• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Politik

Unterrichtsgang statt Klima-Demo

20.09.2019

Bad Zwischenahn /Edewecht Sich bei einer Demonstration mit „Fridays for future“ für das Klima einsetzen oder zur Schule gehen? Vor dieser Wahl stehen an diesem Freitag viele Schüler überall in Deutschland. Nicht so die Schüler des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht (GZE). Sie werden sich in und mit der Schule für eine klimafreundlichere Politik einsetzen.

Noch bevor Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch klar stellte, dass Niedersächsische Schulen am Freitag die Klimaproblematik im Unterricht oder auch über die Teilnahme an einer Demonstration thematisieren können, hatten sich Schüler und Schulleitung des GZE darauf geeinigt, das Thema Klima am Freitag für vier Stunden in den Mittelpunkt zu stellen.

„In der dritten und vierten Stunde wird das Thema in allen Klassen und allen Fächern behandelt, in Politik und Erdkunde, aber auch in Französisch oder Sport“, erklärt Schulleiter Klaus Friedrich. In der fünften und sechsten Stunde gehen die Schülerinnen und Schüler an beiden Standorten, Bad Zwischenahn und Edewecht, auf die Straße – allerdings ausdrücklich nicht zu einer Demonstration und auch nicht unter der Flagge von „Fridays for future“, wie Friedrich betont, sondern als „Gang für die Umwelt“ und Zeichen für mehr Klimaschutz. Wie bereits im Mai in Bad Zwischenahn ist diesmal in beiden Orten das Rathaus das Ziel. Dort sollen Forderungen der Schüler an die Gemeindeverwaltungen und die Lokalpolitik übergeben werden, um an den Schulen und in den Gemeinden eine klimafreundlichere Praxis zu erreichen. „Diese Forderungen sind für Bad Zwischenahn und Edewecht unterschiedlich“, sagt Schülersprecher Nils Kamphuis (17). Einige Forderungen, die die Schüler an die Bad Zwischenahner Politik haben, sind in Edewecht bereits erfüllt. So seien dort die Dächer des Schulgebäudes bereits begrünt, Dachschrägen mit Sonnenkollektoren ausgestattet.

Das schlecht steuerbare Heizungssystem ist in Bad Zwischenahn einer der Kritikpunkte, der Schülertransport ein anderer. Für viele Schüler sei derzeit das Auto das beste Verkehrsmittel für den Schulweg. Ältere Schüler müssten die Busfahrkarten selbst bezahlen, das Auto sei billiger. Und das Rad sei auch nicht immer eine Alternative – vor allem weil es kaum überdachte Fahrradständer am Gymnasium gibt.

Die Schüler fordern aber auch über den Schulalltag hinaus Veränderungen in der Gemeinde, sowohl ein ökologisches Verkehrskonzept mit gestärktem Nahverkehr als auch klimaschonende Bauvorschriften und eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien.

„Wir glauben, dass diese Form effektiver ist als ein Schul-Streik“, sagt Kamphuis, der das Konzept für den Freitag mit Annika Illig, Stine Blancke, Angelus Dreß und weiteren Mitschülern, mit Lehrerin Renate Killian und der Schulleitung entwickelt hat. „Wir zeigen, dass wir selbst die Initiative ergreifen und nicht nur Forderungen stellen.“ Zudem gelinge es so, die gesamte Schule mit beiden Standorten einzubinden. „Bei der letzten Demonstration hat der Bürgermeister darauf hingewiesen, dass längst nicht alle Schüler des GZE dabei waren. Diesmal werden wir viel mehr sein.“

Eine Verpflichtung gibt es allerdings ausdrücklich nicht. Alle Eltern wurden über den Tag und den Hintergrund informiert“, betont Friedrich. Für die Kinder, deren Eltern nicht möchten, dass sie am Gang für die Umwelt teilnehmen, wird es eine Betreuung in der Schule geben.“

Zudem, so Friedrich, müsse er als Schulleiter auf das schulische Neutralitätsgebot achten. Parteipolitische Transparente, Parolen oder Aussagen seien deshalb nicht gestattet. Eltern und andere Personen seien zwar nicht ausdrücklich eingeladen, sich an dem Gang zu beteiligen, so Friedrich, allerdings handele es sich um eine Veranstaltung auf öffentlichem Grund. Parteipolitik möchte der Schulleiter aber auch von schulfremden Personen nicht während des Gangs für die Umwelt sehen.

Es seien im Übrigen ausdrücklich die Schüler gewesen, die sich eine Bildungsveranstaltung und ein sichtbares Zeichen in der Öffentlichkeit gewünscht hätten, sagte Friedrich. Zudem hätten auch Kollegen und Eltern darauf gedrängt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Und schließlich sei das GZE Unesco-Schule und „Umweltschule in Europa“ und deshalb generell dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet – auch wenn das im Alltag nicht immer allen Schülern deutlich werde. „Dieser Tag ist eine Gelegenheit, viele Schüler bei diesem Thema mitzunehmen.“

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
Rufen Sie mich an:
04403 9988 2630
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.