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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Amtsgericht: Robe nach 29 Jahren an den Nagel gehängt

16.08.2018

Westerstede 44 Jahre ist es her, da machte der junge Jura-Student Jürgen Nienaber am Amtsgericht Westerstede ein Praktikum. Und fand, dass es doch ein Traum wäre, hier später als Richter zu arbeiten. 1989 wurde dieser Traum dann wahr, nach einigen anderen Stationen wurde der junge Jurist Richter in seiner Heimatstadt. Und er dachte sich, es wäre doch ein Traum, hier eines Tages vielleicht mal Direktor zu werden.

1995 kam er diesem Traum schon ein Stückchen näher. Nienaber wurde stellvertretender Direktor. Und im Jahr 2000 übernahm er schließlich die Leitung. Fast drei Jahrzehnte prägte der Basketballer maßgeblich die Justiz im Ammerland. Und das machte er stets ruhig, unaufgeregt und unprätentiös, wie Landgerichtspräsident Dr. Thomas Rieckhoff und Landrat Jörg Bensberg in ihren Festreden betonten.

„Woran erkennen die Ammerländer einen guten Amtsgerichtsdirektor?“, fragte Bensberg. „Daran, dass Rechtsfrieden herrscht.“

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Das unterstrich auch Andreas Genze, Vorsitzender des Oldenburger Anwalts- und Notarvereins. „Wir finden hier eine sehr angenehme Atmosphäre, die es nicht oft gibt.“ Nienaber habe sich als ruhiger Streitschlichter oft um Vergleiche zwischen den rivalisierenden Parteien bemüht.

Vor den Wechsel in sein Heimatgericht hatte der junge Jurist 1978 sein Referendariat am Oldenburger Landgericht begonnen. Danach war er zunächst beim Arbeitgeberverband tätig und als Richter in Leer.

Das viele Lob zu seiner Verabschiedung gab Nienaber gleich wieder weiter. „Ohne tolle Mitarbeiter und deren Engagement kann es nicht funktionieren“, betonte er. Ein Punkt sorgt im Umfeld des Westersteders aber immer wieder für Kopfschütteln. Der Basketball-Fan ist bekennender Anhänger der Eisbären Bremerhaven und nicht der Oldenburger Baskets.

Intern hat er die Amtsgeschäfte schon vor drei Monaten an seinen Nachfolger übergeben. Jörg Sprenger (42) war zuletzt Vorsitzender Richter am Landgericht Oldenburg. „Westerstede hätte nichts Besseres passieren können“, betonte Landgerichtspräsident Rieckhoff bei der Amtseinführung. Für den passionierten Bahn-Fan Sprenger bedeutete der Wechsel ins Ammerland nicht nur einen neuen Karriereschritt, sondern auch eine private Veränderung. Um nach Westerstede zu kommen, schaffte sich Sprenger sein erstes eigenes Auto an, plauderte Rieckhoff aus dem Nähkästchen.

Sprenger hat in Marburg Jura studiert und zudem noch Kriminologie. Sein Referendariat absolvierte er in Hamburg unter anderem bei der Verbraucherzentrale, bevor er schließlich nach Oldenburg kam. Auch er sieht sich als Verfechter einer bürgernahen, gerechten und unabhängigen Justiz.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede
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