Rastede/Wiefelstede - Joachim Poelmeyer fällt auf, wenn er durch Rastede fährt: Neongelbe Warnweste, gelber Fahrradhelm, neongrünes E-Bike mit dem Schriftzug „Polizei“. Seit gut zwei Jahren ist der 60-jährige Hauptkommissar Rastedes „Kontaktbereichsbeamter“, kurz „Kob“, übersetzt: ein Polizist zum Anfassen. „Ich verstecke mich nicht“, sagt Poelmeyer, der auch dort unterwegs ist, wo die Streifenwagen nicht so einfach hinkommen. Seine Aufgabe: den Kontakt zur Bevölkerung aufnehmen und pflegen – nicht nur in der Gemeinde Rastede, sondern auch in der Gemeinde Wiefelstede.
Sprechstunden
Seit einiger Zeit bietet Poelmeyer zusätzlich regelmäßige Sprechstunden an. Die finden in Rastede statt im Treffpunkt MitEinAnder in der Lessingstraße, im Awo-Kompetenzzentrum an der Mühlenstraße, in der Schule am Voßbarg und in Metjendorf im Mehrgenerationenhaus Casa. Um auch in den Außenbereichen präsent zu sein, gibt es außerdem Termine in Wahnbek und Hahn-Lehmden. Dafür stellt die Kirchengemeinde ihre Räume zur Verfügung. „Mal kommen mehr Leute, mal weniger“, erzählt Poelmeyer. Schlange stünden sie aber noch nicht.
Hahn-Lehmden: Die Sprechstunde findet im Gemeindehaus, Wilhelmshavener Straße 155, statt – vierzehntägig donnerstags von 13 bis 15 Uhr. Die nächsten Termine: 27. Juli, 10. August, 24. August, 7. September und 21. September.
Wahnbek: Die Sprechstunde findet im Gemeindehaus, Butjadinger Straße 62, statt – vierzehntägig montags von 15 bis 17 Uhr. Die nächsten Termine: 24. Juli, 7. August, 21. August, 4. September und 18. September.
Treffpunkt MitEinAnder: Die Sprechstunde findet monatlich in den Räumen an der Lessingstraße 24 statt, jeweils am letzten Mittwoch des Monats von 10 bis 12 Uhr.
Awo-Kompetenzzentrum: Die Sprechstunde findet monatlich in den Räumen an der Mühlenstraße 80 statt, jeweils am ersten Dienstag im Monat von 12.30 bis 13.30 Uhr.
Schule am Voßbarg: Die Sprechstunde findet monatlich im Gebäude an der Schillerstraße 2 statt, jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr.
Casa Metjendorf: Die Sprechstunde findet vierzehntägig in den Räumen des Mehrgenerationenhauses, Am Marktplatz 1, statt – dienstags von 15 bis 17 Uhr. Die nächsten Termine: 1. August, 15. August, 29. August, 12. September und 26. September.
„Ich beantworte Fragen, nehme Anzeigen auf und habe einen Koffer voll mit Infomaterial dabei“, berichtet der Hauptkommissar und sagt: „Das ist meine kleine, mobile Wache.“ Die Anliegen der Menschen, die ihn aufsuchen, reichten von Beschwerden wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Parkverstößen bis hin zu zivilrechtlichen Themen wie Nachbarschaftsstreitigkeiten. „Da ist auch die Zusammenarbeit mit den Streitschlichtern sehr gut“, betont Poelmeyer.
Bei den Sprechstunden in der Schule am Voßbarg stünden hingegen eher Fragen zum Jugendschutzgesetz, zu Rollern oder E-Scootern im Vordergrund, sagt der „Kob“. In der Awo liege der Schwerpunkt indes im Bereich der Präventionsarbeit. Dann erkläre er zum Beispiel, dass es keine gute Idee ist, die Tasche mit dem Portemonnaie beim Einkaufen offen im Einkaufswagen liegen zu lassen. Internetkriminalität und Betrugsmaschen sind weitere Themen, die die ältere Generation beschäftigen.
Einen ganz anderen Ansatz verfolge er derweil im „MitEinAnder“ im Dichterviertel. Dort leben viele Menschen aus anderen Ländern. „Viele haben in ihrer Heimat Polizeigewalt kennengelernt“, sagt Poelmeyer, der diesen Menschen die Hemmschwelle nehmen möchte, sich an die Polizei zu wenden.
Auf „Fahrradstreife“
Wenn der Polizeihauptkommissar keine Sprechstunde abhält, ist er in Rastede und Wiefelstede unterwegs. Morgens und mittags stehe dann zum Beispiel der Verkehr rund um die Schulen im Mittelpunkt. Auch bei den Supermärkten und Discountern ist Poelmeyer anzutreffen – auch um etwaige Langfinger abzuschrecken. „Wir haben immer wieder mal Taschendiebe im Ort“, weiß der 60-Jährige, der seit 1988 in Rastede tätig ist und vor seiner Arbeit als „Kob“ im Ermittlungsdienst war. Außerdem ist er auf so ziemlich jeder größeren Veranstaltung anzutreffen.
Auch für Touristen da
Über Funk steht Poelmeyer zudem die ganze Zeit über in Kontakt mit den Kollegen auf der Wache. Wenn beispielsweise ein Ladendiebstahl gemeldet wird, ist er mit dem Rad schnell vor Ort. Und natürlich werde er häufig angesprochen, zum Beispiel von Radtouristen, die eine Werkstatt oder eine Unterkunft suchen, oder von Ortsunkundigen, die sich nach dem richtigen Weg erkundigen.
Auch für solche Fragen steht der „Kob“ zur Verfügung und ist sehr zufrieden mit seiner Rolle. Poelmeyer wird sich deshalb auch künftig nicht verstecken, sondern auffallen, wenn er mit neongelber Warnweste, gelbem Fahrradhelm und neongrünem Polizeifahrrad unterwegs ist.
