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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Ärger über Baupläne in Ipwege

15.11.2018

Ipwege Alte Bäume, ausgedehnte Wiesen: Wenn Romy und Markus Geier aus dem Fenster schauen sehen sie Natur pur. Karfreitag zogen die beiden in das Einfamilienhaus in Ipwege ein, Hauptgrund für die Kaufentscheidung waren die Lage und der freie Blick in die Natur. Dass hinter ihrem neuen Zuhause ein neues Wohngebiet mit rund 50 Bauplätzen entstehen soll, das hatte ihnen niemand gesagt. Noch im vergangenen Jahr soll ihr Makler versichert haben, dass dort keine Bauvorhaben geplant seien. Im Haushaltsplan der Gemeinde war da längst Geld für das Wohngebiet eingeplant. „Vier Grundstücke sollen an unser Grundstück angrenzen“, schildert Markus Geier die Folgen des Baugebietes für seine Familie.

Um die aktuelle Nachfragesituation nach attraktiven Wohnbauflächen zu befriedigen, will die Gemeinde Rastede nördlich der Feldstraße in Ipwege weitere Baugrundstücke erschließen. Im Entwurf des Bebauungsplans, über den die Politik zurzeit berät, heißt es: „Das Plangebiet mit einer Flächengröße von ca. 6,3 Hektar soll angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Baugrundstücken für eine regionaltypische Einzel- und Doppelhausbebauung sowie in geringem Maße für Mehrfamilienhäusern den Bedarf decken.“

Ärger über Pläne

Romy und Markus Geier sind nicht die einzigen, die sich über die Pläne der Gemeinde ärgern. „Ich war völlig geschockt, als ich erfahren habe, dass hier ein Baugebiet entstehen soll“, sagt Martin Liebermann. Vor zehn Jahren kaufte er ein Haus an der Butjadinger Straße, direkt hinter seinem Garten liegen die Flächen, die nun bebaut werden sollen. Wegen der ländlichen Lage am Ortsrand hatte er sich damals entschieden, mit seiner Familie nach Ipwege zu ziehen. Seinen Sohn Silas zieht es häufig in die Natur: „Ich gehe aufs Feld und beobachte die Rehe“, erzählt der Zehnjährige.

Die Familien Liebermann und Geier haben inzwischen eine Petition im Internet gestartet und hoffen auf Unterstützer. Darin geht es nicht allein um das geplante Wohnbaugebiet in Ipwege, sondern generell um „ausufernde Bauvorhaben“ in der Gemeinde Rastede. Es würden schützenswerte Lebensräume für Flora und Fauna zerstört, die Folgen durch immer neue Baugebiete seien außerdem Lärm, hohe Emissionsbelastung, Überlastung der Straßen, Schulen und Kindergärten, heißt es in der Petition.

Unterstützung gefunden

Unterstützung haben die Anwohner an der Feldstraße bei den „Zukunftsbürgern für Rastede“ gefunden. Die Gruppe setzt sich für den Erhalt von Natur und Umwelt ein und fordert den Stopp von Neubaugebieten. „Ich wurde durch den Haushaltsplan 2017 darauf aufmerksam, dass hier in Ipwege etwas geplant ist“, sagt Henning Cordsen, Mitglied der „Zukunftsbürger“ und Anwohner in einer Seitenstraße der Feldstraße. Er verteilte Wurfzettel, informierte seine Nachbarn über die Pläne.

„Rastede wächst zu schnell“, sagt Cordsen mit Blick auf die Infrastruktur. Die Familien Liebermann und Geier sehen das ähnlich. Die Grundschule platzt aus allen Nähten, sagen sie und fragen sich, ob dort bald angebaut werden muss, wenn noch mehr junge Familien nach Wahnbek und Ipwege ziehen. Außerdem gebe es nur einen Supermarkt im Ort – den fast 15 Jahre alten NP-Markt.

Ein Kapazitätsproblem bei der Grundschule Wahnbek sieht die Gemeindeverwaltung indes nicht. „Es handelt sich um eine ehemalige Volksschule, da gibt es ausreichend Möglichkeiten“, sagt Gemeindesprecher Ralf Kobbe. 155 Schüler werden aktuell unterrichtet, bis auf den Jahrgang zwei werden alle Jahrgänge zweizügig geführt. In den Jahren von 2019 bis 2024 werden nach derzeitigem Stand jährlich zwischen 35 und 50 Schüler eingeschult. Zu- und Wegzüge seien da zwar noch nicht eingerechnet, Probleme sehe die Gemeindeverwaltung aber auch hier nicht, sagt Ralf Kobbe.

Einen zuletzt vorhandenen Engpass hat die Gemeinde indes gerade beseitigt. An der Sandbergstraße ist ein neuer Kindergarten entstanden und eine neue Kinderkrippe ist derzeit noch im Bau. Die Fertigstellung ist für Februar 2019 geplant. Und auch im geplanten Baugebiet nördlich der Feldstraße soll eine Kindertagesstätte gleich mit eingeplant werden.

Noch mehr Grundstücke?

Die Anwohner glauben derweil, dass nach den 50 geplanten Grundstücken nördlich der Feldstraße noch nicht Schluss ist. „Es sollen noch weitere 50 Grundstücke kommen“, sagt Cordsen. Darauf lasse zum einen der Umweltbericht schließen, der im Zuge des Verfahrens erstellt wurde. Untersucht wurde dort nämlich ein Gebiet, das bis an die Bebauung an der Wiemkenstraße heranreicht. Zum anderen sieht der Bebauungsplan zwei Stichstraßen vor, die in dieses Areal verlängert werden könnten. „Das ist Zukunftsmusik“, sagt indes Gemeindesprecher Kobbe. Eine politische Entscheidung gebe es dazu derzeit nicht.

Angesichts des Umweltberichts und der Stichstraßen glauben Anwohner wie die Familien Liebermann und Geier, dass ohnehin „schon alles in Stein gemeißelt“ ist. Im Zuge des Bauleitverfahrens haben sie zwar Stellungnahmen abgegeben, dass sie damit Einfluss nehmen können, bezweifeln sie jedoch. „Mich wundert die Selbstverständlichkeit, mit der das alles durchgewunken wird“, sagt Liebermann. Die geplanten Grundstücke sollen zudem eh schon alle reserviert sein. Dies verneint Kobbe jedoch vehement. „Es gibt keine Wartelisten für Bewerber und auch keine Zusagen.“


Die Petition finden Sie unter   www.openpetition.de/petition/online/ausufernde-bauvorhaben-in-rastede 
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Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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