• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Politik

Dorfentwicklung In Edewecht: Schandflecke mitten im Ortskern

25.04.2019

Jeddeloh I Etwa 1090 Menschen leben in Jeddeloh I, das von seinen Bewohnern als „Insel im Moor“ bezeichnet wird. Grund dafür: Der Esch, die mit 16 Metern höchste Erhebung Edewechts – eine eiszeitliche Ablagerung, um die herum ein Moor entstanden ist. Jeddeloh I gehört im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms zur Dorfregion Edewecht-Ost. Beim Dorfgespräch in Witte’s Gasthof ging es kürzlich darum, den Ist-Zustand des Dorfes zu bewerten und den Optimierungsbedarf zu thematisieren. Dabei standen vier Fragen im Fokus:

Warum leben Sie in Jeddeloh I?

„Viele leben hier schon seit Generationen“, weiß Klaus Kruse, „es ist ein sehr fester Stamm von Leuten, die hier leben“. Einen Vorteil sieht der 71-Jährige darin, dass es keinen zu großen Zuwachs gibt. „Der Wandel vollzieht sich langsam, sodass den Neuen ausreichend Zeit bleibt, sich zu integrieren.“

Ein weiterer Faktor ist das aktive Vereinsleben im Ort. Ob nun Sport, Gesang oder Taubenzucht, Modellbau, Landvolk oder Förderverein – und diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – vielerlei Interessen werden in Jeddeloh I vereinsmäßig bedient.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Ralf von Aschwege, 2. Vorsitzender des Ortsbürgervereins und Bezirksvorsteher, ergänzt: „Nachbarschaft ist hier wichtig. Die Hilfsbereitschaft ist groß.“ Hinzu käme die Vielzahl an Feiern wie Osterfeuer, Maibaumsetzen, Treckerfahrten, Plattdeutsch- und Spielnachmittage, die das Dorfleben abwechslungsreich gestalteten.

Was macht Jeddeloh I aus?

„Man lebt hier und kennt sich“, nennt Ralf von Aschwege einen Kerncharakter von Jeddeloh I. Was das bedeutet? Einerseits natürlich, dass man sich in seinen Nachbarschaften und Vereinen wohlfühlt. Doch dies möchten die Jeddeloher auch Neubürgern wie auch Geflüchteten ermöglichen. „Wir integrieren hier jeden, der das möchte“, so von Aschwege weiter.

Im Ort wird mit Weitsicht geplant. „Das große Flüchtlingsheim, in das einiges investiert wurde, ist so konzipiert, dass für die Zeit, wenn die Flüchtlinge mal ausgezogen sein sollten, eine Nachnutzung garantiert ist“, beschreibt Klaus Kruse. „Studenten, Einzelpersonen, Montagearbeiter, da sind viele Möglichkeiten gegeben“, führt er aus.

Was sollte sich in Jeddeloh I ändern?

„Wir haben mal das alte Dorferneuerungsprogramm von 1997 hervorgekramt, an dem schon unsere Väter mitgearbeitet haben“, erklärt Klaus Kruse. Da stünde vieles drin, was auch heute noch aktuell sei. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Jeddeloher Damm, Jückenweg und Wischenstraße zum Beispiel. Rund 10 000 Fahrzeuge passieren täglich den Jeddeloher Damm. „Im Feierabendverkehr steht man da schon mal ’ne Viertelstunde“, sagt Kruse.

Am liebsten wäre es den Dörflern allerdings, wenn eine Entlastungsstraße gebaut würde, und zwar eine Verlängerung der K 141 bei Witte zum Industriegebiet Edewecht. Diese würde die Orte Wildenloh, Friedrichsfehn, Kleefeld und Jeddeloh I entlasten. Es gibt noch weitere Verkehrsproblematiken: Der Jückenweg etwa, für Radler vielfach als Verbindung nach Bad Zwischenahn genutzt. „Hier fehlt ein Stück Radweg“, sagt Kruse. Auch in Sachen Wanderwege sieht er noch Optimierungspotenzial: „Wir können hier nur entlang der Hauptstraße spazieren, dabei gibt es hier durchaus historische Wege, auch zwischen Höfen, die man verbessern könnte.

Aber es gibt auch Gebäude, die das Ortsbild mehr oder weniger empfindlich stören. Die alte Gaststätte Bunjes zum Beispiel, die seit mehr als 20 Jahren verfällt. Oder die ehemalige Ziegelei, die verkauft ist und sukzessive renoviert wird. „Sie bleibt aber ein Schandfleck im Ortsbild“, sagt Ralf von Aschwege. Insbesondere die graue Lärmschutzwand entlang der Ziegeleistraße, die Klaus Kruse scherzhaft die „Wall“ nennt, sei nicht schön anzusehen. „Und die beiden riesigen Werbeschilder am Jeddeloher Damm sind auch nicht gerade schön.“ Hinzu kommt das alte Stürzewerk gegenüber der Ziegelei, das ebenfalls verkauft und nur noch als Industrieruine anzusehen sei. „Zu den Besitzern der Ziegelei und des Sturzwerks haben wir aber ein ganz gutes Verhältnis“, schiebt Kruse hinterher.

Wie sehen Sie Jeddeloh I in der Zukunft?

„Der Ort wird weiterleben“, ist sich Klaus Kruse sicher. „Es gibt viele Arbeitsplätze, der Bedarf an Wohnraum ist da und Gott sei Dank haben wir mit Witte’s Gasthof ja noch unsere einzige Kneipe hier“. Resignation, führt er aus, habe es in Jeddeloh I noch nie gegeben. Eher im Gegenteil. „Immerhin hatten wir hier 1902 durch Bünting eher Elektrizität als in Oldenburg.“

Erfindungsreichtum ist es, der den Ort immer wieder auf den richtigen Weg gebracht hat. Ein Beispiel: Das Rasenmäher-Rennen am Freitagabend vor dem Schützenfest, das inzwischen mehr als 2000 Besucher und Teilnehmer aus ganz Deutschland anzieht und dafür sorgt, dass man mit einem Plus aus der Veranstaltung geht.

„Was wir uns noch wünschen“, sagt Ralf von Aschwege, „ist ein Spielplatz mitten im Ort, vielleicht hinter dem geplanten ,Haus Mitte’, wo man oben sitzen und unten spielen kann.“ Ebenfalls wichtig ist ihm der Erhalt der zweizügigen Grundschule. „Sie hat ein großes Einzugsgebiet und kann nicht nur von Jeddeloher Kindern besucht werden“, argumentiert er.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2612
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.