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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Museum: Bad Zwischenahn ist nun in Ostfriesland

22.07.2017

Bad Zwischenahn /Leer Das Bad Zwischenahner Meer, die Zwillingsvillen, Dreibergen, der Wasserturm, der Zwischenahner Bahnhof und das Polizeikommissariat stehen jetzt in Ostfriesland. Genau genommen im Leeraner Miniaturmuseum. Dort kann man in kurzer Zeit den ganzen Kurort erkunden. Auch die Wege zwischen den Orten und Sehenswürdigkeiten liegen im Museum nur wenige Meter auseinander. Zusammen mit der Stadt Oldenburg steht Bad Zwischenahn auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern. Figürchen, Bäume, Büsche, Straßen und Autos sind inmitten der bekannten Gebäude zu erkennen.

Versteckt in dem Miniaturland sind kleine Szenarien, die zum Beispiel einen in Brand geratenen Lkw auf einem Parkplatz zeigen. Die Besucher sind eingeladen, diese kleinen Schauplätze zu finden und zu erkunden. „Man muss Zeit mitbringen und auch Geduld“, sagt Jan-Christoph Kerski, der für den Verkauf und die Gastronomie im Miniaturland zuständig ist. Somit kann ein Durchgang durchs komplette Museum bis zu zweieinhalb Stunden dauern.

Zunächst fing alles mit der Darstellung Ostfrieslands an. In einer anderen Halle sind unter anderem Borkum, Norderney, Leer und Papenburg zu bewundern. Die Idee, eine Miniaturanlage zu gestalten, kam dem Inhaber und Initiator Wolfgang Teske (65) zum einen durch einen Fernsehbeitrag, in dem die Region von oben zu sehen war. Zum anderen hatte er durch einen Umzug seiner Softwarefirma auf dem neuen Gelände noch reichlich Platz für das Museum.

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„Und dann habe ich meiner Frau gesagt, ich baue Ostfriesland von oben.“

Gesagt, getan: Mittlerweile arbeiten 15 bis 20 Leute im Miniaturland, darunter Techniker und Modellbauer. Für die Techniker, die alles am Laufen halten, gibt es immer etwas zu tun. Sobald zum Beispiel ein Zug entgleist oder ein Fahrzeug liegen bleibt, leuchtet eine Meldung im Steuerungsraum auf und sie können einschreiten, bevor mehrere Autos und Lkw in der Modelllandschaft ineinander fahren, so Teske. „Wir arbeiten ja mit Spielzeug und das ist nicht dafür ausgelegt, acht Stunden am Tag in Betrieb zu sein“, sagt Kerski. Hier und da muss auch mal ein Akku gewechselt werden. Die gesamte Anlage läuft mit einem Softwareprogramm.

Alle Hände voll zu tun haben auch die Modellbauer. „Jedes Gebäude wird möglichst genau nachgebaut“, erklärt Modellbauer Mario Knappert. Der Inhaber des Museums hat in Aurich einen Modellbaubetrieb gepachtet, der die Bauwerke anfertigt.

Zahlen und Fakten zum Museum

Auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern ist die Miniaturlandschaft ausgestellt.

110 000 Figuren haben in dem Miniaturland ihr Zuhause.

7500 Gebäude werden in dem Museum im Maßstab 1:87 ausgestellt.

Insgesamt sind 400 000 Personenstunden Bauzeit in die Fertigstellung des Miniaturlandes geflossen.

Über 300 Schiffe stehen im Museum.

Zunächst wird überlegt, welche charakteristischen Ecken eines Ortes im Miniaturland widergespiegelt werden sollen. Mithilfe von eingescannten Fotos stellen die Profis in Aurich die Gebäude her. Laut Knappert fahren die Modellbauer auch mal zu den Sehenswürdigkeiten vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. In der Modellwerkstatt im Leeraner Miniaturland wird den Gebäuden dann Leben eingehaucht. Die Figuren, Bäume, Beleuchtungen werden vor Ort in die Schauplätze eingebaut.

Das Spannende an dem Job sind die individuellen Abschnitte der Anlage, berichtet der Modellbauer Knappert. Jedes Problem sei anders zu lösen, da jeder Ort seine speziellen Eigenschaften hat.

Modellzüge, fahrende Postautos und das Zwischenahner Meer mit der Weißen Flotte: Insgesamt hat es über ein Jahr gedauert, Bad Zwischenahn im Maßstab 1:87 in Leer aufzubauen. „Da habe ich auch Wert drauf gelegt“, so Teske, der selbst in Bad Zwischenahn lebt.

Obwohl Teile Oldenburgs inklusive Kramermarkt und Bahnhof schon von den Besuchern bewundert werden können, arbeiten die Modellbauer noch an anderen Stadtteilen. Danach soll dann Westerstede neben Bad Zwischenahn in Klein aufgebaut werden.

Teske betont, dass sich gerade an Regentagen ein Besuch lohnt. In diesem Jahr erwartet der Inhaber bis zu 100 000 Besucher. Für Erwachsene kostet der Eintritt 12 Euro, Kinder bis 14 Jahren zahlen 6 Euro. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt. Zu dem Miniaturland gehört auch eine 18-Loch-Minigolf-Anlage.


Mehr Infos unter   www.leeraner-miniaturland.de 
Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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