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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Tagesmütter warten weiter

12.09.2018

Bad Zwischenahn Die Arbeitsgemeinschaft Zwischenahner Tagesmütter muss weiter auf eine Vertretungslösung warten. Eine eigens einberufene Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie und Soziales am Montagabend brachte keine Lösung.

Zur Erinnerung: Die acht in der AG organisierten Zwischenahner Tagesmütter wünschen sich einen Vertretungsstützpunkt mit zwei festen Vertretungskräften, die im Fall einer Erkrankung einspringen können. Tage, an denen keine Vertretung gebraucht werden, würden für Besuche der Gruppen im Stützpunkt genutzt. Eingerichtet werden sollte der Stützpunkt im Dorfgemeinschaftshaus Kayhauserfeld.

Der Landkreis, der für die Tagesmütter zuständig ist, lehnt eine Lösung nur für die in der AG engagierten Zwischenahner Tagesmütter allerdings als „Insellösung“ ab. Er setzt stattdessen darauf, dass die Tagesmütter dafür bezahlt werden, dass sie freie Plätze vorhalten, die dann belegt werden, wenn eine Tagesmutter krank wird. Parallel zu den Gesprächen über eine Vertretungslösung laufen ohnehin Verhandlungen darüber, den Gemeinden die Verantwortung für die Tagesmütter zu übertragen. Vor diesem Hintergrund hatte die Zwischenahner Kommunalpolitik darüber diskutiert, ob die Gemeinde den Vertretungsstützpunkt finanzieren könnte.

Allerdings funkte auch hier in einem entscheidenden Punkt der Landkreis dazwischen: Im derzeitigen Zustand gebe es für das Dorfgemeinschaftshaus keine Genehmigung als Vertretungsstützpunkt, erläuterte Amtsleiterin Marianne Wagenaar im Ausschuss. Der Kreis bemängele den Brandschutz, einen fehlenden zweiten Fluchtweg und mangelnde Sanitätereinrichtungen im Obergeschoss, wo die Kinder betreut werden sollten. Allein der zweite Fluchtweg würde rund 40 000 Euro kosten. Weitere Investitionen waren noch nicht berechnet.

Für die Haltung des Landkreises gab es im Ausschuss wenig Verständnis. Das Modell des Freihalteplatzes koste die Tagesmütter Geld und den Kreis dringend benötigte Plätze in der Tagespflege, monierte Michael Cordes (FDP). Auch ein Modell mit Springer-Kräften, die als Vertretung in den Räumen der Tagesmütter einspringen könnten, lehnte er ab. „Wer bringt sein Kind in einen kranken Haushalt?“, fragte er. Wenn das Dorfgemeinschaftshaus nicht in Frage komme, müssten andere Räume gesucht werden. Das sah auch Georg Köster (Grüne) so.

Für einen Modellversuch oder Test seien die Kosten für den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses nicht gerechtfertigt, argumentierte Henning Dierks (SPD). Er plädierte auch dafür, die beiden Alternativ-Modelle noch einmal zu prüfen. „Wenn die finanziellen Verluste ausgeglichen würden, könnte ein Freiplatz-Modell funktionieren“, meinte er.

Kirsten Schwengels und Frank Martin (CDU) wünschten sich, dass die Tagesmütter noch einmal mit ihren Kolleginnen in den anderen Ammerland-Gemeinden Kontakt aufnehmen. Auch dort rege sich Bedarf an einer Vertretungslösung, das sei auch ein Erfolg der Initiative aus Bad Zwischenahn.

„Wer etwas will, findet Lösungen, wer etwas nicht will, findet Gründe“, monierte Edgar Autenrieb, der als einziger größere Investitionen in Kayhauserfeld nicht sofort ausschloss. Im Vergleich zu Krippen-Neubauten seien die Investitionen dort ein Schnäppchen, meinte er. Diethard Dehnert (Die Zwischenahner) stellte die Frage, ob die Gemeinde nicht auf Fördermittel Zugriff haben könne.

„Vom Dorfgemeinschaftshaus sollten wir uns verabschieden“, sagte Bürgermeister Arno Schilling, die Gemeinde werde aber nach anderen Räumlichkeiten suchen und die Übernahme der Verantwortung für die Tagesmütter beim Kreis vorantreiben. Für die anwesenden Tagesmütter war das wenigstens eine gute Nachricht.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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