Rastede/Ammerland/Harz - Eigentlich sollte die kleine Beagle-Mix-Dame „Bijou“ nach langer Zeit in einem türkischen Tierheim in Deutschland ein schönes Zuhause bekommen. Doch die dreifarbige Hundedame erschrak sich im Februar plötzlich so sehr, dass sie kurzerhand ausbüxte und sich auf eine wahre Odyssee begab. Sie legte mehr als 1300 Kilometer zurück und lief bis nach Rastede.
Odyssee begann im Harz
Die Odyssee begann im Harz, genauer gesagt in St. Andreasberg. „Bijou entlief am 26. Februar“, berichtete Anke Klopsteg von der Hundesuchhilfe Ostfriesland unserer Redaktion. Velbert, Bad Schwalbach und später auch Xanten lagen auf ihrem Weg. Mal wurde sie nur einmal, mal öfter gesichtet, so in Xanten, wo dank einer Kamera an einer Futterstelle ihre Rast dokumentiert werden konnte. Fangen ließ sich die Ausreißerin allerdings nicht und lief weiter – gen Niederlande.
Anfang August wurde sie in Leeuwarden gesichtet, lief nach Groningen und Delfzijl, bis sich ihre Spur wieder verlor. „Am 18. August gab es dann eine Meldung von dem Übergang der Stadtautobahn Richtung Loy. Hier wurde sie leicht angefahren und flüchtete“, so Anke Klopsteg. Doch schon einige Tage später fiel die Hündin einem Pärchen aus Rastede auf: Die beiden konnten beobachten, wie das Tier immer wieder humpelnd durch ihre Wohnsiedlung lief. „Eine andere Dame brachte die beiden Sichtungen zusammen und kontaktierte uns. Zusammen mit der Dame und dem Pärchen beschlossen wir, noch in der Nacht zum 25. August eine Futterstelle einzurichten“, so Anke Klopsteg.
Hündin tappte in die Falle
Gesagt, getan: Das Pärchen legte für die Hundedame unwiderstehliche Leckereien bereit und lockte „Bijou“ so immer wieder erfolgreich zur Futterstelle. Mittlerweile waren die Tierschützer auch sicher, dass es sich bei dem verletzten Hund um die Ausreißerin aus dem Harz handeln musste und bereiteten das Einfangen vor. Die Tierschützer aus Ostfriesland brachten eine Falle nach Rastede und keine drei Stunden später tappte „Bijou“ schon hinein.
„Sie wurde sofort von dem Verein abgeholt, der sie im Februar vermittelt hatte“, so Anke Klopsteg. Das sei die Tieroase Birkenschold in Wagenfeld gewesen. Dort wurde „Bijou“ tierärztlich untersucht und erholt sich erstmal von den Strapazen. „Sie schläft und schläft und schläft“, weiß Ralf Peter von der Tieroase. Die kleine Hündin müsse sich jetzt erst einmal ausruhen.
Mit dem Beagle, der im Juni auf der A 28 gesehen worden war, hat diese Geschichte übrigens nichts zu tun. Das war ein anderer ausgebüxter Beagle auf Wanderschaft.
