Westerstede - Im Ammerland ist die Zahl der registrierten Straftaten um 13 Prozent angestiegen. Die Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland verzeichnet in ihrer Statistik 5051 Delikte (Vorjahr 4434). Trotz dieses Anstiegs erfreulich: In keiner anderen Region in Niedersachsen ist die Kriminalität – und damit auch das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden – niedriger, heißt es von der Polizei.
Diebstähle
Auf die Gesamtzahl der Straftaten entfallen mit knapp 33 Prozent und 1662 Delikten die meisten der Taten in den Bereich Diebstahl (Vorjahr 1534). Dabei ist ein Anstieg der Ladendiebstähle auf 354 Fälle (Vorjahr 236) festzustellen. Nur ein kleiner Anstieg ist im Bereich der Wohnungseinbruchsdiebstähle von 62 Delikten im Vorjahr auf 78 Delikte zu verzeichnen. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kriminalberatung in diesem Bereich gerne zur Prävention berät.
Sexualstraftaten
Bei den Sexualstraftaten ist ein Anstieg auf 200 Fälle (Vorjahr 144) zu verzeichnen. Diese Steigerung dürfte sich im Wesentlichen durch den deutlichen Anstieg der Fälle des Verbreitens pornografischer Inhalte erklären lassen. Hier sind die Fallzahlen deutlich gestiegen. Oftmals handelt es sich hierbei um das wechselseitige Versenden von strafbaren Bildern über Messengerdienste.
Körperverletzung und Betrug
Wie in Oldenburg haben auch im Ammerland die sogenannten „Rohheitsdelikte“ zugenommen. Die Zahl der Fälle stieg von 701 auf 862 Delikte. Den weitaus größten Teil machen hier laut Statistik die Körperverletzungen mit 562 Delikten (Vorjahr 469) aus. Rund 18 Prozent entfallen auf Betrugsdelikte (918 Fälle).
Ein Tötungsdelikt
Im Ammerland hat es im Jahr 2023 ein Tötungsdelikt gegeben. In der Karl-Jaspers-Klinik ist ein Patient durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen. Das wurde bei einer Obduktion festgestellt. In diesem Fall gibt es einen Tatverdächtigen, die Ermittlungen dauern laut Polizei noch an.
Häusliche Gewalt
Die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Fälle von häuslicher Gewalt ist im Ammerland von 132 Delikten im Jahr 2022 auf 188 Delikte gestiegen (Steigerung um 42,42 Prozent). Laut Polizei ist zu vermuten, dass die Anzeigebereitschaft weiter zunimmt. Der Bereich der häuslichen Gewalt habe inzwischen eine große gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Sensibilisierung erhalten. Gleichzeitig dürften bestimmte Risikofaktoren wie zum Beispiel die wirtschaftliche oder geopolitische Lage zugenommen haben.
Junge Straftäter und Flüchtlinge
Die Anzahl der aufgeklärten Fälle, zu denen junge Menschen unter 21 Jahren als Tatverdächtige oder Beschuldigte ermittelt wurden, liegt bei 398 Fällen und ist damit fast gleichauf mit dem Wert aus 2022. Im Jahr 2023 hatten laut Statistik 23 Prozent aller Tatverdächtigen keinen deutschen Pass (Vorjahr 22 Prozent), auch hier ist keine spürbare Veränderung messbar.
