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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Wieder kräftiger Nachschlag bei Bauland

21.12.2017

Metjendorf /Wiefelstede Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat der stets nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Gemeinde auf den von der Verwaltung errechneten Kaufpreis für Bauland kräftig eins draufgesetzt – und der Gemeinderat hat den höheren Betrag dann auch so beschlossen. Damit wird aufgrund einer politischen Entscheidung nun ganz konkret ein Baugrundstück im neuen Baugebiet am „Ostkamp“ in Metjendorf um 15 Euro pro Quadratmeter teurer als von der Verwaltung eigentlich errechnet. Statt 110 Euro müssen Bauwillige dort nun 125 Euro berappen. Bei einem 600 Quadratmeter großen Grundstück macht das etwa für junge Familien mal eben 9000 Euro Mehrkosten aus.

Dabei hatte auch die Politik in den vergangenen Jahren bei der Ausweisung neuer Baugebiete immer betont, man wolle gerade jungen Familien die Möglichkeit geben, sich in der Gemeinde anzusiedeln. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete – etwa am „Heideplacken“ in Metjendorf – war die Gemeinde stets bestrebt, sich einen Teil der ansonsten auch privat vermarkteten Flächen zu sichern und so „regulierend“ auf die Kaufpreise einzuwirken. „Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde“, hatte es dazu stets geheißen.

In diesem Jahr nun hatte der Verwaltungsausschuss bereits im September im Vorfeld der letzten Ratssitzung in Conneforde still und leise fürs Baugebiet „Alter Mühlenweg II – Erweiterung“ einen um 5,10 Euro pro Quadratmeter erhöhten Kaufpreis gegenüber den Berechnungen der Verwaltung empfohlen, dem der Gemeinderat dann auch zustimmte. Damit kosteten die Grundstücke dort dann statt 89,90 Euro 95 Euro pro Quadratmeter. Sowohl damals als auch jetzt wurde der geänderte Beschlussvorschlag des Verwaltungsausschusses im Bürgerinfoportal der Gemeinde im Vorfeld der Ratssitzung nicht öffentlich gemacht: Dort war jeweils nur die Beschlussempfehlung der Verwaltung eingestellt. Erst in der jeweiligen Ratssitzung kamen die wahren Verkaufspreise dann zum Vorschein.

In beiden Fällen monierte die UWG, dass die Gemeinde bezüglich dieser „Aufschlägen“ offensichtlich nach „Tagesform“ entscheide und bislang keine Grundsatzentscheidung getroffen habe. Fraktionsvorsitzender Ralf Becker betonte auch in der jüngsten Ratssitzung, dass der Nachschlag für den „Ostkamp“ in Metjendorf „nicht familienfreundlich“ sei: „Wir erhöhen nur, weil andere Gemeinden teurer sind.“ Zudem werde das Verfahren „nicht einmal großartig kundgetan.“

Prompt kam aus dem Publikum am Montagabend auch die Anfrage einer jungen Familie, die Interesse an Bauland am „Ostkamp“ hat. Mit welcher Begründung denn der Kaufpreis dort erhöht worden sei? Bürgermeister Jörg Pieper verwies lediglich darauf, dass der Aufschlag politisch mehrheitlich entschieden worden war.

Dabei hatten Ratsvertreter in der Diskussion um den Kaufpreis am „Ostkamp“ bereits Erklärungsversuche gestartet. Jörg Weden (SPD) etwa betonte, Wiefelstede habe bisher stets die Preise für die von der Gemeinde zu vergebenden Bauplätze günstig gestaltet: „Das wird auch in Zukunft so bleiben – auch wenn wir in letzter Zeit die Preise angehoben haben.“ Aber: Wiefelstede sei nicht der „billige Jakob“. Im Vergleich zu den Nachbargemeinden habe Wiefelstede nun ein wenig aufgeschlossen. Dafür jedoch würden die Einwohner nicht mit einer Straßenausbaubeitragssatzung oder einer Oberflächenentwässerungssatzung belastet, sagte Weden.

Auch Heinz-Gerd Claußen von der CDU verwies darauf, dass die Gemeinde im Gürtel rund um Oldenburg mit den Preisen immer noch im unteren Bereich liege.

Günter Teusner (Grüne) machte deutlich, warum seine Fraktion genau wie die UWG gegen die erhöhte Festsetzung des Kaufpreises stimmen wollte: „Wir müssen auch an diejenigen denken, die nicht so viel Geld haben.“ Er forderte seine Ratskollegen schließlich dazu auf, in Zukunft die Preise für Bauland in der Gemeinde Wiefelstede „offen und transparent“ zu gestalten.

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