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NWZonline.de Region Ammerland Politik

Unruhen beunruhigen Helfer

18.08.2018

Wildenloh /Eversten „Eigentlich ist es unser Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu leisten. Leider ist das momentan aufgrund der politischen Unruhen nicht möglich. Wir können nur darauf hoffen, dass sich die Situation wieder bessert. Und das schnell.“ Wenn Hermann Lohbeck über seine Arbeit für den Nicaragua-Verein Oldenburg spricht, schwingt Begeisterung in seiner Stimme mit, aber gerade auch Trauer und ein wenig Hoffnungslosigkeit.

Das Bedauern ist groß

Der Wildenloher arbeitet seit Jahren im Vorstand des Vereins, der normalerweise jährlich bis zu vier junge Menschen für ein Jahr nach Nicaragua entsendet. Normalerweise. Denn aufgrund der Unruhen im Land mussten sogar die vor Ort befindlichen Freiwilligen ihren Aufenthalt früher als geplant beenden.

Ehrenamtliche Arbeit

Der Nicaragua-Verein Oldenburg existiert seit 1985 und wurde gegründet, um die Solidarität mit einem Land zu zeigen, das sich von einer Diktatur befreit hatte. Die Vereinsarbeit ist rein ehrenamtlich. Wichtigste Grundlage der Arbeit ist die Unterstützung durch Schulklassen und private Spender.

Ziel der Arbeit ist die Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort unter anderem durch die regelmäßige Entsendung junger Freiwilliger. Die Entsendung erfolgt über das Weltwärts-Programm der Bundesregierung. Pro Jahr werden vier junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren vor Ort durch die Organisation betreut.

    www.nicaraguaverein-oldenburg.de

Die Oldenburgerinnen Veronika (25) und Antonia (20) sind zwei der vier jungen Menschen, die im Mai dieses Jahres vorzeitig zurückkehrten. „Ich war für den weiteren Aufbau und die Gestaltung der Bibliothek im Dorf zuständig“, berichtet Veronika über ihre Arbeit. „Von den Unruhen haben wir in dem recht abgeschiedenen Dorf erst gar nichts mitbekommen. Bei einem Besuch der Hauptstadt haben wir von den Kämpfen erfahren“, sagt sie. Und Antonia ergänzt: „Wir haben uns mit anderen ausgetauscht und von dem Ausmaß der Straßenkämpfe erfahren.“

Von da an ging alles sehr schnell. Alle entsendeten Freiwilligen reisten sofort in die Heimat zurück. „Das ist schade“, bedauert Antonia, deren Aufgabe in Nicaragua darin bestand, Briefe von Oldenburger Schulen und Privatpersonen zu übersetzen und damit für eine bessere Vernetzung zu sorgen. „Wir haben so viel voneinander gelernt, wir alle. Diese Verbindung darf nicht abreißen“, betont sie.

Zentralamerikanischer Staat mit etwa sechs Millionen Einwohnern

Nicaragua ist ein Staat in Zentralamerika. Die Hauptstadt heißt Managua. Landessprache in Nicaragua ist Spanisch, sie wird von allen rund 6 150 000 Einwohnern gesprochen. Der Staat hat eine Fläche von 120 254 Quadrat­kilometern. Staats­oberhaupt der Republik ist Präsi­dent Daniel Ortega. In Nicaragua stehen sich seit Mitte April die Regierung unter dem autoritär herrschenden Ortega und eine zivile Opposition gegenüber. Entflammt hatte den Konflikt eine geplante Sozialreform, die später zurückgezogen wurde.

Der Nicaragua-Verein entsendet seine Freiwilligen nach San Francisco Libre, 80 Kilometer von Managua entfernt. Das Gemeindegebiet umfasst ca. 30 kleine Dörfer (Communidades) und ist ungefähr so groß wie das Ammerland. Viele Dörfer verfügen erst seit Kurzem über Elektrizität, so dass es in den meisten Dörfern auch noch kein fließendes Wasser gibt.

Auch für die Freiwilligen, die derzeit auf ihre Reise nach Nicaragua warten, ist zu hoffen, dass sich die Lage beruhigt. „Aktuell wäre es zu gefährlich“, erklärt Vereinsvorsitzende Alexa vom Berg die Gründe für den Entsendungsstopp. „Natürlich möchten wir die Arbeit fortsetzen“, sagt sie. Aber die Gesundheit der Freiwilligen habe Priorität.

„Wir werben für eine Verbesserung der Lebensbedingungen. Für einen aktiven Austausch und die Vernetzung der Kulturen. Wir sind sehr stolz darauf, was schon erreicht wurde“, zählt die gebürtige Ammerländerin auf.

Beobachtung der Lage

„Unsere Freiwilligen bieten Schwimm- und Sprachkurse an. Eine Bibliothek entstand aus einer Bücherkiste. Auf rund fünf Hektar Land betreiben die Dörfer ein Umweltprojekt. Das möchte keiner aufgeben“, bedauert vom Alexa Berg die Zwangspause. Und sie hat trotzdem Hoffnung: „Wir beobachten die Situation. Wenn sich die Lage stabilisiert hat, werden wir auch wieder Freiwillige entsenden.“ Damit die Vernetzung weiter gestärkt wird und das Verständnis weiter wächst.

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