Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Sozialausschuss beschließt Maßnahmenpaket Mehr Schließzeiten, mehr Qualität? Wie Westerstede Kitas verbessern will

Einer Erzieherin spielt mit Kindern in einer Kita: Damit weiterhin genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, werden in Westerstede neue Wege eingeschlagen.

Einer Erzieherin spielt mit Kindern in einer Kita: Damit weiterhin genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, werden in Westerstede neue Wege eingeschlagen.

dpa

Westerstede - Die Westersteder Kindertagesstätten sollen qualitativ einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Das ist das Ergebnis einer langen Diskussion im Westersteder Sozialausschuss, der am Dienstagabend über vier Stunden im Forum der Oberschule tagte. Am Ende steht ein Gesamtpaket, dass nun noch vom Rat beschlossen werden muss. Attraktivitätssteigerung und Entlastung für das Personal und ein ansprechenderes Ausbildungsangebot sind Kernpunkte. Was aber für die meisten Diskussionen sorgte, war das Thema Schließzeiten.

Einrichtung geschlossen

Hier wird es Veränderungen geben. Eltern müssen sich in Westerstede ab dem Kindergartenjahr 2023/2024 auf fünf Wochen einstellen, in denen die Kindertagesstätte geschlossen bleibt. Bisher sind es vier. Drei Wochen der Schließung sollen in die Sommerferien fallen und werden für alle Einrichtungen in der Stadt im selben Zeitraum liegen, zwei weitere Wochen sollen die Einrichtungen selbst wählen können. Diese könnten dann in die Oster-, Herbst- oder Weihnachtsferien fallen. Es war der umstrittenste Punkt.

Aber der Reihe nach: Erarbeitet wurde das Maßnahmenpaket vom Arbeitskreis Kitas. Dazu gehören Vertreter aus Politik, von der Verwaltung und auch Elternvertreter und eine Vertreterin der Kita-Leitungen. In vier Sitzungen wurden die Probleme angesprochen und Lösungsansätze gesucht. Grund für das schnelle Handeln des Arbeitskreises war eine Kita-Bereisung von Politik und Verwaltung. Damals war festgestellt worden, dass unter den aktuellen Bedingungen die Qualität der Arbeit leidet. Das sei vor allem mit dem Personalmangel zu begründen, hieß es.

Neue Ausbildung

Wie kommt man in Zeiten des Fachkräftemangels an Personal? Hier möchte die Stadt Westerstede nun gemeinsame Sache mit den weiteren Ammerland-Kommunen machen. In Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen Ammerland sollen in Westerstede dann sechs sozialpädagogische Assistenten dual ausgebildet werden, die auch eine Vergütung erhalten. Besonders eingesetzt – auch auf Kreisebene – hat sich hier Frank Lukoschus von der Freien Wählergemeinschaft „Wir Ammerländer“. Außerdem soll das bestehende Personal gehalten werden, mit Weiterbildungsmöglichkeiten soll der Job unter anderem attraktiver gemacht werden.

Der Kindergarten in Ocholt: Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

POLITIK SETZT AUF SANIERUNG CDU scheitert mit Investoren-Antrag – Kein Kita-Neubau in Ocholt

Jan-Michael Heimann
Westerstede

Und es soll zukünftig mehr Schließzeiten geben, um so auch Ausfallzeiten des Personals zu minimieren. Laut Elternvertreterin Kira Wilken gab es unter den Eltern sowohl positive als auch negative Rückmeldungen. Hier wurde von Frank Lukoschus aber bemängelt, dass es keine umfassende Umfrage gegeben habe, sondern die Eltern „nur“ über Whats-App befragt wurden. Die parteilose Tahide Demirbilek, die selbst Mutter eines Kita-Kindes ist, sagte, dass es in ihrer Gruppe ausschließlich negative Rückmeldungen gegeben habe.

Noch mehr Schließung?

Die Vertreterin der Kita-Leitungen, Meike Terveer, sagte hingegen, dass sich die Leitungen sogar sechs Wochen Schließzeit vorstellen könnten. „Wir haben den Auftrag, Kinder zu schützen“, sagte sie. Kinder bräuchten Bezugspersonen, wechselndes Personal sei nicht förderlich. Außerdem müssten Erholungspausen sein, damit Gelerntes verarbeitet werden könne. Gerade im Herbst könne eine Schließzeit in der Erkältungszeit dafür sorgen, dass insgesamt weniger Krankheitsausfälle zu beklagen seien.

Am Ende entschied sich die Politik dafür, dem ausgearbeiteten Gesamtpaket zuzustimmen – und damit auch der Erhöhung der Schließzeiten.

Jan-Michael Heimann
Jan-Michael Heimann Redaktion Westerstede
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kommentar
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verlässt den Gerichtsaal des Strafgerichts in Manhattan

URTEIL GEGEN DONALD TRUMP Ein vorbestrafter Präsident?

Fridemann Diederichs Büro Berlin
Die Unfallstelle: Am Bahnübergang Liethe erinnerten ein Holzkreuz und Grablichter an das tragische Unglück, bei dem ein 52-jähriger Rasteder ums Leben kam.

NACH TÖDLICHEM BAHNUNFALL IN RASTEDE Anklage erhoben gegen Bahnsicherungsposten

Frank Jacob
Rastede
Klaus-Peter Wolf

KOLUMNE Romanfigur Rupert rettet Leben

Klaus-Peter Wolf
Ostfriesland
Auf dem früheren Real-Gelände in Norden soll ein Edeka-Markt entstehen. Dafür wird das frühere Real-Gebäude zum Teil abgerissen.

BEBAUUNGSPLAN IN ABSTIMMUNG Edeka-Neubau in Norden verzögert sich erneut um Monate

Aike Sebastian Ruhr
Norden
Völlig zerstört: Die Aufnahme aus dem Jahr 1986 zeigt die   St. Georgen Kirche, dahinter die Wallgärten (Kuhweide)- und die Wohnblöcke vom Friedenshof .

KIRCHE ST. GEORGEN VOR ABRISS GERETTET Oldenburg und das Wunder von Wismar

Thomas Husmann
Oldenburg