Portsloge - Ihre gelben Blüten sehen aus wie Hirse. Die Blätter erinnern an Fächer. Wenn Gisela und Klaus Krause (beide 71) Besuch haben, fällt der Blick schnell in den Garten des Ehepaars. Die beiden Portsloger haben nämlich eine über zwei Meter große Chinesische Hanfpalme, auch Tessinerpalme genannt, hinter dem Haus stehen. „Unsere Enkel sind ganz neidisch und würden die Palme am liebsten ausbuddeln“, sagt Gisela Krause und lacht.

Aber auch die heimische Tierwelt hat Gefallen an dem für diese Region sehr ungewöhnlichen Baum gefunden. Man sieht Bienen, die sich in den gelben Blütenständen Futter suchen. „Ich habe auch schon Eichhörnchen mit Bällen aus den Fasern des Stamms weglaufen sehen“, berichtet die 71-Jährige.

Anfangs sei die Palme nur einen halben Meter groß gewesen. Allein der knorrige Stamm ist nun zwei Meter groß. Viel Pflege bedarf sie aber nicht. „Mein Mann gießt sie dreimal die Woche.“ Und ganz wichtig: „Er spricht auch mit ihr“, berichtet Gisela Krause und fängt wieder an zu lachen. Ansonsten würden die beiden Hobbygärtner den Baum nur anschauen und sich freuen, dass er da ist.

Kalte Temperaturen bereiten den Palmenzüchtern keine Sorgen. Die winterharte Palme hält Temperaturen bis -17 Grad aus. In der Winterzeit werden die unteren Blätter von Familie Krause hochgebunden. In der Weihnachtszeit werde der Baum auch schon mal mit einer Lichterkette oder einem Stern geschmückt.

Aber wie gelangte der Südflair verbreitende Baum nach Portsloge? „Vor elf Jahren haben wir uns zur Rubinhochzeit die Palme geschenkt“, erinnert sich die Portslogerin. Vorher hatten sie die Exotenpflanze bei einer Baumschule gesehen. Übrigens verbreitet die Chinesische Hanfpalme nicht überall nur Freude: Aktuell verdrängt sie zusehends die einheimischen Pflanzen in der Schweiz. Die Hanfpalme war dort als Zierpflanzen angelegt worden. Das dortige Umweltamt will deshalb eine weitere Ausbreitung verhindern. Das ist in Portloge allerdings nicht zu befürchten.