Ammerland - Noch zwei Monate bis zur Landtagswahl am 9. Oktober. Und eine erste Überraschung gab es bereits. Der AfD ist es nicht gelungen, rechtzeitig einen Direktkandidaten zu finden. Die rechte Partei ließ die Einreichungsfrist (am Montag, 18 Uhr) verstreichen. Sie kann damit nur für die Zweitstimme auf den Wahlzetteln auftauchen. Im Gegensatz zur AfD stellten acht Parteien Bewerber auf. Die Unterlagen sind eingereicht und bereits vorgeprüft. Über die endgültige Zulassung entscheidet aber letztlich der Kreiswahlausschuss am 12. August.
Wer kandidiert?
Parteien können mit einer Landesliste und mit Direktkandidaten in den jeweiligen Wahlkreisen antreten. Im Ammerland wurden bereits acht Kandidaten von ihren Parteien ausgewählt. Antreten wird der Wiefelsteder Jens Nacke für die CDU. Er hatte auch bei der letzten Wahl das Direktmandat geholt. Für die SPD geht Björn Meyer aus Apen ins Rennen. Die Grünen haben Cornelia Kuck aus Wiefelstede aufgestellt. Für die FDP geht Thies Engelbarts ins Rennen. Die Linke hat Awa El-Scheich aus Bad Zwischenahn aufgestellt. Hinzu kommen noch drei Bewerber von kleineren und teilweise kaum bekannten Parteien. So treten auch Rolf Kometter (die Basis), Carsten Brucks (Die Partei) und Bernd Grimm (SGV-Solidarität, Gerechtigkeit, Veränderung) an.
Wer darf abstimmen?
Im Ammerländer Wahlkreis 72 gibt es eine Besonderheit. Während das komplette Ammerland und die Stadt Oldenburg bei der Bundestagswahl einen gemeinsamen Wahlkreis bilden, sind die Zuschnitte auf Landkreisebene kleiner. Weil das komplette Ammerland zu groß wäre für einen Bezirk wurde Rastede dem Wahlkreis Wesermarsch zugeschlagen. Damit stimmen 82.645 Wahlberechtigte (deutsche Staatsbürger ab 18 Jahre) aus den Gemeinden Apen, Bad Zwischenahn, Edewecht, Westerstede und Wiefelstede darüber ab, wer als Direktkandidat für das Ammerland in den Landtag einzieht.
Wie geht es weiter?
Nach der Entscheidung des Kreiswahlausschusses am 12. August werden die Stimmzettel gedruckt. Wahlscheine und damit die Briefwahlunterlagen dürfen nicht vor dem 29. August herausgegeben werden, teilt Kreiswahlleiter Ralf Denker mit.
Wie lief es 2017?
Damals konnte Jens Nacke (CDU) sein Direktmandat mit 38,5 Prozent knapp verteidigen. Die CDU bekam allerdings nur die zweitmeisten Zweitstimmen (33,2 Prozent). Die SPD (38,1 Prozent der Zweitstimmen) war dennoch nur ein halber Wahlsieger, da Freia Taeger (38,2 Prozent der Erststimmen) das Direktmandat verpasste. Die anderen vier Direktkandidaten waren chancenlos. Dritte Kraft in der Parteienwertung wurde 2017 die FDP (10,6 Prozent) vor den Grünen (8,7 Prozent). 5,3 Prozent erhielt die AfD, 4,0 Prozent die Linke.
