• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Sperrung der A29 in Oldenburg
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 3 Minuten.

Unfall Mit Mehreren Fahrzeugen
Sperrung der A29 in Oldenburg

NWZonline.de Region Ammerland Politik

„Identitätspunkt“ Freibad unterschätzt

23.03.2013

Neuenkruge Der Schrecken saß tief im „Schicksalsjahr“ 2007 in Neuenkruge und Umgebung, als die Gemeindeverwaltung in Wiefelstede Ende Januar ankündigte, aus Kostengründen eine Schließung des Neuenkruger Freibades zu empfehlen. Die nach Aussage zweier Gutachterbüros notwendige Anschaffung einer neuen Filteranlage fürs Bad hätte 60 000 bis 70 000 Euro gekostet, die Gutachter errechneten gar Folgeinvestitionen zur Gewährleistung einer guten Wasserqualität in Höhe von 500 000 Euro. Das Bad gibt es jedoch noch heute, und am 11. und 12. Mai soll – wie berichtet – das 50-jährige Bestehen gefeiert werden.

Die Ankündigung der Gemeinde zeigte 2007 Wirkung – jedoch anders, als es die Verwaltung erwartet hatte. Anlässlich einer Anliegerversammlung am Montag, 12. Februar 2007, im Landgasthof „Zur Mühle“ kamen so viele Menschen, die sich für den Erhalt des Bades aussprachen, dass der Saal aus allen Nähten platzte. Angesichts dieses Zustroms von Unterstützern fiel nicht nur der Vorsitzenden des Ortsbürgervereins Neuenkruge und Umgebung, Traute Stamer, an jenem Abend ein Stein vom Herzen. Im Gespräch mit der NWZ  hatte sie vorher betont, dass die Neuenkruger seit Jahren beträchtliche Eigenleistungen erbrächten, um die Kosten für die Unterhaltung des Bades so gering wie möglich zu halten. Dieses Bürgerengagement sei vorbildlich und dürfe nicht durch eine voreilige Entscheidung bestraft werden. Zudem zweifelten die Neuenkruger die geschätzte Höhe der Kosten für eine neue Filteranlage an. Es war dann aber letztlich der massive Protest, der die Entscheidung brachte.

Einen Tag nach der so gut besuchten Versammlung war klar: Auch SPD und Grüne würden – wie CDU, FDP und UWG bereits am Versammlungsabend – die Fortführung des Freibades mit tragen. SPD-Fraktionssprecher Jörg Weden räumte damals ein, die Fraktion habe vielleicht unterschätzt, dass das Freibad „einen so starken Identitätspunkt für die Bevölkerung darstellt“. Letztlich kostete der Einbau eines gebrauchten, voll intakten Kunststofffilters etwa 60 000 Euro – auch dank der Eigenleistungen der Neuenkruger.

Die hatten übrigens auch im Jahr 1963 entscheidend dazu beigetragen, dass ein Freibad realisiert werden konnte – zu einer Zeit, als es noch nicht einmal in Wiefelstede eines gab. Für etwa 70 000 DM entstand in Neuenkruge ein „Lehrschwimmbecken“ mit einer Größe von 16 zwei Drittel mal 10 Metern samt Nebenanlagen. Mit einem Zuschuss des Landes in Höhe von 20 000 DM an den Neuenkruger Turnerbund für seine Arbeit wurde damals der Grundstein für das Bad gelegt. Und neben den Geldgebern war es die tatkräftige Unterstützung durch den Neuenkruger Turnerbund und des ganzen Dorfes und seiner Umgebung, die den Bau ermöglicht hatte. Das soll auch eine Chronik zeigen, die derzeit in Neuenkruge vorbereitet wird.

Anlässlich der Eröffnung des Bades hatte Günther Lüschen, der die Idee zum Bau eines Bades einbrachte, erklärt: „Es wird sich immer eindringlicher die Frage erheben, ob es sich noch lohnt, auf dem Lande zu bleiben. Das Ja oder Nein wird sehr wesentlich auch von den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung abhängen, bei der dem Sport, ganz besonders aber dem Schwimmen, eine große Bedeutung zukommt.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.