Bad Zwischenahn - „Pfand gehört daneben“ ist einer der Sprüche, mit denen die Situation von Pfandsammlern erleichtert werden soll, die leider darauf angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreitet. Nun haben Awa El-Scheich (Linke) und Sandra Ehlers (Die Partei) einen Antrag gestellt, nach dem die Verwaltung prüfen soll, ob eine Möglichkeit besteht, Pfandringe probeweise an bestimmten Mülleimern von stark frequentierten Bereichen im Gemeindegebiet von Bad Zwischenahn anzubringen.
Würde und Sicherheit
Laut Antrag haben viele Städte und Gemeinden im Bundesgebiet mit Pfandringen auf sich aufmerksam gemacht. Mit Stand 2019 nutzten 70 Kommunen in Deutschland eine solche Halterung – Tendenz steigend. Die Pfandringe haben viele verschiedene positive Funktionen, erklären El-Scheich und Ehlers: „Menschen müssten nicht mehr in den Mülleimern wühlen und das Risiko eingehen, in Glasscherben zu greifen oder sich andere Verletzungen durch Bakterien oder Verschmutzungen zuzuziehen.“ Das sei vor allem aus medizinischer Sicht ein wichtiger Punkt.
Das Herausholen der Flaschen ist zudem nicht zuletzt für viele mit Schamgefühlen verbunden. „Durch das einfache Herausholen aus dem Pfandring können Menschen würdevoll die Pfandflaschen mitnehmen“, so Ehlers und El-Scheich. Zudem könnten weniger Scherben und Glassplitter auf dem Boden liegen – wenn Flaschen danebengestellt werden, würden diese bereits durch leichte Windböen umfallen. Das gefährde vor allem Tiere und kleine Kinder.
Einfache Herstellung
Die Herstellung der Pfandringe könnte laut Antrag beispielsweise mit Schülerinnen und Schülern der Berufseinstiegsklasse für Metalltechnik der BBS Ammerland geschehen oder ein Projekt des Werkunterrichts an der Oberschule Bad Zwischenahn werden. „Eine weitere kostengünstige Alternative wäre es, das Projekt an eine Behindertenwerkstatt im Ammerland weiterzugeben. Diese freuen sich besonders – vor allem in Zeiten von Corona – über Aufträge“, schlägt El-Scheich vor. Die Montage könnte vom Bauhof übernommen werden.
„Somit wäre die komplette Prozedur, von der Herstellung bis zur Anbringung und der letztlich daraus resultierenden Verwendung durch Bürgerinnen und Bürger, ein soziales Projekt mit wenig Aufwand und Kosten. Durch dieses Projekt wäre unsere Gemeinde ein Vorreiter im Ammerland“, heißt es von den beiden Ratsmitgliedern. Auch eine Verbesserung des Ortsbilds durch weniger herumliegende Flaschen könnte ein positiver Effekt sein. „Die Pfandflaschen kommen so in den Recyclingkreislauf zurück und landen nicht auf dem Restmüll“, bekräftigt Ehlers.
