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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Können die Verkehrsprobleme mit einen Kreisel gelöst werden?

27.02.2019

Augustfehn /Apen Themen, die Augustfehns Zukunft beeinflussen, beschäftigten am Montagabend den Bau- und Planungsausschuss des Aper Rates: Dazu gehörten neben dem geplanten barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs auch die Planungen für das seit langem brach liegende Dockgelände zwischen Bahnhof und Schulstraße und die derzeitige und künftige Verkehrssituation im Ortskern Augustfehns. „Heute werden die Ratsmitglieder in diesem Ausschuss, der Arbeitskreis Dorferneuerung Augustfehn/Hengstforde und die zahlreichen interessierten Zuhörer erstmals von Fachleuten informiert, dann kann weiter geplant werden“, sagte Bürgermeister Matthias Huber. Angesichts der Bedeutung der Themen hätten nach diesen Tagesordnungspunkten auch Zuhörer die Möglichkeiten, sich zu äußern.

Wie die weiteren Planungen der List-Gruppe aussehen, die das etwa drei Hektar große Dockgelände von der Deutschen Bahn gekauft hat, konnte indes nicht beantwortet werden. Deren Vertreter hatten mit Hinweis darauf, dass es keine neuen Erkenntnisse gäbe, ihre Teilnahme an der Sitzung abgesagt. Geplant ist bislang, dass auf dem Gelände Richtung Südgeorgsfehner Straße Wohnhäuser entstehen sollen und Richtung Stahlwerkstraße weiteres Gewerbe angesiedelt wird. An der dafür notwendigen Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes der Gemeinde wird gearbeitet, es liegt aber noch nicht vor.

Neue Anlage für ÖPNV

In der Mitte des Dockgeländes soll – direkt gegenüber der geplanten neuen Überwegung der Gleise – 2021 eine Anlage für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) entstehen. Hier plant die Gemeinde einen barrierefreien Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), Parkplätze, Fahrrad-Abstellmöglichkeiten und eine Elektrotankstelle.

Ralf Kerkhoff von der Bürogemeinschaft stationova/Agentur BahnStadt) sagte, dass sich durch die geplanten barrieregerechten Bahnsteige die Anbindung des Bahnhofs Augustfehn grundlegend ändern werde. Bislang befänden sich Bushaltestellen, Autostellplätze und Fahrradstellplätze auf der Bahnhofssüdseite (Bahnhofstraße und Eisenhüttengelände), wobei der Großteil der Einwohner Augustfehns im Norden lebe und viele Pendler über den Norden zum Bahnhof wollten. Auf dem Dockgelände solle eine Buswendeschleife entstehen, sowohl von der Südgeorgsfehner Straße als auch von der Stahlwerkstraße sollten Busse das Gelände anfahren. Alle Busse (auch die mit Schulkindern für IGS/OBS sollten künftig hier halten, wobei die Schüler über einen neuen Weg vom Dockgelände die 150 Meter zur Schule laufen müssten. 90 Autostellplätze wolle man zunächst schaffen (30 bis 35 könnten in einem 2. Schritt erfolgen) sowie 120 Stellplätze für Räder, ferner Ladestationen für Elektroautos und -räder.

Die Kosten für die ÖPNV-Anlage, die bislang mit 1,46 Millionen Euro (davon 940 000 Euro Fördermittel) veranschlagt waren, sind kräftig gestiegen: Sie betragen nach derzeitigen Schätzungen 2,6 Millionen Euro (ohne Grunderwerb), hohe Fördermittel seien, heißt es, möglich. Ob die Gemeinde sich diese Anlage in dieser Form leisten kann und will, muss noch geklärt werden. Eingeplant im Investitionsprogramm der Gemeinde sind bislang jedoch als Eigenanteil nur 635 000 Euro.

Angeregt wurde später von Zuhörern, dass die Bushaltespur direkt an den neuen Bahnsteig und nicht – wie geplant – in zehn Metern Entfernung angelegt werden solle. Hier liege ein wichtiger Kanal für Bahnkabel, hieß es, der nicht überbaut werden dürfe. Diese Freifläche wolle man für Fahrradabstellplätze nutzen, was der Ausschuss begrüßte.

Kreisverkehr als Lösung?

Welche Folgen hat die Erschließung des Dockgeländes für den Verkehr, der sich bei geschlossenen Schranken im Ortszentrum bei den benachbarten Bahnübergängen Südgeorgsfehner Straße und Stahlwerkstraße schon jetzt ständig staut? Felix Bögert vom Büro Zacharias Verkehrsplanungen in Hannover, das mit einer umfangreichen Verkehrsuntersuchung Augustfehns beauftragt wurde, stellte erste Ergebnisse vor. Bei Verkehrsuntersuchungen, die an normalen Werktagen jeweils von 6 bis 10 und von 15 bis 19 Uhr erfolgten seien, habe man festgestellt, dass die Augustfehner durchschnittlich pro Stunde zehn Minuten vor geschlossenen Schranken an der Südgeorgsfehner Straße bzw. an der Stahlwerkstraße stünden. In 24 Stunden beführen 3900 Fahrzeuge die Südgeorgsfehner Straße, 3400 die Mühlenstraße, 1300 die Bahnhofstraße, zwischen 1300 und 1600 die Schulstraße und 6000 die Stahlwerkstraße. Insbesondere dort käme es zu weiteren Verkehrsproblemen, weil man durch die Erschließung des Dockgeländes von zusätzlichen 4000 Fahrzeugbewegungen pro Tag ausginge.

Mehrere Möglichkeiten, das Dockgelände verkehrstechnisch anzuschließen, wurden untersucht. Wenn über das Dockgelände eine neue Straße zur Stahlwerkstraße führe, beinhalte das weitere Verkehrsprobleme. Man habe einen geringen Abstand zum Bahnübergang – eine Linksabbiegespur zu schaffen, sei nicht möglich – und bei geschlossenen Schranken könnten Bahnreisende, die per Auto oder Bus kämen, das Dockgelände schlecht erreichen. Nicht zu empfehlen sei auch eine Anbindung vom Dockgelände zur Schulstraße. Zwar könne man auf der Stahlwerkstraße bzw. auf der Schulstraße Linksabbiegespuren schaffen, doch gerade im ersten Teilstück würden Schulverkehr (Fußgänger, Radfahrer) und der Verkehr Richtung Dockgelände/Bahnhof aufeinandertreffen. Empfohlen werde von den Verkehrsplanern ein Kreisel auf dem Barre-Parkplatz, der große Verkehrsmengen aufnehmen könne und zu den geringsten Rückstaus führe.

Alle Ergebnisse wollen Politik und Verwaltung auswerten. Weitere Planungen soll es geben, wenn das überarbeitete Einzelhandelsgutachten und das vollständige Verkehrsgutachten vorliegen.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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