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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Eine Unterschrift als Versprechen

28.11.2018

Hahn-Lehmden „Ich habe alles getan, was in meiner Macht steht“, sagte Renate Bolte am Montagabend im Hahn-Lehmder Feuerwehrhaus. Damit meinte die 69-Jährige die Unterschriftenlisten, die sie in der vergangenen Woche in allen Geschäften in Hahn-Lehmden ausgelegt hat. Sie möchte darauf aufmerksam machen, dass die einzige Hausarztpraxis im Rasteder Norden zum Ende des Jahres schließt – ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Ziel der Aktion ist es, ein Signal zu setzen und etwas in Bewegung zu bringen, wie die 69-Jährige sagt. Und das hat sie geschafft.

In Hahn-Lehmden kam sie mit Vertretern der Rasteder CDU-Ratsfraktion zusammen, um über die Problematik zu sprechen. Auch CDU-Bürgermeisterkandidat Alexander von Essen war dabei. Allesamt unterschrieben Renate Boltes Liste und machten deutlich: „Wir möchten der Diskussion nicht von außen zugucken, sondern etwas bewirken“, wie Susanne Lamers, Vorsitzende der Rasteder CDU-Ratsfraktion, sagte. Durch die Bemühungen Renate Boltes sei das akute Problem des Landärztemangels in den Fokus geraten.

Sorge um Infrastruktur

Hausarzt Wolf-Dietmar Röcher hat angekündigt, dass er seine Praxis in Hahn-Lehmden zum 31. Dezember dieses Jahres schließen wird.Findet sich kein Nachfolger, dann verfällt die Zulassung. Dann wäre es mit der ärztlichen Versorgung im Ort dahin. Vor allem ältere Mitbürger würden dadurch benachteiligt, weil sie nicht mehr die Möglichkeit hätten, in kurzer Zeit einen Arzt zu erreichen. Sie müssten nach Rastede, Wiefelstede oder Jaderberg fahren. Hinzu kommt, so befürchtet Renate Bolte, dass auch die Apotheke im Ort schließen könnte, wenn es keinen Hausarzt mehr gibt.

Antrag an Bürgermeister

Die Ratsfraktion wolle einen Antrag an Bürgermeister Dieter von Essen einreichen und sich einsetzen. Drei Punkte hält die CDU demnach für besonders entscheidend. Erstens wolle man einen Runden Tisch mit der Gemeindeverwaltung und den Rasteder Ärzten initiieren. „Vielleicht könnte man die Ärzte davon überzeugen, zumindest vorübergehend eine Zweitpraxis in Hahn-Lehmden zu eröffnen, damit die Zulassung nicht verloren geht“, sagte Lamers.

Zweitens müsse die Gemeinde Gespräche mit Investoren führen, oder selbst als Investor auftreten, um Praxisräume zu schaffen. Denn die Räumlichkeiten von Wolf-Dietmar Röcher stünden nicht zur Verfügung. Diesbezüglich regt sich auch im Ort etwas. Heiko Menke, dem der Kraftfahrzeug-Handel in Hahn-Lehmden gehört, bietet sich an. Er baut ein neues Gebäude an der Ecke Wilhelmshavener Straße/Zum Haltepunkt, das gewerblich genutzt werden soll. „Die Räumlichkeiten wären vorhanden. Es muss nur erstmal ein Arzt da sein“, sagte Menke.

Drittens möchte die CDU bei der Gemeinde beantragen, Fördermöglichkeiten der Wirtschaftsförderung der Gemeinde und des Landkreises Ammerland zu prüfen. Dadurch könne die Attraktivität des Standortes gesteigert werden. „Wenn man den Ärzten den Weg erleichtert, dann gehen sie ihn auch eher“, so die Vorsitzende Lamers.

Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für eine Hausarztpraxis im Ort zu schaffen. „Nicht nur Hahn-Lehmden ist vom Ärztemangel betroffen. Natürlich können wir keinen Arzt zwingen, hier zu arbeiten, es muss aber Handlungsmöglichkeiten geben“, äußerte sich Bürgermeisterkandidat Alexander von Essen.

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