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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Rastede kauft Palais auf Raten

12.10.2017

Rastede Die Gemeinde Rastede hat das Palais gekauft. Das bestätigte Gemeindesprecher Ralf Kobbe am Mittwoch auf Anfrage der NWZ. Nach vertrauensvollen Gesprächen mit Christian Herzog von Oldenburg über die zukünftige Nutzung des Palais und des Palaisgartens sei es Bürgermeister Dieter von Essen mit dem Kauf zum 1. Januar 2018 gelungen, das kulturhistorisch bedeutsame Ensemble mitsamt der Torhäuser dauerhaft für die Gemeinde zu sichern. Allerdings: Bis 31. Dezember 2017 können beide Vertragsparteien noch von dem Kauf zurücktreten.

Zur Geschichte

Das Palais Rastede wurde vermutlich nach 1788 durch den herzoglichen Reisemarschall von Schmettau errichtet. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Herzog Peter Friedrich Ludwig das Haus 1822 für seinen Sohn, den Erbprinzen Paul Friedrich August (1783-1853).

Unter Nikolaus Friedrich Peter (1827-1900) wurde das Palais einer umfangreichen Baumaßnahme unterzogen und erhielt das uns vertraute Erscheinungsbild. Unter Beibehaltung der ursprünglichen Bausubstanz wurde ein zweites Geschoss mit einem wuchtigen Mansardendach und mächtigen Gauben aufgesetzt.

Der Palaisgarten erweiterte sich durch nach und nach aufgekaufte, umliegende bäuerliche Anwesen und wurde zu einem harmonischen Park von fünf Hektar Gesamtfläche zusammengefügt. Nikolaus Friedrich Peter pflanzte im Palaisgarten zahlreiche exotische Bäume. Die noch erhaltenen Exemplare beeindrucken heute als prachtvolle Solitäre.

Mit dem Ende der Monarchie 1918 endete die Fortentwicklung der großherzoglichen Sommerresidenz. Nach und nach wurden Palaisräume vermietet, dienten nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreichen Flüchtlingsfamilien als erste Unterkunft.

Nachdem 1971 der erste Mietvertrag zwischen dem Haus Oldenburg und der Gemeinde Rastede zustande kam, pachtete in den 1980er Jahren die Gemeinde Rastede das Palaisgebäude und den Palaisgarten langfristig, restaurierte sie und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Seit 1999 hat die Gemeinde das Palais-Ensemble dem Kunst- und Kulturkreis Rastede zur eigenverantwortlichen Verwaltung übertragen. Im Nebengebäude des Palais ist zudem das Gemeindearchiv untergebracht.

Die Gemeinde hatte den 2019 auslaufenden Pachtvertrag für das Palais und den Palaisgarten zum Anlass genommen, frühzeitig mit dem Haus Oldenburg Kontakt aufzunehmen, um neben einer Fortsetzung des Pachtverhältnisses auch einen möglichen Ankauf ins Gespräch zu bringen. „Das Haus Oldenburg hat sich in Anerkennung der großen kulturhistorischen Vergangenheit des Palais-Areals sehr kooperativ gezeigt“, betonte von Essen.

Für den Erwerb des Palais-Ensembles zahlt die Gemeinde Rastede 20 Jahresraten von jeweils rund 155.000 Euro, insgesamt also rund 3,1 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund der aktuell recht engen Haushaltssituation sei dies sicherlich kein geringer Betrag, jedoch im Hinblick auf die sich daraus ergebene historische Chance für die Gemeinde auch eine von der Kommunalpolitik einvernehmlich befürwortete Investition, sagte der Bürgermeister.

Für Rastede würden sich durch den Kauf hervorragende Zukunftsperspektiven bieten. Das Palais habe wie kein anderes Gebäude insbesondere durch die Nutzung, aber auch durch die Lage und die kulturhistorische Bedeutung eine unersetzliche Bedeutung für die Außendarstellung der Gemeinde Rastede, stellte von Essen heraus.

Palais und Palaisgarten bildeten für die Marke „Residenzort Rastede“ eine unverwechselbare Größe und stellten neben Schloss, Schlosspark und Turnierplatz einen unverzichtbaren Bestandteil dar. „Damit besitzt die Gemeinde Rastede zukünftig mit dem weiter zu entwickelnden Gesamtensemble des Schlosspark-Areals eine herausragende Qualität als Naherholungszentrum im Nordwesten“, erklärte von Essen.

Mit der Einstellung von Dr. Friedrich Scheele bei der Residenzort Rastede GmbH sei im April 2017 ein erster wichtiger Schritt gemacht worden, um das Areal bestehend aus Schloss, Schlosspark, Turnierplatz, Palaisgarten und Palais als Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde herauszuarbeiten. „Von daher ist der Erwerb des Palais zum 1. Januar 2018 die logische Konsequenz, da die unmittelbare Verbindung des kulturellen Erbes mit der eigenen Geschichte und Gegenwart ein riesiges Potenzial für die zukünftige kulturhistorische und touristische Ausrichtung darstellen“, sagte von Essen.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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