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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren
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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren

NWZonline.de Region Ammerland Politik

So wird Integration möglich

02.10.2018

Edewecht „Unser Ziel ist es, dass wir uns überflüssig machen“, sagt Hella Fittje-Oltmanns. Sie hat das Internationale Begegnungscafé in Edewecht ins Leben gerufen. Entstanden ist die Idee beim Runden Tisch für Migrationsarbeit in Edewecht.

Noch vor zwei Jahren war das Café im Haus der Begegnung jede Woche sehr gut besucht. Manchmal waren mehr als 200 Menschen da. Mittlerweile sind es weniger geworden. Woran das liegt, fasst der ehrenamtliche Helfer Reinhold Wiehebrink zusammen: Einige gingen zur Schule, einige machten eine Ausbildung, einige seien zum Studieren weggezogen und einige arbeiteten. „Um 15 Uhr hier zu sein, das schaffen die meisten nicht“, weiß er. Erst ab 16 Uhr füllt sich der Raum zunehmend. „Und in den Ferien ist hier auf einmal viel mehr los“, ergänzt Hella Fittje-Oltmanns. Denn auch, wenn viele die Hilfen nicht mehr benötigen, zum Begegnungscafé kämen sie immer wieder gern.

Jack Morin, ebenfalls einer der Ehrenamtlichen, hat viele Erfolgsgeschichten bei den Flüchtlingen erlebt, darunter die des 19-jährigen Souaibou Diallo aus Guinea in Afrika. 2015 musste dieser seine Heimat verlassen, nachdem sein Vater ermordet worden war. Souaibou Diallos Mutter schickte ihren Sohn aus Angst um seine Sicherheit fort. Zwei Jahre war Souaibou Diallo auf der Flucht, bevor er nach Deutschland gelangte. Bis heute habe er keine Möglichkeit, mit seiner Mutter Kontakt aufzunehmen.

„Viele Geflüchtete haben keinen Kontakt zu ihren Angehörigen, die zurückgeblieben sind“, sagt Jack Morin. Vor allem Flüchtlinge aus Afrika wüssten häufig nicht, wie es ihren Familien und Freunden ginge. Souaibou Diallo habe Deutsch gelernt und ein Praktikum bei einem Hörgeräteakustiker gemacht. Im Dezember möchte er seine Prüfung für den Hauptschulabschluss ablegen.

Auch viele andere Flüchtlinge, die in der Gemeinde leben, hatten vor ihrer Flucht keine Deutschkenntnisse, sondern haben sie hier erst erworben. Darunter seien manche, die in ihrer Heimat nur ein paar Jahre oder nie eine Schule besucht hätten und allesamt die deutsche Sprache mittlerweile sehr gut beherrschten, ist Morin beeindruckt.

Nicht nur Deutschkurse hat der Runde Tisch in den vergangenen Jahren angeboten. In speziell ausgerichteten Schulungen konnten Frauen zum Beispiel Fahrrad fahren lernen. Durch finanzielle Unterstützung, unter anderem von der evangelisch-lutherischen Kirche, konnten Fahrräder und Fahrradanhänger für die Frauen besorgt werden. So waren sie so mobil, dass sie mit ihren Kindern zu Deutschkursen fahren konnten.

Schwimmkurse wurden auch angeboten. „Die Erfahrungen, die die Menschen häufig gemacht haben, motivieren sie besonders“, sagt Jack Morin. Denn viele von ihnen seien über das Wasser nach Europa geflohen – ohne, dass sie schwimmen konnten.

Seit Februar 2015 ist jeder, egal ob Geflüchteter oder nicht, am Dienstagnachmittag zwischen 15 und 17 Uhr im Begegnungscafé willkommen. Jede Woche gibt es Kaffee und Tee sowie Kuchen, der von der Edewechter Bäckerei Lohmann gespendet wird. In einem separaten Raum können Kinder unter Aufsicht spielen.

Immer noch sind die Helfer hoch motiviert, um Flüchtlingen die Integration zu erleichtern. Doch in manchen Fällen wünschen sie sich professionelle Unterstützung, zum Beispiel von Sozialarbeitern. Das sei besonders der Fall bei den Flüchtlingen, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. „Damit sind wir als Ehrenamtliche schlicht überfordert“, sagt Reinhold Wiehebrink.

Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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