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NWZonline.de Region Ammerland

Räte vertrieben Großherzog ins Ammerland

06.11.2018

Rastede /Augustfehn /Bad Zwischenahn /Westerstede Der Aufstand der Matrosen vor genau 100 Jahren hatte auch Auswirkungen auf das Ammerland. Zunächst einmal zog sich Großherzog Friedrich August auf das Schloss in Rastede zurück, seine Sommerresidenz. Aber auch im Ammerland blieb die Revolte der Matrosen nicht folgenlos. Es bildeten sich Arbeiterräte in Augustfehn, Bad Zwischenahn und Westerstede. Wobei der Arbeiterrat in Zwischenahn angab, dass er auch für den in Westerstede verantwortlich sei. Rangeleien mit der Amtsverwaltung und dem Arbeiterrat in Bad Zwischenahn ergaben sich wegen der Entschädigung, die die Räte einforderten. Sie mussten nämlich von den Betrieben oder Ämtern, in denen sie arbeiteten, bezahlt werden. In Verbindung mit dem Matrosenaufstand und der politischen Neuordnung darf man sicherlich die Gründung der SPD in Westerstede am 29. Dezember 1918, vor fast 100 Jahren, sehen.

Friedrich August war am 11. November 1918 als Großherzog zurückgetreten. Auch wenn die Revolution in Oldenburg heruntergespielt wird, „eine Revolution war es nun einmal, wenn der von seinem Gottesgnadentum nach wie vor überzeugte Großherzog in eine Privatperson verwandelt wurde“, sagt der frühere Leiter des Niedersächsischen Landesarchivs Oldenburg, Prof. Dr. Gerd Steinwascher, der nicht nur wegen seines Standardwerks über das Haus Oldenburg („Die Oldenburger. Die Geschichte einer europäischen Dynastie“, Kohlhammer, 332 Seiten, 24,90 Euro) ein ausgewiesener Kenner der Materie ist.

Steinwascher skizziert den Großherzog als Hardliner, der trotz der militärischen Entwicklung im 1. Weltkrieg den Kompromissfrieden ablehnte. Steinwascher bezweifelt auch, ob noch so viele Oldenburger an ihrem Großherzog hingen, weil der nicht volkstümlich war und auch wegen der Verbannung seiner Gattin Elisabeth. Die Angelegenheit – Friedrich August II. war in zweiter Ehe mit Elisabeth von Mecklenburg-Schwerin verheiratet – beschäftigte sogar den Landtag, der Kaiser schaltete sich ein. Nach dem Scheitern der Ehe suchten sich beide neue Partner. Dass die Herzogin dies tat, war ein Skandal, schreibt Steinwascher. Die Herzogin wurde in ein Sanatorium gebracht, durfte aber später zurückkehren. Kaiser Wilhelm II. verbot die Scheidung der beiden.

Nach der Revolution musste der Herzog sein Oldenburger Schloss verlassen, in dessen Nordflügel sich schon der Arbeiter- und Soldatenrat eingenistet hatte. Er wählte seine Sommerresidenz in Rastede als Wohnsitz. Dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1931. Schlossverwalter Theodor Beenken hörte die Klingel in seiner Dienstwohnung, die vom Schlafzimmer Friedrich Augusts aus bedient wurde, so die Überlieferung. Der letzte Oldenburger Großherzog starb, bevor ein Arzt aus Oldenburg das Schloss erreichen konnte. Friedrich August hatte erst spät die Regentschaft übernommen, sein Vater Nikolaus Friedrich Peter regierte bis 1900. So lange war auch das dem Schloss gegenüberliegende (Prinzen-)Palais der Wohnsitz für Friedrich August.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/matrosenaufstand 
Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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