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Ausfahrt „Wechloy“ ist heute gesperrt
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Aktualisiert vor 4 Minuten.

A28 In Oldenburg
Ausfahrt „Wechloy“ ist heute gesperrt

NWZonline.de Region Ammerland Politik

Beförderung aus Lukaschenkos Büro

21.12.2017

Bad Zwischenahn /Minsk Gerhard Langner hat über Jahrzehnte unzählige Hilfsgüter und Spendengelder in den Weißrussischen Ort Mogilev gebracht. Unterstützt wurde er von vielen Menschen aus dem Ammerland und Oldenburg – die Geld- und Sachspenden müssen ja auch irgendwo her kommen.

Trotzdem bleibt seine Hilfsaktion im wesentlichen eine Ein-Mann-Veranstaltung, es gibt kein Büro, keine Organisation hinter Langner.

Dennoch ist der Kayhauser Tischlermeister für die Regierung im Weißrussischen Minks jetzt „der Leiter einer der großen deutschen Nichtregierungsorganisationen.“

Und mit dem will es sich diese Regierung offenbar nicht verscherzen. Dass Langner bei seinem letzten Hilfstransport Ende Oktober mehrere Stunden an der Grenze auf die Abfertigung durch den Zoll warten musste, wirke sich „negativ auf das Image des belarussischen Staates und seiner Staatsstrukturen im Besonderen sowie auf die belarussisch-deutschen Beziehungen aus“, heißt es in einem Schreiben das direkt aus dem „Büro des Präsidenten der Republik Belarus“ an das regionale Exekutivkomitee von Mogilev ging. Die Stiftung „Hilfe für Belarus“ habe seit 2004 Hilfe in Höhe von mehr als 430 000 US-Dollar geleistet“ schreibt das Büro von Präsident Alexander Lukaschenko.

„Die Summe stimmt, sie ist wahrscheinlich sogar etwas höher“, sagt Langner. Trotzdem muss er lachen, wenn er über das Dokument spricht, dass ihm kurz nach seiner Rückkehr zugeschickt wurde. „In Weißrussland kann sich niemand vorstellen, dass ein einzelner Mensch so etwas auf die Beine stellen kann.“

Im übrigen habe es für die Wartezeit an der Grenze einen Grund gegeben. Die von ihm vorab nach Weißrussland geschickten Listen mit den Hilfsgütern seien von seinen Kontakten vor Ort falsch übersetzt und mit falschen Codenummern versehen worden. Die Zöllnerinnen, die hätten sich viel Arbeit gemacht, um diese Listen zu korrigieren, sagt Langner – eigentlich gab es also keinen Grund für besondere Aufregung. An bürokratische Auswüchse in Weißrussland ist Langner schon längst gewohnt.

Mit einem Kleinbus und einem Anhänger, vollgepackt mit Werkzeug, Schulmaterial Küchengeräten und Kleidung hatte er sich wieder einmal auf die 1700 Kilometer lange Fahrt gemacht. Bus und Anhänger blieben in Russland. Swetlana Masalzewa, Leiterin eines Altenheims in Mogilev konnte es gar nicht glauben, als Langner ihr sagte, dass der Bus künftig dazu dienen solle, die Bewohner des Heimes zu transportieren.

Auch schon dort spürte Langner eine verstärkte Aufmerksamkeit der Regierung aus Minsk. Zum ersten Mal kam ein Abgeordneter der Duma, des weißrussischen Parlaments, zu einer Spendenübergabe, Zeitung und Fernsehen berichteten.

Viel wichtiger als diese Aufmerksamkeit und der Brief aus Minsk ist Langner allerdings ein weiteres Schreiben, eine Weihnachtskarte, die ihn am Mittwoch aus Mogilev erreichte. Ein Kindergarten, den er bei seinem letzten Aufenthalt besucht hatte, bittet dringend um Hilfe und Unterstützung – und wird sie sicher bekommen. „Keine Mutter in Deutschland würde ihr Kind in so einer Einrichtung lassen“, so Langner. Kaputte Fenster, kaum Ausstattung – wie vielen öffentlichen Einrichtungen fehle es auch dem Kindergarten am Nötigsten. „Und aus Minsk kommt gar nichts“, so Langner.

Deshalb hofft er auch weiterhin auf seine alten und auf neue Unterstützer. Im kommenden Jahr will Langner zum ersten Mal nicht alleine nach Weißrussland fahren. Dann wird er einige Spender mitnehmen und ihnen zeigen, was ihre Hilfe schon bewirkt hat.

Christian Korte
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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