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NWZonline.de Region Ammerland Politik

„Mache weiter, so lange es geht“

08.01.2015

Herrenhausen /Hullenhausen „Angeworben“ hatte sie Wiefel­stedes damaliger Bürgermeister Hans-Jochen Pech. „Er hat mich gefragt – und mir Mut gemacht: Du schaffst das schon“, erinnert sich Hildegard Kuhlmann. Den „Sprung ins kalte Wasser“ und ins Amt des Bezirksvorstehers für den Bezirk Herrenhausen-Hullenhausen hat die Herrenhauserin nie bereut: „Die Aufgabe hat mir immer Spaß gemacht.“ Am Mittwoch ehrte Bürgermeister Jörg Pieper die 71-Jährige im Rathaus für ihr 40-jähriges Engagement – „im neunzehntgrößten Bezirk der Gemeinde“, wie Pieper schmunzelnd erklärte: Die Gemeinde ist in 20 Bezirke aufgeteilt.

1975 angefangen

Das Amt hatte Hildegard Kuhlmann am 1. Januar 1975 angetreten. Sie war die erste Frau, die in der Gemeinde Bezirksvorsteherin wurde. „Heute sind wir ja zu mehreren“, macht sie deutlich, dass sich seitdem viel geändert hat im Amt und in der Wahrnehmung der Menschen. Heute ist die 71-Jährige dienstälteste Bezirksvorsteherin in der Gemeinde – mit einem nach wie vor starken Hang hin zum Süden des Landkreises Friesland, wie sie einräumt. Schließlich gehörte auch Herrenhausen bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 zu Varel-Land. „Ich bin in Rosenberg zur Schule gegangen und habe Altjührden geturnt“, berichtet eine gut gelaunte Hildegard Kuhlmann von Bindungen, die noch heute Bestand haben.

Heute weniger Aufgaben

Verändert haben sich dagegen die Aufgaben der Bezirksvorsteherin, die 1975 vielfältiger waren als heute. Zwar sei die Zahl der zu betreuenden Haushalte im Bezirk Herrenhausen-Hullenhausen mit gut 40 und die Zahl von rund 110 Einwohnern in etwa gleichgeblieben; viele Höfe von früher jedoch gibt es nicht mehr, erzählt die Herrenhauserin: „Von einst 25 Höfen sind heute nur noch zwei übrig geblieben.“ Mussten die Vorsteher früher noch die Personen pro Haushalt ermitteln, so genannte Bodennutzungserhebungen machen, das Vieh der Bauern zählen und etwa Zahl und Umfang der Mülltonnen oder der Hunde pro Haushalt ermitteln, so sind diese Aufgaben längst abgeschafft. „Diese Fragen zu stellen – das war manchmal auch fies“, erinnert sich die 71-Jährige.

„Früher war die Viehzählung auch für die Zahlungen an die Seuchenkasse wichtig“, erklärt der Bokeler Heinz Friedrichs, der als Sprecher der 20 Bezirksvorsteher der Gemeinde Hildegard Kuhlmann ebenfalls seinen Dank aussprach. Friedrichs: „Die Höhe des Beitrags für die Seuchenkasse hing von der Vieh-Stückzahl pro Betrieb ab: Klar, dass da auch nicht alle immer ehrlich waren.“

Immer offenes Ohr

Heute sind die Aufgaben der 20 Bezirksvorsteher der Gemeinde, die als „kleine Bürgermeister“ Bindeglied zwischen Bürgern und Gemeindeverwaltung sind, deutlich weniger umfangreich. Wahlbenachrichtigungen und Einladungen für den alljährlichen Bunten Nachmittag für die Senioren der Gemeinde in Spohle verteilen – oder auch die Umfragebögen etwa zum Thema Breitbandausbau wie im vergangenen Jahr; damit hat es sich denn auch schon, sieht man davon ab, dass natürlich auch Hildegard Kuhlmann für die Belange der Einwohner ihres Bezirks stets ein offenes Ohr hat – und Anregungen oder Missstände an die Gemeindeverwaltung weitergibt. Allerdings bedauert Hildegard Kuhlmann ein bisschen, dass sich im Zusammenleben der Menschen „viel gewandelt hat“. „Früher war das ganze Dorf Nachbarschaft“, weiß auch Ehemann Heinz. „Heute kenne ich so manchen, dem ich auf der Straße begegne, gar nicht mehr“, macht die Bezirksvorsteherin, die einfach auch gern mit den Leuten „schnackt“, auf einen Wandel aufmerksam, der auch andere Bezirke betrifft.

Der Freude am Amt und am Kontakt mit den Menschen tut das keinen Abbruch. „Ich mache weiter, so lange es geht“, kündigt Hildegard Kuhlmann an. „Ich will ja sowieso 120 Jahre alt werden“, bemerkt sie augenzwinkernd und lacht: „Dann kann ich ganz allein zum Klassentreffen kommen.“  

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