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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Mit Gedenkgang Zeichen setzen

06.11.2019

Westerstede Am 9. November 1938 erreichte die Judenverfolgung in der NS-Zeit eine neue Dimension: Die Nationalsozialisten riefen dazu auf, jüdische Geschäfte und Synagogen zu verbrennen. Schon in der Nacht darauf stehen sie in Flammen.

Gedenkgang am Samstag in westerstede

Am Samstag, 9. November, lädt die Initiative „Gegen das Vergessen“ zum Gedenkgang ein.

Beginn ist um 19 Uhr am Rathaus. Alle Menschen aus der Region sind eingeladen, an diesem rund 90-minütigen Gang teilzunehmen und ein Zeichen zu setzen.

Fünf Stationen werden in der Stadt aufgesucht, darunter der jüdische Friedhof und die Stadtbibliothek. Die Schüler halten Reden zu den historischen Orten.

Gegen Judenhass und Rassismus

Aus Oldenburg erfolgt am 22. November 1938 schließlich der Erlass, alle jüdischen Kinder von öffentlichen Schulen zu verweisen – und so erging es auch den vier jüdischen Kindern der Höheren Bürgerschule Westerstede: Hermine Silberbach, Rosa Silberbach, Oskar Silberbach und Leonard Frank. Nur Hermine Silberbach überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten.

Gut 80 Jahre später, am Samstag, 9. November, will die Initiative „Gegen das Vergessen“ nicht nur an diese unfassbaren Gräueltaten erinnern: „In der aktuellen politischen Lage – mit Blick auf den Terroranschlag in Halle und den Wahlausgang in Thüringen – wollen wir bewusst ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und Rassismus setzen“, sagt Sönke Harms. Die Idee sei zudem, Menschen zum Nachdenken anzuregen.

Der 16-jährige Gymnasiast begleitet schon seit 2015 die jährlichen Gedenkgänge in Westerstede – anfänglich lief er einfach nur mit, inzwischen hält der junge Mann auch kleinere Reden – am Samstag an der ersten Station des Gedenkgangs, am Rathaus. „Alle Menschen aus der Region sind eingeladen, mit uns gemeinsam den Juden zu gedenken, die in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten bedroht, verschleppt und getötet wurden“, so der Schüler.

Gedenkgang: fünf Stationen

Gestartet wird um 19 Uhr am Rathaus. Von dort laufen die Teilnehmer zunächst zum jüdischen Friedhof, steuern dann die Stadtbibliothek und anschließend das Abraxas an und enden am Gymnasium Westerstede. „An jeder Station halten Schüler kleinere Reden zu den historischen Hintergründen der Orte, rund 90 Minuten haben wir für den Gang eingeplant“, erklärt Bruno Reil. Für ihn ist es der erste Gedenkgang: Der 14-Jährige gehört wie sein Mitschüler Sönke zur Schülervertretung: „Wir haben das Thema natürlich auch im Unterricht behandelt, aber ein solcher Gedenkgang sensibilisiert noch einmal besonders.“

Treffen mit Nachfahren von Freddy Strauss

Während die Vorbereitungen für den Gedenkgang in Absprache mit dem Jugendbeirat und der Stadt Westerstede auf Hochtouren laufen, schauen die Jugendlichen besonders gespannt auf ein Treffen am Mittwoch, 6. November, im Rathaus: Dort erwartet Hilke Hinrichs als Vertreterin des Bürgermeisters den argentinischen Musiker Olec Mün. Seine jüdischen Vorfahren, zu denen neben der Familie Polak auch die Familie Strauß zählt, lebten in den 1930er Jahren in Westerstede und mussten fliehen. Mün reist heute an, um auszuloten, ob er sein Werk „Reconciliation“, zu Deutsch „Versöhnung“, in Westerstede uraufführen kann. Er will den Jugendlichen zudem eine Videobotschaft seines Großvaters Freddy Strauss vorspielen, der in Westerstede geboren wurde und später nach Argentinien flüchten musste.

Katja Lüers Redakteurin / Redaktion Westerstede
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