• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Politik

Wo der Kämmerer mit einem Dauergrinsen unterwegs ist

08.12.2018

Ammerland Dass Kämmerer deutscher Landkreise lächeln, ist wohl eher selten. Zumindest beruflich tragen die meisten tiefe Sorgenfalten. Hohe Schuldenberge und immer mehr Aufgaben. Im Ammerländer Kreistag saß Thomas Kappelmann hingegen am Donnerstagabend mit einem gepflegten Lächeln. Und auch in den Haushaltsberatungen mit den Fraktionen, so wurde berichtet, sei er mit einem Dauergrinsen unterwegs gewesen.

Den Grund dafür liefert der Haushaltsplan 2019, der am Donnerstagabend einstimmig vom Kreistag beschlossen wurde. Der Landkreis verdoppelt seine Investitionen. Mehr als 22 Millionen Euro werden vor allem für Bildung, Verkehr und Breitbandausbau ausgegeben. Und zwar nicht auf Pump, sondern quasi aus der Portokasse.

Ende 2019 sollen die Haushaltsschulden zudem auf 16,4 Millionen gesenkt werden. Theoretisch denkbar wäre sogar eine schwarze Null. Allerdings macht die Ablösung von älteren Langfristkrediten keinen Sinn. Der Landkreis müsste hohe Vorfälligkeitsentschädigungen zahlen.

Das Landesamt für Statistik hatte die Schulden kürzlich zwar auf rund 170 Millionen beziffert. Dabei aber u.a. auch die Verbindlichkeiten von Beteiligungen an Unternehmen (wie der EWE oder dem OOWV) mitgerechnet. Das fand man im Kreistag nicht fair. Denn Anlagevermögen – von der Kläranlage bis zum Krankenhaus – wurde nicht gegengerechnet.

CDU-Fraktionsvorsitzende Maria Bruns hob vor allem das Invest ins Breitbandnetz hervor: „Wir brauchen ein schnelles Netz an jeder Ecke.“ Telearbeit und Home-Office seien nur so möglich. „Internet ist heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom.“

Dem stimmte auch SPD-Fraktionschef Frank Oeltjen zu. Was ihm allerdings auf den Magen drückt: „Eigentlich ist der Aufbau einer Breitbandversorgung Sache der Telekommunikationskonzerne.“ Auch das Land könne sich hier stärker engagieren. Der Digital-Pakt der Großen Koalition in Hannover habe ihn nicht überzeugt.

Für die Grünen sprach Georg Köster von einem wolkenfreien Himmel. „Der wird allerdings kein Dauerzustand bleiben.“ Hartmut Bruns (FDP) mahnte, den „Weitblick nicht zu verlieren“. Er lobte, dass das Ammerland nicht nur finanziell gut aufgestellt sei, sondern es zudem keinen nennenswerten Sanierungsstau gebe. Hartmut Orth (UWG) lobte den Haushalt ebenfalls. Allerdings müsse man in Sachen Breitband mal über die Grenzen schauen. „Finnland ist das Vorbild“, meinte er.

Angeschoben hat der Kreistag neben den insgesamt 15 Millionen für den Breitbandausbau in den kommenden Jahren auch ein Frauenhaus. Das will man zusammen mit der Wesermarsch betreiben. Weshalb ein Standort in Rastede im Gespräch ist.

Neben all den positiven Nachrichten wurde auch eine Gebührenerhöhung beschlossen. Die Kosten für die Müllabfuhr sollen ab Januar um knapp elf Prozent steigen. Allerdings macht das für einen Durchschnittshaushalt nur 44 Cent pro Monat aus, rechnete Lars Schmidt-Berg (CDU) vor. Kappelmann betonte, dass das Ammerland beim Müll nach wie vor zu den günstigsten Landkreisen gehört. In Oldenburg liegen die Gebühren mehr als doppelt so hoch.

Emotional wurde es im Kreistag auch noch. Landrat Jörg Bensberg verabschiedete Sigrid Rakow nach 22 Jahren.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2601
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.