Die offizielle Kreis-Inzidenz wurde vom RKI mit 830,1 angegeben. Sie ist aber nur so niedrig, weil das Land die Wochenendwerte nicht mehr aktuell nach Berlin meldet. Der reale Wert lag am Montag (Stand 16 Uhr) bei 1200,9.

Eine richtig positive Zahl gab es unterdessen aus dem Klinikzentrum in Westerstede. Dort befand sich kein einziger Covid-Patient mehr auf der Intensivstation.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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