• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Tennishalle in Westerstede brennt
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 6 Minuten.

Türen Und Fenster Geschlossen Halten
Tennishalle in Westerstede brennt

NWZonline.de Region Ammerland Politik

Erinnerungen auf edlem Papier

27.04.2019

Edewecht Seit Anfang des dritten Jahrtausends hat auch die Gemeinde Edewecht ihr erstes goldenes Buch. „Vorher hat es leider keins gegeben“, sagt Bürgermeisterin Petra Lausch. Seitdem haben die unterschiedlichsten Menschen ihre Unterschriften nebst warmen Worten hinterlassen – selten in Schönschrift. Erfolgreiche Politiker, Künstler und Sportler finden sich darunter, aber auch Personen, die man nicht erwarten würde. Es stellt sich also die Frage: Was muss man tun, um eines Eintrags würdig zu sein, und kann ein solcher auch wieder getilgt werden?

Der erste Eintrag ist datiert auf den 20. Januar 2001. Dem damaligen Gemeindedirektor und dem Bürgermeister der brandenburgischen Partnerstadt Wusterhausen/Dosse gebührte die Ehre, die Seite Eins signieren zu dürfen. Kurz darauf unterzeichneten der damalige Edewechter Gemeinderat sowie die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung das kostbare Papier.

Edewecht international

Das legt den Gedanken nahe, dass man nicht zwangsläufig berühmt sein muss, um sich in Edewechts goldenes Buch eintragen zu dürfen. „Es ist ein Buch der Begegnung“, erklärt Lausch, „das nicht nur im Rathaus liegt, sondern umherwandert, zu Veranstaltungen zum Beispiel, oder das an Schulen mitgenommen wird“. So zeugen französischsprachige Einträge von Schüleraustauschen, deren Teilnehmer auf diese Weise Wertschätzung erfahren durften.

Aber nicht nur Frankreich ist vertreten. Eine Wirtschafts-Delegation aus Japan ist dabei, englischsprachige Künstler oder ein Chor aus Namibia. Hinzu kommen Menschen aus Polen, Kanada oder Neuseeland – es geht international zu in Edewecht.

Die meisten Unterzeichner fanden wenigstens ein paar, manche auch viele nette Worte, um ihrerseits Danke zu sagen. Vereinzelt, wie im Falle der ehemaligen niedersächsischen Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann, verblieb jedoch das Autogramm als einzige Erinnerung. „Wir sind froh, dankbar und auch ein bisschen stolz, dass so viele verschiedene Leute in dem Buch sind“, sagt Petra Lausch.

Viele Preisträger

Doch welches sind die prominentesten Namen in Edewechts goldenem Buch? Bekannte Name sind zahlreich vertreten: Uschi Nerke, erste Moderatorin des Beat-Clubs. Die Journalistin und Autorin Wibke Bruhns, Thorsten May, Box-Olympiasieger von 1992. Oder Autorin Gisa Pauly. Schauspieler und Autor Hardy Krüger fand mit Frau Anita den Weg in die Gemeinde – und mit kurzen Statements auch ins goldene Buch. „Auf Wiedersehen“ schrieb der Golden-Globe-Gewinner von 1966, die Fotografin und Autorin Anita Krüger hinterließ „Best Wishes“, also beste Wünsche. Dr. Henning Scherf, Bremens Ex-Bürgermeister und -Senatspräsident, freute sich bei seinem ersten Besuch in „dieser schönen Gemeinde“ darauf, nun endlich „die Metropolregion Bremen-Oldenburg zu entwickeln“. Und Liedermacherin Bettina Wegner („Sind so kleine Hände“) lobte das „wundervolle Publikum“.

Pleitgen, Zabel, du Mont, Netenjakob & Co.

Die Liste der großen Namen ist lang: Die Schauspieler und Bambi-Gewinner Ulrich Pleitgen und Sky du Mont, das Radrenn-Team „Milram“ mit Erik Zabel, der Kabarettist und Grimme-Preis-Träger Moritz Netenjakob und und und. „Besonders beeindruckt hat mich Sandra Lüpkes, weil sie fantastisch gelesen und musiziert hat“, sagt Petra Lausch. Ebenso Politiker Egon Bahr, der eindrücklich seine Erfahrungen aus dem Krieg geschildert hat. „Leider ist er nicht im goldenen Buch. Ich weiß gar nicht mehr, warum.“

Kann es denn passieren, dass jemand aus dem Buch wieder entfernt werden muss? „Bisher ist noch niemand dabei mit einer Vergangenheit“, sagt Lausch, „zumindest keiner, von dem wir es wüssten“. Ob die Person dann tatsächlich aus dem goldenen Buch gekegelt würde oder nicht, sei vom Einzelfall abhängig, sagt Lausch. Schließlich sei es ja ein Zeitdokument. Aber es gibt auch ein rein technisches Problem dabei: „Wegen der Bindung des Buchs könnte man eine Seite gar nicht einfach so heraustrennen.“

Vision Großveranstaltung

Gibt es denn jemanden, der noch fehlt in diesem Buch? „Oh ja“, sagt die Bürgermeisterin. „Wir haben mal Sängerin Adele („Rolling in the Deep“) für ein Konzert angefragt, aber das scheiterte schon an den Sicherheitsstandards.“ Ein großes Open Air, sagt sie, wäre mal schön. „Auch Johannes Oerding haben wir probiert.“ Häufig komme den Plänen auch der Gebietsschutz in die Quere, was bedeute, dass Künstler in einem bestimmten Umkreis nur einmal aufträten. „Aber vielleicht gelingt es uns ja mal, etwas Größeres zu machen“, hofft Lausch.

Was sie immer wieder erfährt: „Keiner hat Edewecht so wirklich auf dem Schirm, aber viele loben, dass sie hier auf ein sehr kulturaffines Publikum treffen.“ Das freue die Gemeinde natürlich sehr. Der vorerst letzte Eintrag stammt vom Oldenburger Autor Hasnain Kazim, der sein Buch „Post von Karlheinz“ vorstellte und zur Diskussion einlud. Er stammt vom 8. April 2019.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2612
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.