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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Ratsbeschluss In Bad Zwischenahn: Das wird aus ehemaligem Bundeswehrgelände

03.03.2016

Bad Zwischenahn Es schien eine niemals enden wollende Geschichte zu werden – die Nachnutzung des ehemaligen Bundeswehrgeländes in Rostrup. Viele Ideen wurden in den vergangenen Jahren entwickelt, Pläne erarbeitet und wieder verworfen. Bei der Ratssitzung am Dienstag in Kayhauserfeld wurde – wie berichtet – mit großer Mehrheit eine Bauleitplanung für das 38,5 Hektar große Gelände auf dem Weg gebracht und das Eckwertepapier, das Grundlagen für die Nachnutzung des Areals enthält, um den Bereich „Wohnbebauung“ erweitert. Die Verwaltung soll nun die baurechtlichen Grundlagen für das Gelände erarbeiten, deren Eigentümerin die Gesellschaft „Palais am Meer“ ist. Ausgehandelt worden war, dass die Gemeinde einen Teil der Flächen kaufen kann. Entstehen soll ein Mix aus Hotel, Ferienhäusern, Wohnbebauung und Grünflächen (Infokasten). Ein Infoabend zu den Planungen soll nach Ostern stattfinden.

Fast zwei Stunden hatte der Rat das Thema kontrovers diskutiert. Von einer richtungsweisenden Entscheidung sprach CDU-Ratsherr Dr. Frank Martin. Die „Palais am Meer“ sei ein schwieriger Verhandlungspartner, dank der guten Verwaltungsarbeit habe man einen guten Kompromiss gefunden. Von der Mischung Tourismus, Wohnen und Landschaft profitierten viele. Wichtig sei es, im städtebaulichen Vertrag die Details ohne Interpretationsraum festzuschreiben.

Die CDU habe dafür gekämpft, dass touristische Einrichtungen auf dem Gelände näher am Ufer entstehen könnten, so Maria Bruns (CDU). Dafür gäbe es keine Mehrheit. Vielerorts steige die Zahl der Betten, in Bad Zwischenahn nicht, der Ort brauche weitere Hotelbetten. Als „Erfolg für Rostrup, das sich durch die Investitionen weiter positiv entwickle“ bezeichnete Peter Kellermann-Schmidt (CDU) die Planung.

Für die SPD sagte Henning Dierks, dass die Flüchtlingsströme dazu führten, dass man verstärkt Wohnraum benötige. Deshalb sei es sinnvoll, das Eckwertepapier um diesen Bereich zu erweitern. Die Planung, die auch dank des großen Bürgermeister-Engagements entstanden sei, werde Rostrup, das den Status Erholungsort verlor, wieder attraktiver machen. Jan Hullmann (UWG) sagte, dass man mit der Bauleitplanung für das Gelände nur einen Kurs abstecke, vieles müsse noch geklärt werden müsse. Dr. Hans-Herbert Witt (FDP) führte aus, dass er grundsätzlich Wohnbebauung auf dem Gelände begrüße, aber sie seiner Ansicht dort zu stark ausgeprägt sei. Witt forderte einen Masterplan für bezahlbaren Wohnraum am Meer.

Unterschiedliche Auffassungen gab es bei der Gruppe Grüne/Janßen. Bernd Janßen, der eine Urlaubsanlage für Demenzkranke und deren Angehörige favorisiert hatte, sprach von einer 08/15-Planung. Ludger Schlüter (Grüne) hält die Planung, bei der Tourismus, aber auch Natur und Landschaft profitierten, für einen Schritt in die richtige Richtung. Viele positive Aspekte (wie z.B. ein unbebautes Meerufer, der Verzicht auf eine gigantische Bettenburg) sah Georg Köster (Grüne).

Edgar Autenrieb (Grüne) kritisierte unter anderem, dass die Öffentlichkeit die Planung nicht intensiv diskutieren konnte und das Projekt durchgepeitscht werden solle. Bürgermeister Dr. Arno Schilling wies das zurück. Eine Bauleitplanung sei ein Verfahren, bei dem die Öffentlichkeit selbstverständlich eingebunden werde, das Verfahren sei nur ein erster Schritt eines langen Weges.

Hier finden Sie ein Spezial zum Thema.

„Dauerwohnen wird auf dem Gelände nicht erlaubt“

Die Eckpunkte der Planung stellte Carsten Meyer, Fachbereichsleiter der Zwischenahner Bauverwaltung, in der Ratssitzung vor. Er erläuterte, dass das 38,5 Hektar große Gelände in verschiedene Flächen mit unterschiedlichen Nutzungen aufgeteilt werden solle. Geplant sei ein Familien- und Tagungshotel mit maximal 240 Betten (in maximal 120 Zimmern), das zuerst gebaut werde. Entstehen sollten zudem 35 Ferienhäuser mit 80 bzw. 100 Quadratmetern Grundfläche. Dauerhaftes Wohnen im Hotel oder in den Ferienhäusern solle ausgeschlossen werden. Geplant sei zudem zweigeschossige Wohnbebauung zwischen Bachstelzenweg und Elmendorfer Straße.

Die Gemeinde wolle für einen symbolischen Betrag eine rund 16,5 Hektar große Fläche von der „Palais am Meer“ kaufen, auf der die ehemaligen Klinikgebäude stünden. Dieses Gelände direkt am Meer solle altlastenfrei und ohne Gebäude übergeben werden. So würde zwischen Bachstelzenweg und Meerufer das Landschaftsschutzgebiet noch erweitert werden können. Die Grünflächen sollen künftig durch ein Wegenetz öffentlich zugänglich sein. „Palais am Meer“ behalte das frühere Offiziersheim mit Lehrsaalgebäude.

Darüber hinaus will die Gemeinde eine 2,4 Hektar große Fläche von der „Palais am Meer“ erwerben, auf der sich unter anderem das ehemalige Schwesternwohnheim befindet. Auch dieses Gelände solle, so Meyer, altlastenfrei und ohne Gebäude (bis auf das bereits angepachtete Schwesternwohnheim, in dem bald Flüchtlinge untergebracht werden) übergeben werden. Durch die Ausweisung dieser Fläche als Bauland wolle man die Ausgaben kompensieren.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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