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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Kampf gegen sexuelle Gewalt

06.07.2019

Rastede /Ammerland Nach der Affäre um den ehemaligen CDU-Ratsherren, Vize-Landrat und stellvertretenden Bürgermeister von Rastede, Torsten Wilters, sieht die Frauen Union (FU) Ammerland Handlungsbedarf. Sein „unglaubliches und verabscheuungswürdiges Verhalten [...] gegenüber einer Ratskollegin ist schockierend und auf das Schärfste zu verurteilen“, erklärt der Vorstand der CDU-Frauen Union in einer Stellungnahme.

Wie berichtet hatte Wilters fingierte Sexanzeigen auf einer Internetplattform eingestellt. Parteikollegin Susanne Lamers war daraufhin massiv von mehreren Männern belästigt worden.

Die FU wolle sich der Thematik der sexualisierten Gewalt gegen Frauen annehmen und herausfinden, wie sie sich dagegen schützen können. Im Rahmen verschiedener geplanter Veranstaltungen will man dieses umfangreiche Themenbereich nach den Sommerferien angehen.

„Noch immer sind Frauen Opfer von sexistischen Angriffen“, schreibt die FU weiter. Zwar habe der Bundestag in seiner letzten Wahlperiode auf Initiative von weiblichen Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen unter dem Stichwort „Nein heißt Nein“ das Strafrecht verschärft, indem die sexuelle Selbstbestimmung gestärkt wurde. Dennoch, so schreibt die FU, sehen sich immer wieder Frauen solchen Angriffen ausgesetzt. „Umso unverständlicher und schändlicher, wenn dies im Bereich eines ehrenamtlichen politischen Engagements erfolgt“, heißt es weiter.

„Wir möchten uns informieren, und herausfinden, ob politische Maßnahmen notwendig sind, um Frauen besser schützen zu können“, erklärt Vorsitzende Corinna Martens. So soll es beispielsweise um rechtliche Fragen gehen, die an Staatsanwälte und Richter herangetragen werden sollen. „Dabei geht es auch um Stalking, vor allem im Internet“, so Martens. Man wolle mehr darüber lernen, wie diese Problematik straf- und zivilrechtliche behandelt werde und wie Frauen stark gemacht werden könnten.

Dabei spielt die FU auch auf den SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Beekhuis an, der beschuldigt wird, sich in Facebook-Chats und in fingierten Leserbriefen unter anderem beleidigend gegenüber Frauen und Homosexuelle geäußert zu haben.

Gespräche sucht die FU unterdessen auch mit dem Weißen Ring, einer Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, und der Polizei. „Wir wollen gerne wissen, welche Erfahrungen sowohl der Weiße Ring als auch die Polizei gemacht haben und was sie uns mit auf den Weg geben können“, erklärt Martens. Frauen seien in politischen Ämtern ohnehin unterrepräsentiert und jeder Fall von sexualisierter Gewalt könne Abschreckung genug sein, um sich zu engagieren.

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