Portsloge - Normalerweise herrscht am vereinseigenen See am Espergöhlen in Portsloge am Pfingstmontag emsiges Treiben. Schiffsmodellbauer, die selbst aus den Niederlanden angereist kommen, präsentieren ihre Boote und Schiffe und nutzen die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Mit langer Tradition
In dieser Woche war davon allerdings nichts zu sehen. Einige wenige Mitglieder des Schiffsmodellbauclubs (SMC) Bad Zwischenahn-Edewecht hatten sich hier am Vormittag getroffen, um ihrem Hobby nachzukommen. Sie ließen einige Boote zu Wasser, entspannten sich dabei am Steg und genossen das schöne Sommerwetter.
Das Schaufahren am Pfingstmontag hat sich schon längst zu einer Tradition entwickelt. Seit 48 Jahren gibt es den SMC, seitdem ist das Fest erst ein einziges Mal abgesagt worden – wegen schwerer Unwetter. Jetzt erfolgte die Absage wegen der Corona-Pandemie. „Zwar ist es eine Außenveranstaltung. Aber wir können nicht gewährleisten, dass auch die ganzen Vorgaben eingehalten werden können. In den letzten Jahren waren jeweils einige Hundert Besucher auf dem Platz“, erklärte der Vorsitzende Heiko Döhren aus Edewecht die Absage.
Er wies ebenfalls darauf hin, dass die zurzeit ruhende Vereinsarbeit sich auch negativ auf die Jugendvereinsarbeit der Schiffsmodellbauer auswirken würde. Alle 14 Tage treffen sich im Haus der Begegnung in Edewecht Kinder und Jugendliche, um unter Anleitung Schiffsbausätze zusammenzusetzen: „Wir können noch vom Glück sprechen, dass wir im Februar in der Aula des Gymnasiums in Edewecht unsere große Bootsausstellung durchführen konnten. Das hat uns einige neue Mitglieder in den Verein gebracht.“ Ein Dank ging dabei an die Gemeinde, die einige Kosten zur Durchführung der Veranstaltung übernahm.
Jetzt treffen sich die Vereinsmitglieder, die entsprechenden Vorgaben beachtend, jeden Samstagvormittag an ihrem See im Espergöhlen. „Wir können von unserem Hobby einfach nicht loslassen“, so Heiko Döhren. Damit kann aber eine Großveranstaltung wie das Schaufahren nicht ersetzt werden: „Wir hatten immer viele Neugierige, die auch zufällig vorbeikamen, hier auf dem Platz. Und was ich sehr bedauere, ist der fehlende Austausch und das Fachsimpeln mit den Mitgliedern der anderen Vereine.“
50-jähriges Jubiläum
Wann das Vereinsleben wieder richtig anlaufen wird, konnte Döhren nicht sagen. Was aber bereits seine Schatten vorauswirft, ist die Jubiläumsveranstaltung in zwei Jahren. „2022 feiert unser Verein sein 50-jähriges Bestehen – das wollen wir natürlich groß feiern. Die ersten Gedanken und Ideen dazu wurden bereits gesammelt. Dann hoffen wir auch wieder auf einen stimmungsvollen Pfingstmontag“, sagte Heiko Döhren.
