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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Klaus Groß sagt „Tschüss“

19.10.2019

Westerstede Noch sieht man ihn in der Öffentlichkeit bei der einen oder anderen Veranstaltung, aber am Ende des Monats nimmt Westerstedes Bürgermeister Klaus Groß endgültig Abschied vom Rathaus. 18 Jahre lang war er im Amt und hat dabei auch einige Umbrüche erlebt, darunter den Wechsel von der Zwei- zur Eingleisigkeit in der Kommunalverwaltung.

Tatsächlich interessiere er sich für Politik schon sehr lange, sagt der gebürtige Westerstederfelder. Seit 1981 sei er Mitglied der FDP – wegen des liberalen Gedankens. Imponiert habe ihm immer der Lebensweg des Großvaters seiner Frau Angelika, Albert Post. Er war langjähriger Bürgermeister von Westerstede und Landtagsabgeordneter.

Zahlen, Daten,Fakten

18 Jahre lang war Klaus Groß Bürgermeister in Westerstede. Im Herbst 2001 wurde er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt, 2006 zum hauptamtlichen. Seine Amtszeit geht diesen Monat zu Ende. Politisch aktiv ist er schon seit 1986: Damals zog er für die FDP erstmals in den Stadtrat ein.

Viele Hände musste Klaus Groß als hauptamtlicher Bürgermeister schütteln. 1393 Alters- und Ehejubilare standen von 2006 bis August 2019 in seinem Terminkalender. Das sind 90. Geburtstage (469), Goldene Hochzeiten (712) und Diamantene Hochzeiten (212). Dabei gab es immer ein Stück Kuchen oder Torte. Legt man jeweils 350 Kalorien zugrunde, sorgten diese Besuche für 500 000 Kalorien zusätzlich, hat Klaus Groß augenzwinkernd errechnet.

Enorm gewachsen ist Westerstede in den zurückliegenden Jahren. Als Groß 2001 zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt wurde, lebten 21 000 Einwohner in der Kreisstadt. 2019 sind es 24 000. Im Jahr 2001 waren es 9300 versicherungspflichtige Beschäftigte, aktuell 11 000. 2001 hatten sich 1510 Gewerbebetriebe in Westerstede angesiedelt, heute sind es 1956. Früher gab es 15 Krippenplätze, heute 150. Groß hat 82 Ehen geschlossen und fünf „Rhodo“-Pflanzenschauen begleitet. Als hauptamtlicher Bürgermeister unterschrieb er 254 Arbeitsverträge und war zuletzt Chef von rund 300 Mitarbeitern.

Beruflich stand für Klaus Groß zunächst eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker an. Später fand er bei der DAK eine neue Wirkungsstätte als Geschäftsstellenleiter. Parallel war er im Sportverein und im Westerloyer Dorfleben aktiv. Und da kam bei ihm der Wunsch auf, in Westerstede etwas mehr für junge Familien und den Sport zu bewirken. Er wollte sich im Rat engagieren. „Mit 32 Jahren bin ich zum ersten Mal angetreten und wurde gleich gewählt“, erinnert sich Groß.

2001 sollte er sich als Bürgermeister-Kandidat aufstellen lassen. „Eigentlich wollte ich mich nicht für ein herausragendes Amt bewerben. Das war eine riesige Herausforderung“, sagt er. Aber er tat es dennoch und wurde auf Anhieb gewählt. Fünf Jahre lang war er nach Feierabend und an den Wochenenden unterwegs, um die Aufgaben eines ehrenamtlichen Bürgermeisters zu erfüllen. Im Rathaus saß seinerzeit noch Stadtdirektor Gerd Tapken und regelte die Verwaltungsgeschäfte.

Diese Zeit sei sehr anstrengend gewesen, aber eine gute Schule für die Position des hauptamtlichen Bürgermeisters, die dann 2006 auf ihn zukam. Viele berufliche Erfahrungen, aber auch seine DFB-Manager-Ausbildung seien ihm dabei zugute gekommen. „Ich habe immer Leute gehabt, die an mich geglaubt haben. Rückblickend hatte alles seinen Sinn“, weiß er heute.

Und was waren die herausragenden Ereignisse in all den Jahren? „Das kann man kaum sagen, es ist das Ganze, das zählt“, findet Groß und nennt Stichworte wie Stadtentwicklung, Stadtmarketing, das Modellprojekt Kita-Jahnallee, die Kinderstadt „Kinderstede“ und die Kinderwette sowie die vielen Wettbewerbe, darunter der Sieg beim Europaentscheid von Entente Florale. Gemeinsam gemeistert habe man die Herausforderung der Flüchtlingsströme. „Es ist wichtig, alle zusammenzuführen. Man muss die Menschen mitnehmen, die Leute ernst nehmen, ehrlich sein und Vertrauen aufbauen.“ Es sei nicht immer einfach, seiner Linie treu zu bleiben, aber am Ende zahle sich das aus.

Und was hat er im Ruhestand für Pläne? „Jetzt steht erst einmal eine Afrika-Reise an“, erklärt der 65-Jährige. Später könne er sich vorstellen, ein Buch über seine Erlebnisse zu schreiben. Aber auch andere Aufgaben gebe es genug. Vor allem möchte sich der viel beschäftigte Politiker künftig mehr Zeit für seine Frau und Familie nehmen.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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