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NWZonline.de Region

Opfern rechter Gewalt eine Stimme geben

10.02.2016

Rastede Im August 1992 kommt es zu den größten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in der Geschichte der Bundesrepublik. In Rostock-Lichtenhagen belagern Hunderte rechtsextreme Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Wohnheim für vietnamesische Gastarbeiter – das „Sonnenblumenhaus“.

So lautet auch der Titel ei­nes dokumentarischen Theaterstücks, das ein Ensemble aus Hamburg am Dienstagvormittag in der voll besetzten Aula der Kooperativen Gesamtschule in Rastede zeigte. Die Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden“ der Schule hatte dazu Schüler der neunten bis elften Klassen eingeladen.

„Wir haben ein Stück gesucht, das ins aktuelle Weltgeschehen passt“, sagte Katja Effertz von der AG „Für den Frieden“. Zusammen mit ihrer Mitschülerin Lana Wenning begrüßte sie das Publikum und gab einen Überblick über die jüngsten Gewaltattacken gegen Flüchtlinge.

„Die Gewalt gegen Flüchtlinge steigt rapide an“, stellte Katja Effertz fest. 817 Attacken gegen Wohnstätten, in denen geflüchtete Menschen leben, seien im vergangenen Jahr registriert worden. Sie erinnerte an die Ausschreitungen in Heidenau, wo Demonstranten im vergangenen Jahr die Unterbringung von Flüchtlingen zu verhindern versuchten.

Lana Wenning unterstrich, dass die meisten Menschen Rassismus ablehnten. Sie verwies auf das Engagement an der KGS, wo es ein Patensystem für Flüchtlinge gibt und Sprachunterricht, den Ehrenamtliche anbieten. „Flüchtlinge sind uns willkommen. Wir wollen keine Welt der einen und der anderen.“

Für das Theaterstück „Sonnenblumenhaus“ dokumentierten die Regisseure Dan Thy Nguyen und Iraklis Panagiotopoulos die fremdenfeindlichen Ausschreitungen aus dem Jahr 1992. Sie verarbeiteten die Sicht der belagerten Menschen, welche selbst nach 20 Jahren kaum erhört worden sind. Sie suchten deshalb Zeitzeugen und befragten sie nach ihrer Version der Geschichte, ihren Lebenserfahrungen und Träumen und geben ihnen in dem Theaterstück nun eine Stimme.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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