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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Wo wird künftig wie hoch gebaut?

09.05.2019

Westerstede Neuer Wohnraum ist eines der dringendsten Themen in Westerstede – doch wie kann er geschaffen werden? Und wo? Beim NWZ-Talk im Dannemann-Forum der Kreisstadt wollten es Ulrich Schönborn, stellvertretender Chefredakteur, sowie Redakteurin Kerstin Schumann genau wissen und fühlten den fünf beim NWZ-Talk anwesenden Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn.

Hilke Hinrichs (parteilos) erklärte dazu, dass individuelle Lösungen gesucht werden müssten, um neuen Wohnraum zu schaffen. Sie plädierte für eine behutsame Entwicklung für Einfamilienhäuser, der große Wohnraumbedarf muss ihrer Ansicht nach jedoch mithilfe von Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt gedeckt werden. Der innerstädtische Charakter dürfe dabei jedoch nicht beseitigt werden.

„Könnten Sie sich da mit Gestaltungsvorgaben anfreunden?“, wollte Kerstin Schumann wissen. Hilke Hinrichs: „Sicherlich Dinge, über die man nachdenken kann.“ Denn im Stadtkern würden teils sehr alte Bebauungspläne gelten, die zweigeschossige, durch Staffelgeschosse auch dreigeschossige Bauten erlauben würden. Das sei nicht überall sinnvoll.

Und: Auch wenn alle über den Orchideenkamp schimpfen würden und man auch geteilter Meinung über die Bauten sein dürfe – schlussendlich brächten die Häuser eine große Entlastung. „Und die Leute, die da hinziehen, machen natürlich an anderer Stelle Wohnraum frei.“

„Herr Stark, wie sehen Sie das? Wo würden Sie neuen Wohnraum schaffen?“, wandte sich Kerstin Schumann an den parteilosen Kandidaten. Dieser erklärte: „Es ist klar, dass wir eine hohe Nachfrage an Einfamilienhäusern haben und einen enormen Bedarf an Mietwohnungen. Das kann man nicht dem freien Wohnungsmarkt überlassen. Gefragt ist die Politik, die für den Bau von sozial geförderten Wohnraum sorgen und Grundstücke bereitstellen muss.“

Auch er sei für das Wachstum einer Stadt, nur dann habe sie eine Chance für die Zukunft. „Doch die Ausweisung der Wohngebiete muss behutsam, umweltverträglich und auch mit einer vernünftigen Bauplanung begleitet werden. Eine Nachverdichtung im Stadtzentrum sehe ich nicht als richtigen Weg an.“ Wolle man das Image Gesundheitsstadt im Grünen glaubhaft aufrechterhalten, müsste etwas dafür getan werden. Beton und Klinker könnten das Image nicht untermauern. Das Potenzial Westerstedes seien Natur und Natürlichkeit. „Statt Raubbau zu betreiben, sollten wir in die Alleinstellungsmerkmale investieren und diese vorantreiben, dazu gehört, gewisse Flächen nicht zu bebauen“, betonte der Kandidat, der im Anschluss das Wort an Michael Rösner (UWG) abgab: „Wir machen in meinen Augen einen großen Fehler, wir hecheln den Bedürfnissen hinterher“, führte Rösner aus. „Wir sollten städteplanerisch anders vorgehen. Ich plädiere für einen bei der Stadt eingestellten Städteplaner.“ Für ihn sei es bspw. auch eine Lösung, Wohnungen auf Supermärkten zu platzieren; all das müsse untersucht werden. Dennoch sei eine behutsame Entwicklung wichtig bei gleichzeitiger Stärkung des Grüns, „das wir als Pfund haben. Und den Rest so vernünftig bauen, dass man damit leben kann.“

Frank Lukoschus (SPD) erinnerte, dass die SPD-Fraktion schon seit Jahren gefordert habe, eine Sozialraumanalyse auf den Weg zu bringen, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, seniorengerechtem Wohnraum und Wohnraum für junge Leute zu analysieren. Über die Kreistagsfraktion habe die SPD nun ein Wohnraumversorgungskonzept angeschoben. „Und wir sagen, wenn wir Wohnraum schaffen wollen, dann nicht nur durch Flächenverbrauch, sondern auch durch vernünftige Verdichtung“, so der Kandidat. Dabei sollte die Kommune ein Konzept vorgeben. So sollten Flächen zu guten Konditionen an Unternehmer veräußert werden, die garantieren, dass dort auch Wohnraum entsteht, der für 20/30 Jahre bezahlbar bleibt.

Markus Berg (CDU) zeigte sich überzeugt: „Die Schaffung von Wohnraum versus Flächenverbrauch ist, glaube ich, in den nächsten Jahren wohl die größte Herausforderung, die wir haben.“ Und er sei auch überzeugt, je mehr Angebot geschaffen werde, desto mehr reguliere sich der Preis.

Auch wenn seine Vorredner schon vieles dazu gesagt hätten, so wolle er noch einen neuen Aspekt anfügen: Die Stadt müsse darauf achten, auch in den Dörfern neuen Wohnraum zu schaffen, „denn das ist dort ein ausdrücklicher Wunsch“.

Doch noch einmal zurück zur Mehrgeschossigkeit – „Wie viele dürfen es denn sein? Und vor allem wo?“, fragte Kerstin Schumann in die Runde. Hilke Hinrichs erklärte: „Wir müssen gucken, in welchen Bereichen es sinnvoll ist, zweigeschossige Höhe zu belassen. Ich würde aber nicht höher gehen, ggf. auch in manchen Bereichen reduzieren.“ Bei der Debatte dürfe aber eines mit Blick auf die Sorgen der verschiedenen Nachbarn von Bauprojekten nicht vergessen werden: „Es wird nie eine Lösung geben, bei der alle Hurra schreien.“

Markus Berg stellte klar: „Wir brauchen zwei- bis dreigeschossige Gebäude in Westerstede, wenn wir den Wohnraum schaffen wollen, den wir brauchen. Die Frage ist nur, wo sie hinkommen.“

Frank Lukoschus argumentierte: „Wir müssen die Menschen mitnehmen, sagen, wie wir das Problem lösen möchten.“ Je mehr Menschen man frage, desto mehr Antworten erhalte man, „aber wir brauchen ein möglichst breites Meinungsfeld.“ Und: Es stimme, es müsse in die Höhe gebaut werden, aber nicht zwischen Einfamilienhäuser.

Michael Rösner fügte an, dass sich Westerstede weiterentwickeln müsse. „Aber dabei müssen wir die Menschen mitnehmen und ihnen zuhören.“ Wichtig sei darüber hinaus, vernünftige Konzepte zu entwickeln.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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