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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Talk-Runde In Rastede: Vier Kandidaten für den Bürgermeisterposten

08.05.2019

Rastede Wie soll sich der Residenzort Rastede in Zukunft weiter entwickeln? Wie kann die Politik mit drängenden Themen wie Wohnungsnot, Wirtschaftsförderung und Verschuldung umgehen? Um diese und viele weitere Themen drehte sich am Montagabend der NWZ-Bürgermeister-Talk im Akademiehotel in Rastede.

130 Zuhörer im Akademiehotel

Vor den 130 Zuhörern positionierten sich die vier Bewerber, die für das Bürgermeisteramt kandidieren und somit die Nachfolge von Dieter von Essen (CDU) antreten möchten. Für die CDU ist dies Alexander von Essen (28) aus Rastede, der Neffe des derzeit amtierenden Bürgermeisters. Für die SPD geht der Leuchtenburger Lars Krause (51) ins Rennen.  Als parteilose Bewerber kamen ins Akademiehotel Jens Meinert (51) aus Rastede und Katrin Hesse (54). Die einzige Frau unter den Bewerbern lebt in Oldenburg.

Durch den Abend führten die NWZ-Redakteure der Redaktionen Rastede und Bad Zwischenahn, Frank Jacob und Christian Quapp. Zu Beginn der Talkrunde wurden die Spielregeln festgelegt: „Wir halten uns hier in etwa an den Zeitrahmen eines Fußballspiels“, sagte Quapp. „Wenn es enorm spannend wird, gehen wir in die Verlängerung.“ Durchschnittliche Redezeit für die Kandidaten und die Kandidatin: eine Minute.

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Wohnen und Leben in Rastede

Jacob führte in das erste Thema ein: „Bis 2035 werden wir in Rastede einen enormen Bedarf an Wohnraum haben. Laut Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises Ammerland werden in Rastede 1550 Neubauten benötigt. Wie stellen Sie sich das Thema in den nächsten sieben Jahren vor?“, wandte sich der Redakteur an die Kandidaten. Meinert sagte: „Für mich hängt Wohnbau eng zusammen mit Verkehrskonzepten und Bereichen wie Kitas, Schulen usw. Daher heißt es für mich in diesem Thema: erstmal die Geschwindigkeit rausnehmen und genau schauen, was sinnvoll ist.“

Beschleunigen statt Bremsen

Krause hatte dazu eine andere Meinung. „Bis 2016 haben wir im Schnitt immer 30 bis 40 Baugrundstücke verkauft. Im Moment sind es zehn bis zwölf. Wir brauchen eher Be- statt Entschleunigung, besonders bei den Gebieten, die sowieso in Planung sind.“ Krause spielte dabei auf das Baugebiet „Im Göhlen“ an. „Da sollen 125 Baugrundstücke entwickelt werden – in vier bis sechs Bauabschnitten. Ich bin froh, dass ich kein Anlieger bin. Wie lange soll das dauern, bis der Bauverkehr wieder weg ist?“ Ginge es nach Krause, so wäre nach drei Bauabschnitten Schluss.

Wann wird es ernst?

Die Bürgermeisterwahl in Rastede findet am Sonntag, 26. Mai, statt. Bekommt keiner der vier Kandidaten im ersten Anlauf die absolute Mehrheit, gehen die beiden Bestplatzierten in die Stichwahl.

Wegen des Pfingstfestes findet diese drei Wochen später – am 16. Juni – statt.

Katrin Hesse beschrieb in ihrem Wortbeitrag zwei Aspekte. „Einfamilienhausbebauung sollten wir mit mehr Bedacht angehen, weil das unheimlich viel Flächen frisst und nicht der Bevölkerungsentwicklung entspricht.“ Jacob hakte nach: „Das Wohnraumversorgungskonzept beschäftigt sich ja mit dem Bedarf. Und der liegt demzufolge bei Einfamilienhäusern.“ Aus Gesprächen, die Hesse mit Bürgerinnen und Bürgern geführt habe, sei nach ihren Worten hervorgegangen, dass es viele ältere Personen gebe, die sich räumlich verkleinern wollten. Sie plädierte für eine „moderne Wohnquartier-Entwicklung“, die das „ganze Leben abbildet: von der jungen Familie bis hin zum alleinstehenden älteren Menschen“.

Bestand begutachten

Außerdem warb sie dafür, den Bestand der Wohnungen in Rastede zu begutachten, um zu schauen, wie man diesen anders nutzen könne. Stichwort: „Moderner WG-Gedanke“. Im Saal gab es ein wenig Gemurmel. „Enteignung?“, fragte jemand. Hesse winkte ab: „Ach! Das passt ja wohl eher in Ihre Partei“, sagte sie an Krause gewandt und erntete dafür Lacher aus dem Publikum.

Alexander von Essen befürwortete in seinem Beitrag weder eine Be- noch eine Entschleunigung. „Es kann nur der gesunde Mittelweg sein. Ich möchte mir kein Rastede vorstellen, in dem jeder Fleck bebaut ist. Unsere Dörfer sind stark, wir müssen dafür sorgen, dass junge Leute nachkommen.“ Er widersprach Katrin Hesse und konstatierte: „Das Einfamilienhaus erfährt die größte Nachfrage.“ Ihm sei klar, dass der tatsächliche Bedarf nicht gedeckt werden könne. „Doch wir müssen bewusst schauen, welche Angebote wir machen wollen.“ Dabei ergänzte er einen Aspekt: „Rastede soll sich weiter entwickeln, aber dabei bitte keine Schlafstadt vor den Toren Oldenburgs werden.“

Und die Mühlenstraße?

Die Moderatoren leiteten über zum Themenkomplex Mühlenstraße: „Wir reden von einer gescheiterten Bürgerbeteiligung zur Nachnutzung des Sportplatzes an der Mühlenstraße, von verpulverten Planungsgeldern. Aber es gibt noch immer keine endgültige Planung für das Gelände. Wie geht es da weiter?“ Katrin Hesse beschwerte sich, dass Jacob sie direkt angesprochen hatte. „Sie wissen genau, dass ich von außerhalb komme und diese Details nicht kenne.“ Jacob erwiderte: „Das ist eines der zentralsten Themen in Rastede. Davon könnte man gehört haben...“ Hesse wiederum: „Ich habe davon gehört, aber alle anderen, die hier am Tisch sitzen, sind da viel dichter dran.“ Und: „Wenn es in Rastede Probleme gibt, dann liegt es meiner Meinung nach daran, dass die Leute überhaupt nicht mitgenommen werden.“ Sie stehe dafür, dass Bürger künftig mehr in Entscheidungen einbezogen werden. „Der Ort wird nicht regiert, sondern mit den Bürgern gestaltet. Das ist die Aufgabe eines Bürgermeisters.“ Kommunalpolitik komme nicht von oben herab.

Parkplatz nicht auflösen

Krause, der als Ratsmitglied in den Prozess Mühlenstraße eingebunden ist, gab folgendes Statement ab: „Das war zu großdimensioniert. Ich halte es für unverantwortlich, den Parkplatz an der Eichendorfstraße/Mühlenstraße aufzulösen. Beispiel: Großveranstaltungen. Die Nachbarstraßen sind jetzt schon immer zugeparkt. Wie kann man auf diese Idee überhaupt kommen? Der Grundgedanke ist falsch.“ Er plädierte dafür, andere Investitionen vorzuziehen. „Solange nicht geklärt ist, wo die Vereine bleiben sollen, die das nutzen, sollten wir das nicht anfassen. Stellen Sie ein paar Bänke hin. Das reicht mir im Moment.“

Entwicklungen im Schlosspark

Quapp eröffnete den Themenkomplex Schlosspark. Jacob brachte alle Anwesenden auf denselben Kenntnisstand: „Die Gemeinde hat einen Herren eingestellt, der den Park vermessen lässt und Sichtachsen schafft. Muss das sein?“ Jens Meinert schüttelte den Kopf: „Ich bin kein Freund von Sichtachsen. Man muss nicht jeden Baum abholzen.“

Krause sagte dazu: „Viele Leute reiben sich an Herrn Scheele. Aber ich sage: Lassen Sie doch mal Querdenker zu. Es muss ja nicht alles umgesetzt werden.“ Katrin Hesse verwies auf ein generelles Problem in Rastede, welches sie wahrgenommen habe. „Verschiedene Interessen sollten nicht verspöttelt, sondern in einen ausgewogenen Zusammenhang gebracht werden“, meinte sie. Da die Waage zu halten, das sei gewiss nicht einfach. „Aber das würde ich mir zur Aufgabe machen“, so die Kandidatin.

Lebensqualität erhalten

Wenn Alexander von Essen Bürgermeister werden sollte, würde er sich wünschen, dass der Park weiter entwickelt werde. „Es ist ein Bürgerpark und der muss erlebbar sein für die Menschen.“ Neue Angebote müssten – immer in Absprache mit dem Denkmalschutz – geschaffen werden. „Das ist kein Wald, in den ich mit meinem Hund zum Kacken gehe und den Kotbeutel dann in den Baum hänge.“ Laut von Essen sei es wichtig, dass das Gesamtprojekt Schlosspark konzeptionell angegangen werde, um Lebensqualität zu erhalten.

Im weiteren Verlauf des Abends ging es darüber hinaus um die Sanierung der Schwimmbäder, attraktive Angebote für Jugendliche, die Belebung der Oldenburger Straße und des Einzelhandels sowie um die Finanzierbarkeit von Vorhaben. Mehr dazu lesen Sie in der kommenden Ausgabe.

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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