• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Politik

Rathaus In Westerstede: Das will der neue Bürgermeister

29.10.2019

Westerstede „Nein, Angst habe ich nicht, nur Respekt“, sagt Michael Rösner mit Blick auf sein neues Bürgermeisteramt. Mit seinen 189 Zentimetern und 93 Kilogramm glaubt man dem ehemaligen Kriminalbeamten aufs Wort. Neugierig beobachtet er sein Gegenüber: „Mich interessieren Menschen, ihre Geschichten, was sie antreibt – bisher als Polizist und künftig als Bürgermeister.“

Keine Angst

Überhaupt gebe es einige Parallelen zwischen diesen Berufen: Angst sei in beiden Fällen ein schlechter Berater, entscheidungsfreudig müsse man hingegen sein: „Als Polizist gab es viele ungewisse Situationen, in denen mir nur Minuten blieben, die richtige Entscheidung zu treffen – da habe ich künftig als Bürgermeister sogar etwas mehr Zeit“, sagt Rösner schmunzelnd. Überhaupt sei er ein optimistischer Mensch, jemand, der gern lacht und viel diskutiert, aber: „Sachlich bitte!“ Eine Lebenseinstellung, die ihn auch bei seiner künftigen Arbeit im Rathaus begleiten wird: „Wer schreit, verliert.“ Der 56-Jährige will mit Argumenten überzeugen, nicht mit Lautstärke. „Und dazu gehört auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.“ Menschen, die aus Prinzip auf ihren Meinungen beharren, bringen Rösner durchaus schon „mal auf die Palme“.

Für diese Geradlinigkeit und Offenheit schätzen ihn seine bisherigen Wegbegleiter bis heute, aber die Charaktereigenschaften trafen in der Vergangenheit nicht immer auf Gegenliebe: So stand in einer seiner ersten Polizeischüler-Beurteilungen: „Geht Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten nicht aus dem Weg.“

Rösner muss angesichts solcher Erinnerungen lachen. Damals war er schließlich noch ein wirklich junger Kerl: Aufgewachsen in Kayhauserfeld, entschied er sich mit gerade mal 16 Jahren für die Polizeiausbildung. Seine erste Station: die Polizeischule im Bad Iburger Schloss: „Um 22 Uhr herrschte Bettruhe“, erinnert er sich. Ein völlig anderes Leben als noch zuvor mit der Clique in Bad Zwischenahn. Die Karriereleiter führte ihn über Bereitschaftspolizei, Kripo und bewegende Zeiten beim mobilen Einsatzkommando (MEK) inklusive Castor-Begleitung am Ende wieder zurück ins Ammerland: „Das war mein Ziel“, so Rösner.

Rückblickend sei die Zeit beim MEK nicht die beste gewesen: „Aber wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte ich mich geärgert.“ 39 Jahre und drei Monate war er Polizist, bereut hat er nicht einen einzigen Tag: „Auch wenn sich die Polizeiarbeit in dieser Zeit stark verändert hat und nicht einfacher geworden ist.“

Nun geht es also weiter, ein neuer Lebensabschnitt als hauptberuflicher Bürgermeister beginnt. Eine – für manche – unbequeme Wahrheit stellt er gleich vorab klar: „Eine 30 000-Einwohner-Stadt wird Westerstede nicht werden!“

In seiner Amtszeit will Rösner vor allem die Themen Schule und Bildung inklusive Personal und Ausbildung stärker auf den Prüfstand stellen und in den Bereichen gegebenenfalls nachjustieren. „Beim Bauen geht es darum, dass Westerstede als Gesundheitsstadt im Grünen erkennbar bleiben muss“, so Rösner.

Natürlich sei es wichtig, dem steigenden Wohnraumbedarf Rechnung zu tragen, „aber wir dürfen keinen Leerstand produzieren.“ In der Wirtschaft will Rösner den Motor Mittelstand weiter stärken: „Es sind die mittelständischen Unternehmen und Firmen, deren Familien häufig seit Jahrzehnten im Ammerland ansässig sind und die die Steuern zahlen.“

Die Innenstadtbelebung wird Rösner als Bürgermeister ähnlich umtreiben wie schon seinen Vorgänger Klaus Groß: „Wir dürfen unsere Stadt nicht immer schlecht reden, sondern wir müssen von Westerstede überzeugt sein, dann überzeugen wir auch andere.“

Große Fußstapfen

Apropos Klaus Groß: Dass Rösner ab 1. November in große Fußstapfen tritt, stört ihn nicht – als ehemaliger Marathonläufer und begeisterter Skifahrer nimmt Rösner es sportlich und kündigt an: „Die Kultur im Rathaus wird sich ändern. Ich will ein Bürgermeister für alle werden – unabhängig vom Parteibuch.“

In einem ersten Schritt möchte er alle Fraktionsvorsitzenden und Dezernenten an einen großen Tisch holen – Offenheit ist ihm ein Anliegen. Einen Strich könnte ihm lediglich sein Terminkalender machen – der ist nämlich schon jetzt randvoll. Aber ein Tag hat eben nur 24 Stunden: „Das war auch bei Klaus Groß nicht anders“, sagt der zukünftige Bürgermeister.

Am Freitag nun muss Rösner seine erste offizielle Feuerprobe bestehen: Er wird den Herbstmarkt eröffnen – die Ammerländer Politikprominenz wird genau zuhören, was ihr Bürgermeister verkünden wird. Rösner gibt sich gelassen: „Ich habe die Rede schon im Kopf. Sie wissen ja: Angst habe ich nicht, nur Respekt!“

Katja Lüers Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2613
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.