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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Ist das Wald oder kann das weg?

13.03.2019

Westerstede Wenn man nicht wüsste, dass man sich in Westerstede befindet, könnteman mit etwas Fantasie auch denken, dass man durch einen komplettverlassenen Ort streift, den sich die Natur zurückgeholt hat: Hierwachsen Brombeerranken und Bäume zwischen den Schwellen der seitJahren unbenutzten Eisenbahngleise. Betonflächen werden vonGrasbüscheln durchbrochen. Leere Flaschen und anderer Müll sindjüngere Zeugnisse der Nutzung des Geländes durch den Menschen.

Häuser statt Bäume

Wirft man einen Blick auf denBebauungsplan „14 W – Westerstede, Alter Bahnhof“, zeigt sich, dass auch eine künftige Nutzung des Geländes wiedermöglich sein kann. Denn der Plan sieht vor, Wohn- und Geschäftsräumezu schaffen, wo heute ein Baum neben dem anderen steht.

Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob der über viele Jahre aufder brachliegenden Fläche gewachsene Baumbestand erhaltenswert istoder zugunsten einer Entwicklung der Stadt Westerstede abgeholztwerden kann.

Für einen Erhalt der Fläche im jetzigen Zustand setzt sich dieRatsfraktion der Grünen im Westersteder Stadtrat ein. In diesemZusammenhang diskutierte der Bauausschuss des Stadtrats währendseiner jüngsten Zusammenkunft einen Antrag der Grünen, in dem es umdie Zukunft des Waldes ging.

„Der Wald ist ein ortsbildprägender Bestandteil von Westerstede,der vielen Menschen am Herzen liegt“, berichtete Stefan Töpfel(Grüne). Deshalb solle sich der Gestaltungsbeirat, der sich auch mitdem Bebauungsplan 14 W befasse, des Themas annehmen. Die Ergebnisseder Einschätzung sollen laut Antrag dann in den Bebauungsplaneinfließen.

Unabhängige Experten

Der Gestaltungsbeirat ist eine unabhängige Expertengruppe derArchitektenkammer Niedersachsen. Wie Ingo Leffers, Baudezernent derStadt Westerstede erläuterte, nehme der Gestaltungsbeirat eineberatende Funktion für Städte und Gemeinden ein und biete mit seinerEinschätzung eine neutrale Beurteilung strittiger oder unklarerFragen.

Darüber hinaus sei der Wald eine lebendige, ökologisch wertvolleFläche, so Töpfel weiter. Auch auf dieser Grundlage lohne sich einErhalt.

Ein Pro und Contra zum Thema gibt es hier.

Gänzlich anders sah hingegen das Meinungsbild bei den anderenMitgliedern des Ausschusses aus. „Das ist kein Wald. Das sind Bäume,die auf Schienen und Schotter gewachsen sind“, sagte Uwe Kroon(SPD). Die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Gelände sollevorangetrieben werden.

Entwicklung ist wichtig für die Stadt

Ähnlicher Meinung war Lars Schmidt-Berg (CDU): „Die Entwicklungdes Grundstückes ist für Westerstede extrem wichtig“, sagte derRatsherr. Denn dieser Bereich könne durch seine Lage an der vielbefahrenen Ammerlandallee zur sprichwörtlichen Visitenkarte derStadt werden.

„Ich bin mehrfach auf dem Grundstück gewesen. Echter Wald ist dasnicht“, urteilte auch Jürgen Drieling (FDP), der zudem anmerkte,dass ein künftiger Investor 1,5 Hektar echten Wald alsAusgleichsfläche schaffen müsse. Drieling stellte aber auch klar,dass die FDP-Fraktion für eine behutsame Bebauung sei, die an dieUmgebung angepasst werde.

Zwei Ergebnisse

In der anschließenden Abstimmung zum Antrag der Grünen-Fraktiongab es zwei Ergebnisse: Zum einen sprachen sich die Mitglieder desAusschusses bei zwei Gegenstimmen gegen den gestellten Antrag aus.Im Gegensatz dazu stimmten die Ausschussmitglieder bei nur einerGegenstimme dafür, dass der Gestaltungsbeirat bei der Planung derGebäude, die auf dem Grundstück entstehen sollen, beteiligt wird.Eine endgültige Entscheidung über den Bebauungsplan fällt der Ratder Stadt Westerstede. Die Sitzung findet am 26. März imSitzungssaal des Westersteder Rathauses statt.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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