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Er ist neuer Präsident der Oldenburgischen Landschaft
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Aktualisiert vor 12 Minuten.

Prof. Dr. Uwe Meiners
Er ist neuer Präsident der Oldenburgischen Landschaft

NWZonline.de Region Ammerland Politik

Bücher als Mahnung für die Lebenden

22.04.2015

Edewecht Fritz Warnke, Jahrgang 1927, ist Weltkriegsteilnehmer. Im Spätherbst 1944 wurde der Bauernsohn, der in Neudorf im Netzekreis an der ehemals deutsch-polnischen Grenze aufwuchs, zur Luftwaffe eingezogen und nach der Grundausbildung zur Fallschirmjäger-Division überstellt. Flugzeuge gab es damals jedoch kaum noch. „So kam ich als Soldat zur Infanterie in die Niederlande und nach Ostfriesland, wo noch Kämpfe stattfanden. Damals gehörte ich zur 7. Fallschirmjäger-Division, die später nach Edewecht verlegt und dort fast völlig aufgerieben wurde.“

Fritz Warnke überlebte. Bei Kämpfen in Ostfriesland war seine Truppe versprengt worden. In Greetsiel erlebte Warnke am 5. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation, er kam in Pilsum kurz in Gefangenschaft, wurde nach Wilhelmshaven gebracht, dort im Juni 1945 entlassen. In die östliche Heimat konnte Warnke nicht zurück. So landete der 17-Jährige schließlich in Oldenburg und von dort aus im Ammerland, wo er seine spätere Ehefrau Elfriede Engelmann aus Edewecht kennen und lieben lernte. Das Paar heiratete 1948 und bekam zwei Kinder.

Der Zweite Weltkrieg ließ Warnke nie los, dafür hatte das Erlebte zu stark sein Leben geprägt. Seine Mutter und Schwester sah Warnke, dessen Vater 1941 mit 43 Jahren an einer Lungenentzündung starb, durch die Kriegswirren acht Jahre lang nicht. Im Januar 1945 hatten die Russen sein Heimatdorf besetzt. Über den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes erhielt Warnke schließlich 1946 ein Lebenszeichen von seiner Familie. Mutter und Schwester kamen 1952 über Dresden und das Vogtland in den Westen, die Großmutter sah er nicht mehr, sie starb 1952 in Oelsnitz.

„Für Heimatgeschichte habe ich mich immer interessiert“, sagt der Edewechter. Als Edewecht im Jahr 2000 sein 850-jähriges Bestehen feierte, nahm Warnke dieses zum Anlass, die „Ereignisse der schrecklichen Kriegstage im April 1945“ für die Nachwelt aufzuarbeiten. Das gestaltete sich schwieriger als erwartet, da es auf deutscher Seite wenig Unterlagen gab. Doch Warnkes Buch in Heftform „Der Brückenkopf Edewechterdamm– Die Kämpfe im Raum Edewecht im Jahr 1945“ erschien – 55 Jahre nach Kriegsende, im April 2000. Grundlage dafür bildeten Kriegstagebücher kanadischer Truppenteile sowie Kriegsbilder aus dem kanadischen National-Archiv in Ottawa, aber auch Aufzeichnungen deutscher Generäle, die diese nach Aufforderung der Alliierten gefertigt hatten sowie Auskünfte vieler Edewechter und ehemaliger Soldaten.

„Als Mahnung für die Zukunft, damit sich derartige Ereignisse nie wiederholen“, versteht Warnke sein Buch, dem zwei weitere folgten. 2004 erschien „Die Kriegszerstörungen in der Gemeinde Edewecht“, 2005 „Den Lebenden zur Mahnung – Die Toten der letzten Kriegstage im Ammerland April/Mai 1945“. „Mögen die vielen Kriegstoten unsere Nachwelt zum Nachdenken anregen, damit sie zu der Einsicht kommt, dass Kriege unbedingt vermieden werden müssen“, sagt der Autor über den Krieg und seine Werke, die nach wie vor erhältlich sind (Telefon   04405/8101).

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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