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NWZonline.de Region Ammerland Politik

„Gegenargumente für Windpark nicht berücksichtigt“

28.11.2016

Wittenberge „Diese ganze Inszenierung war zeitweise eine groteske Komödie, die uns sehr wütend gemacht hat.“ Das sagte Waltraut Frerichs, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative (BI) Lohorst/Wittenberge/Rothenmethen/Kammersand, nach einem Anhörungstermin zum geplanten Windpark Kammersand in Cloppenburg. Gegen den Bau von sechs geplanten jeweils 200 Meter hohen, Windkraftanlagen bei Harkebrügge kämpft die BI seit langem.

Sieben Stunden wurden die Argumente erörtert, heißt es in einer Mitteilung der BI. Rund 900 Eingaben habe es zum Genehmigungsverfahren der Windkraftanlagen am Loher Forst gegeben. Für die BI war die Sitzung sehr enttäuschend verlaufen, weil aus ihrer Sicht viele Argumente vom Tisch gefegt, nicht ausreichend oder gar nicht berücksichtigt wurden. So habe man den Einwand, dass zwischen dem bestehenden Windpark „Hübscher Berg“ und dem geplanten Windpark Kammersand ein viel zu geringer Abstand bestünde und die Bürger in diesem Raum von Windkraftanlagen „umzingelt“ sein würden, nicht akzeptiert. Hier sah der Landkreis Cloppenburg keinen Verstoß, weil es zu Abständen zwischen Windparks keine rechtliche Regelung gäbe.

Auch der Einwand, dass die sich ständig drehenden Rotoren eine erhebliche optische Beeinträchtigung des „Wurnbarg-Geländes“ des Schepser Heimatvereins zur Folge hätte, sei abgebügelt worden mit dem Hinweis, dass das Heimatmuseum zwei Kilometer entfernt läge und somit nicht betroffen sei. Und für die in Wittenberge wohnenden Bürger biete der Loher Forst genügend Sichtschutz.

Ein Vertreter der Firma Enercon antwortete auf die Erfahrungen von Windpark-Anliegern mit Brummtönen im ganzen Haus, dass er nicht glaube, dass die Eigenschwingungen der Windkraftanlagen bei einer Entfernung von 600 Metern noch messbar seien.

Erhebliche Unterschiede gab es auch in der Bewertung des Aufkommens diverser Vogelarten, aus BI-Sicht wurden diese nicht sachgerecht kartiert. Viele Greifvögel sowie überfliegende Gänse und Kraniche seien durch die Windkraftanlagen gefährdet, obendrein sei der Kammersand ein internationales Rastgebiet für Tundrasaatgänse.

Auf die Frage, wann mit einer Entscheidung des Landkreises zu rechnen sei, hieß es, dass der Landkreis Cloppenburg derzeit drei Windparks bearbeite, die man dieses Jahr noch genehmigen wolle. Für die BI stellt sich jetzt die Frage, ob sach- und fachgerechte Aspekte ausreichend berücksichtigt werden.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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