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NWZonline.de Region Ammerland Politik

„tiny Houses“ In Bad Zwischenahn: Mini-Häuser gegen Wohnungsmangel?

21.03.2019

Bad Zwischenahn Das Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises wird derzeit in allen Gemeinden diskutiert – so auch in Bad Zwischenahn. Im Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt stellte Daniel Hofmann, Geschäftsführer von Gewos, Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung die Ergebnisse der Studie im Bezug auf die Gemeinde vor.

Auf gutem Weg

Das kurze Fazit: Die Gemeinde ist in vielen Bereichen bereits auf einem guten Weg, zum Beispiel bei der Praxis, Wohnbaugrundstücke bevorzugt an die Einwohner der Gemeinde zu vergeben. Auch die im vergangenen Jahr eingeführte Checkliste, laut der bei der Ausweisung von Neubaugebieten diverse soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt werden sollen, weise in die richtige Richtung.

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Kreativität ist nicht alles

Viele Informationen von Hofmann bestätigten zudem bekannte Erkenntnisse: Etwa den starken Zuzug älterer Menschen in die Gemeinde, während jüngere sie eher verlassen und anderswo nach Wohnraum suchen.

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Die größte Herausforderung, wie überall im Ammerland, ist der Mangel, ja sogar der Schwund bei günstigen, geförderten Wohnungen. Das Wohnraumkonzept ist ein Schritt auf dem Weg, diesem Mangel entgegen zu wirken, denn es ist die Grundlage für die Förderung von vergünstigtem Wohnraum durch die NBank des Landes Niedersachsen. Auf welchen Wegen die Gemeinde jetzt Einfluss auf die Schaffung von gefördertem Wohnraum nehmen könne, wollte Frank Arntjen (SPD) wissen. Da die Gemeinde wohl nicht selbst bauen werde, so Hofmann, könne sie beim Verkauf von Bauland und bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne entsprechende Vorgaben machen um einen Teil der Flächen für den geförderten Wohnungsbau zu reservieren.

Die Annahme, die Gemeinde Bad Zwischenahn werde und solle nicht selbst bauen, zog Ludger Schlüter (Grüne) in Zweifel. Er beantragte sogar, konkret über die Gründung einer eigenen Bad Zwischenahner Wohnungsbaugesellschaft zu beraten.

Dafür gebe es die Ammerländer Wohnungsbau, an der schließlich auch die Gemeinde Bad Zwischenahn beteiligt sei, entgegnete Maria Bruns (CDU). Allerdings werde die Ammerländer Wohnungsbau nur dann bauen, wenn die Gemeinde den Preis entsprechend anpasse. Und die Politik müsse dann auch bereit sein, sich gegen Widerstand, aus der jeweiligen Nachbarschaft durchzusetzen.

Preisbindung verlängern

Nach der Möglichkeit einer Verlängerung der Mietpreisbindung bestehender Wohnungen fragte Peter Wengelowski (SPD). Das, so Hofmann, sei grundsätzlich möglich, wenn man den Besitzern einen entsprechenden finanziellen Ausgleich biete. Bei privaten Besitzern sei das in der Regel schwierig, einfacher zu erreichen sei es bei öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften. Eine solche Kompensation für Eigentümer könne günstiger sein als der Neubau, so Hofmann.

Auch die CDU kündigte in der Diskussion noch einen Antrag an. Sie wünsche sich eine Prüfung, ob die Gemeinde Flächen für den Bau sogenannter „Tiny Houses“, also von Mini-Häusern anbieten könne. So könne günstiger Wohnraum geschaffen werden, der im Zweifelsfall auch noch mobil sei, argumentierte Ulf Burmeister. Bisher hätten eher Großstädte diesen Weg beschritten, entgegnete Hofmann, in ländlichen Gemeinden sei das eher ungewöhnlich. Sein Institut würde einen entsprechenden Versuch aber sicher gerne begleiten und auswerten.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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