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NWZonline.de Region Ammerland Politik

„Leben in einer sicheren Region“

24.08.2017

Wiefelstede Die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland ist weiter rückläufig. Eckhard Wache, Leiter der Inspektion, wagte am Dienstagabend in Rabes Gasthof in Wiefelstede die Prognose: Ende des Jahres könnte ihre Zahl für 2017 „Richtung 19 000“ gehen. In den letzten Jahren habe sie bereits bei unter 20 000 gelegen, davor sei sie deutlich höher gewesen, sagte Wache.

Gäste bei der CDU

Er war Gast des CDU-Kreisverbandes Ammerland, der zur Podiumsdiskussion zum Thema „Kriminalität und Sicherheit – Schutz in unserer Region“ geladen hatte. Dazu hatten die Christdemokraten neben Wache auch Torben Tölle (Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg), Michael Herrmann (Pressesprecher des Landgerichts Oldenburg) und Gerd Koop als Leiter der Justizvollzugsanstalt Oldenburg eingeladen. Gut 100 Zuhörer waren gekommen.

Wache machte bei dem vom CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke und dem Bundestagsabgeordneten Stephan Albani moderierten Abend deutlich: Im Ammerland kommen auf 100 000 Einwohner 4200 Straftaten, in Oldenburg sind es 9000 auf 100 000 Einwohner. Das sei sehr wenig. Auch bei Einbruchsdiebstählen sei 2017 ein Rückgang zu verzeichnen. 2016 seien sie Thema gewesen, da habe es einen Anstieg um 40 bis 50 Prozent gegeben – „allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus“, sagte Wache.

Sorge bereiteten der Polizei die sozialen Netzwerke, in denen „viel Mist“ in Form von Unwahrheiten und Gerüchten verbreitet werde. Wache: „Das bereitet der Polizei ebenso große Probleme wie manchmal der Hang der Medien zu Superlativen. Dennoch: Wir leben in einer sicheren Region, vielleicht einer der sichersten Regionen in Deutschland“, zeigte sich Wache überzeugt.

„Traurige Entwicklung“

Torben Tölle von der Staatsanwaltschaft Oldenburg verwies dennoch auf die zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegen Polizei und Rettungskräfte: „Eine traurige Entwicklung, da müssen wir gegensteuern.“ Auf zunehmende Übergriffe durch Anspucken verwies Eckard Wache. „Da wird auch gezielt in Augen oder in den Mund gespuckt – von Menschen, die wissen, dass sie ansteckende Krankheiten haben“. Wache: „Wir haben einen Spuckschutz, aber der taugt nicht in die Wurst. Die Bremer Kollegen haben Hauben, die sind besser.“

Gerd Koop ist Leiter der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. „Wir nehmen jeden, sind nicht wählerisch“, flachste Koop. In Oldenburg säßen derzeit Menschen aus 42 Nationen ein, meist Europäer. Sie machten 45,4 Prozent aller Gefangenen aus. Kommunikation erfolge im wesentlichen „mit Händen und Füßen“, am wenigsten mit Dolmetschern: „Mitgefangene sind da eine große Hilfe“. 50 Prozent aller Gefangenen kämen übrigens krank in die Anstalt.

Einsperren zu wenig

Ziel sei, die Strafgefangenen auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. Koop: „Das alleinige Einsperren macht die Menschen nicht besser.“ Das beweise der offene Strafvollzug, bei dem die Rückfallquote deutlich niedriger sei.

Michael Herrmann, Sprecher des Landgerichts Oldenburg, sprach von wahren Aktenbergen, die vor jeder Verhandlung in kurzer Zeit abgearbeitet werden müssten. Das Gericht befasst sich nach seinen Angaben übewiegend mit Bandenkriminalität wie Einbruchsdiebstahl oder Betrug. Da bei diesen Banden Geld keine Rolle spiele, machten die Verteidiger dem Gericht oft das Leben schwer, indem Verfahren bewusst in die Länge gezogen würden.