Apen - Für Jan gehört es zum täglichen Ritual fest dazu: Hühner und Enten füttern, Eier suchen, Stall ausmisten – zusammen mit Opa – und an oberster Stelle steht das Streicheln der Tiere. „Ich streichele die Küken und so werden sie zahm“, erzählt der Sechsjährige mit einem Strahlen im Gesicht und „Flecki“ auf dem Arm: „Die habe ich schon seit drei Jahren“, so Jan.
Jüngstes Mitglied
Opa Ludger Bünnemeyer erklärt, dass „Flecki“ ein Ohiki ist - eine südjapanische Zwerghuhnrasse, die zu den Langschwanzhühnern gehört. Der sechsjährige Jan ist jüngstes Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein (RZGV) Apen-Augustfehn. „Er hat schon als Kleinkind seine Freude und Liebe für das Geflügel entdeckt. Morgens ist sein erster Weg über den Rasen zum Stall“, berichtet der Vorsitzende des RGZV. Die Familie seines Enkels wohnt in direkter Nachbarschaft.
Bereits auf 40-jährige Mitgliedschaft im RGZV blickt Johann Bödecker. „Ich bin mit Tauben angefangen“, erinnert er sich. Und schon kurze Zeit später sei Alfred Töbermann, damaliger Vorsitzender des RGZV, zu ihm gekommen und habe gefragt, ob er Vereinsmitglied werden wolle. 1982 war es, als Johann Bödecker eintrat. „Dann habe ich mir Hühner angeschafft und mich für die Rasse Yokohama entschieden – aber die legten nur.“
Gute Legehennen
Bödecker wechselte die Rasse und kaufte sich Sundheimer. „Die legen richtig gut und die habe ich immer noch.“ Auf seinem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück in Nordloh-Kanal sei viel Freifläche für seine etwa 15 bis 20 Sundheimer und die zwei oder drei Hähne.
Für den Hobbyzüchter, der von 1992 bis etwa 2009 Ausstellungsleiter beim RGZV war, bringt der Verein viel Potenzial: Die Versammlungen, der Zusammenhalt, die gemeinsamen Aktivitäten und der fachliche Austausch unter den Züchtern sei sehr wertvoll. „Hast du Küken aus den Eiern bekommen?“ sei beispielsweise eine viel erörterte Frage. Bei jedem Züchter verlaufe die Brut unterschiedlich. Johann Bödecker hat eine Brutmaschine für die Ausbrütung der Eier. „Sundheimer Hühner sind bei Hobbyzüchtern sehr begehrt.“
Trend Hühner
Der Trend nach Hühnern im eigenen Garten hat dem Verein neue Mitglieder gebracht. „Geflügel muss vorbeugend vier Mal pro Jahr gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden“, erklärt Ludger Bünnemeyer, der ebenfalls seit seiner Kindheit mit der Geflügelzucht vertraut ist. Dabei sei der Verein unterstützend und beratend tätig. „Wir setzen uns besonders für die Arterhaltung des Rassegeflügels und für die Erhaltung der Rassevielfalt ein. Dies kann man auch immer wieder auf unseren Ausstellungen sehen.“ Als „Verein zur Förderung der Geflügelzucht für Augustfehn und Umgebung“ erfolgte die Gründung am 15 Dezember 1897. Zum 100-jährigen Jubiläum 1997 zählte der Verein 56 Mitglieder, zum 125-jährigen Jubiläum erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 114 Mitglieder - 103 Erwachsene und 11 Jugendliche.
Die Geflügelschauen 2021 und 2022 wurden durch die Geflügelpest und Corona ausgebremst, nun hofft der Vereinsvorstand, dass in diesem Jahr die Jubiläumsschau am 15. und 16. Oktober 2022, die gleichzeitig als „Ammerlandschau“ angeboten wird, in der Werkhalle der Aper Firma van Rüschen stattfinden kann.
Die Kleintierbörse ist für Sonntag, 12. Juni (Werkhalle van Rüschen), die Jugend- und Kreisverbandstagung für den 18. Juni im Doerps Kroog Ocholt und die Landesverbandstagung für den 9. Juli im Gasthof Bucksande geplant. Darüber hinaus gibt es jeden ersten Sonntag im Monat ab 10 Uhr ein Treffen in der Gaststätte „Doerps Kroog“, Ocholt-Howiek, statt. Für weitere Infos steht Ludger Bünnemeyer unter der Telefonnummer 04409/1857 zur Verfügung.
