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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Kinder, wie die Zeit vergeht

11.01.2017

Westerholtsfelde Herbert Hillmer war 30, als er gefragt wurde, ob er denn Bezirksvorsteher für den Bezirk Westerholtsfelde-Wehnerfeld werden wollte. In der Gaststätte Meyer an der Tannenkampstraße – sie brannte 1984 ab – erklärte er sich einverstanden, das Amt zu übernehmen. Seit 10. Januar 1977 – seit 40 Jahren – ist er nun schon Ansprechpartner und Verbindungsglied zur Gemeindeverwaltung: „Lüttjer Bürgermeister“ eben. Am Dienstag ehrten ihn Bürgermeister Jörg Pieper und Heinz Friedrichs, Sprecher der 20 Bezirksvorsteher der Gemeinde.

Drei Vorsteher mehr als 40 jahre dabei

Drei der insgesamt 20 Bezirksvorsteherinnen und –vorsteher der Gemeinde sind mehr als 40 Jahre dabei.

Dienstälteste Bezirksvorsteherin ist Hildegard Kuhlmann (Bezirk Herrenhausen-Hullenhausen). Sie ist seit dem 1. Januar 1975 dabei und damit 42 Jahre im Amt.

Heinz Friedrichs (Bezirk Bokel) wurde am 29. März 1976 ins Amt gewählt und ist somit seit 41 Jahren aktiv.

Dritter im Bunde ist nun Herbert Hillmer (Westerholtsfelde-Wehnerfeld). Er ist seit 10. Januar 1977 dabei und somit heute 40 Jahre und einen Tag im Ehrenamt.

Klar ist: Hillmer will weitermachen – „sofern es die Gesundheit zulässt“, wie Ehefrau Helma schnell ergänzt. Mit ihr ist Herbert Hillmer einige Monate länger verheiratet, als er im Amt ist: Im Oktober 1976 schlossen beide den Bund fürs Leben. Herbert Hillmer war vor 40 Jahren im Alter von 30 Jahren der jüngste Bezirksvorsteher der Gemeinde. Heute ist er der dritte, der die 40 Jahre voll hat (siehe Infokasten). Und er wird nachdenklich, wenn er daran denkt, wie schnell die Zeit vergangen ist.

Damals hatte auch er deutlich mehr Aufgaben als heute. Lange vor der Digitalisierung auch vieler Verwaltungsaufgaben waren alljährlich etwa Vieh, Hunde und Einwohner zu zählen. Und Herbert Hillmer erinnert sich noch gut an den Winter 1978/79, in dem der Schnee so hoch lag, dass viele Landwirte nicht mehr von ihren Höfen herunterkamen. Lokomotiven mit Schneepflug hielten die Bahnstrecken für die Züge frei: „Da war auch der Bezirksvorsteher nur noch zu Fuß unterwegs.“

Heute verteilen er und seine Kolleginnen und Kollegen noch die Einladungen zu den Einwohnerversammlungen, zum Seniorennachmittag in Spohle und die Wahlbenachrichtigungen, wenn Wahlen anstehen. Auch bei Ehe- und Geburtstagsjubiläen klären die Bezirksvorsteher vorher ab, ob der Besuch des Bürgermeisters gewünscht wird. Es ist ruhiger geworden im Amt.

Wenn man Herbert Hillmer nach besonderen Erlebnissen fragt, dann lächelt er – und sagt nichts. Dann wird deutlich, dass er Vieles nie erzählen wird. Schließlich genießt er das Vertrauen der Einwohner im Bezirk. Eine kleine Anekdote aber erzählt er denn doch. Er war auf einen Hof gekommen. In der Küche brannte Licht, niemand war zu sehen. Im Flur stand eine große Schüssel mit Mett: Offenbar war gerade geschlachtet worden. „Während die Bewohner in der Küche Grog tranken, machte sich der Hofhund unbemerkt über das Mett her“, muss Hillmer lachen.

Bürgermeister Jörg Pieper dankte ihm nicht zuletzt für seine Bereitschaft, weitermachen zu wollen – und Heinz Friedrichs sprach die Hoffnung aus, dass „Du noch lange in unserer Runde bist“.

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