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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Westerstede baut schon an der Zukunft

15.03.2019

Westerstede Wohnraumversorgungskonzept ist ein recht sperriges Wort. Doch hinter diesem Begriff stecken viele Änderungen und Zahlen für das Ammerland. Wie die Entwicklung in den anderen fünf Kommunen aussehen könnte, das haben wir in den vergangenen Tagen berichtet. Zum Abschluss unserer Gemeinde-Serie gibt es nun den Blick auf Westerstede.

Was ist in Westerstede anders?

Und der sieht ganz anders aus, als in den anderen Ammerland-Orten. Woran das liegt? Zum einen ist bereits ein neuer Stadtteil im Bau. Zum anderen hat das Wirtschaftsforum eine Diskussion um die Stadtentwicklung angeschoben. Was wünschen sich die Westersteder von ihrer Stadt? Und soll Westerstede mittelfristig von derzeit 23 000 auf 30 000 Einwohner wachsen?

Wächst die Stadt auf 30.000 Einwohner?

Zumindest diese Frage beantwortet die Studie des Gewos-Instituts recht eindeutig. Zwar gibt es keine konkrete Bevölkerungshochrechnung, aber eine Prognose über die Zahl der Haushalte. 9920 gab es im Jahr 2017. Für das Jahr 2035 erwarten die Forscher 10 290, also einen Zuwachs um 370 Haushalte. Bei durchschnittlich 2,3 Personen pro Haushalt in Westerstede würde dies ein Einwohnerwachstum um 851 Personen machen. Und das wären dann knapp 24 000 Menschen.

Wie viele Wohneinheiten müssen gebaut werden?

Fast ebenso groß wie das Bevölkerungswachstum ist in Zahlen der Bedarf an neuen Wohneinheiten. 820 werden bis 2035 benötigt. Warum so viele, wenn die Einwohnerzahl doch nur moderat steigen wird? Zum einen gibt es einen erheblichen Ersatzbedarf (380 Wohneinheiten). Zum anderen wird durch den demografischen Wandel die Zahl der Menschen pro Haushalt weniger werden.

Im Bereich der Mehrfamilienhäuser hat Gewos einen Bedarf von 230 Wohnungen sowie 590 Einfamilienhäusern bis 2035 errechnet. Im Gegensatz zu den anderen Ammerland-Gemeinden wird dies in Westerstede zumindest auf dem Papier kein Problem werden. Ein Blick in den Orchideenkamp reicht.

Der neue Stadtteil gefällt zwar nicht jedem. Er schließt aber eine wichtige Lücke – nämlich den gewachsenen Bedarf an Wohnungen für kleinere Seniorenhaushalte. Allerdings wird sich nicht jeder Rentner dort etwas mieten können.

Wie entwickeln sich die Mietpreise?

Damit wären wir bereits bei den Preisen. In Westerstede kostete der Quadratmeter (kalt) 2017 im Schnitt 6,10 Euro. Dies war der zweitniedrigste Wert im Ammerland. Lediglich in Apen (5,80 Euro) waren Mietwohnungen im Mittel günstiger. Gegenüber 2014 gab es eine Steigerung um elf Prozent.

Aber: Für Neubauobjekte muss man inzwischen mit 8,50 Euro kalkulieren. Das sind auch die Preise, die am Orchideenkamp zumeist im Gespräch sind. 35 Prozent der angebotenen Wohnungen in der Stadt liegen bereits über acht Euro.

Nur Bad Zwischenahn (38 Prozent) hat da eine höhere Quote. Allerdings liegen auch 21 Prozent unter der Marke von sechs Euro. Es gibt in Westerstede also durchaus ein Gefälle zwischen Neubauten im erweiterten Innenstadtbereich und älteren Objekten in den umliegenden Dörfern.

Was muss man für ein Haus ausgeben?

Daran muss man auch denken, wenn man sich den mittleren Preis für Einfamilienhäuser anschaut Der lag 2017 bei 234 000 Euro. Ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zu 2014.

Die Stadt will zwar weiter Grundstücke für Neubauten ausweisen. Gleichwohl ist die Nachfrage größer als das Angebot. Denn Westerstede befindet sich längst auf dem Radar von mancher Oldenburger Familie, die sich in der Großstadt kein vernünftiges Haus mehr leisten kann. 356 000 Euro beträgt dort der Mittelwert.

Zudem ist Westerstede mit seiner Infrastruktur sehr interessant. Die Einkaufsmöglichkeiten sind gut, auch das Schulangebot. Von Ocholt aus gibt es eine gute Bahnverbindung nach Oldenburg, auch eine Schnellbuslinie fährt in guter Taktung. Und die medizinische Versorgung ist für eine Stadt mit 23 000 Einwohnern herausragend.

Wie sieht das Pendlerverhalten aus?

Das Klinik-Zentrum ist neben der Verwaltung (Landkreis, Finanzamt, etc.) auch ein Grund, warum Westerstede als einzige Kommune im Ammerland mehr Ein- als Auspendler hat. Der Saldo liegt bei immerhin 1795 Personen. Mehr als 6000 Arbeitnehmer fahren täglich nach Westerstede.

Sollte sich das Pendlerverhalten zum Beispiel durch deutlich höhere Kfz-Kosten ändern, könnte die Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt stärker steigen.

Im Westersteder Rathaus und in der Wirtschaft hat man die Situation erkannt. Derzeit gibt es in der Politik eine Diskussion um neue Baugebiete und die Frage, wie groß dort die Grundstücke sein müssen. Ebenfalls ein Thema ist die Innenverdichtung. Wo will man sie in welchen Bereichen zulassen? Auch dieses Thema beschäftigt ganz aktuell den Stadtrat.

Ebenfalls beispielhaft: die Bürger werden bei den Diskussionen mitgenommen. Als sich gegen eine Bebauung mit Wohnungen an der Norderbäke Widerstand formierte, zog der Rat den Gestaltungsbeirat der Architektenkammer Niedersachsen hinzu. Und nachdem die Experten die Pläne ebenfalls kritisch sahen, beerdigte die Politik das Projekt umgehend.

-> Die Studie steht auch auf der Tagesordnung für den Kreistag am 28. März (ab 16 Uhr im Kreishaus). Eingesehen werden kann sie hier.

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Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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